Prof. Dr. Halina Szulc

Polen

Wissenschaftlerin

DAAD-Stipendium 1958

Prof. Dr. Halina Szulc DAAD


1958 – auf den Tag genau 40 Jahre vor der Eröffnung der DAAD-Außenstelle in Warschau erhielt die Geographin Halina Szulc ihre Stipendienzusage für Deutschland. Noch heute staunt die inzwischen emeritierte Wissenschaftlerin darüber, dass sie mitten im Kalten Krieg ein Visum für einen Studienaufenthalt in Deutschland erhielt.

Ich reiste 1958 als erste polnische DAAD-Stipendiatin nach Deutschland.
Halina Szulc

Einen Tag nach der Verteidigung ihrer Dissertation reiste Halina Szulc 1958 nach Münster, verbrachte dort einen Teil ihres Forschungsaufenthalts, später ging es nach Göttingen, Münster und Kiel. Die Expertin für historische Siedlungsformen hatte in ihrer Doktorarbeit die Dörfer um Breslau erforscht und wollte das Buch eigentlich auch in deutscher Sprache veröffentlichen. Doch nach ihrer Rückkehr nach Polen wurde ihr dies, wie auch für sieben Jahre lang die Teilnahme an Kongressen im Ausland, untersagt.

Später reiste Szulc – deren deutscher Urgroßvater Anfang des 19. Jahrhunderts nach Polen eingewandert war – als Professorin an der Polnischen Akademie der Wissenschaften immer wieder nach Deutschland. Im Jahre 1982 hatte sie eine Einladung für eine Reihe von Vorlesungen an geographischen Instituten der Universitäten in Göttingen, Mainz, Freiburg, Tübingen und Würzburg sowie an dem Historischen Institut der Universität in Bonn bekommen.

Ihr Lebenswerk hat die 1924 geborene Geografin 2002 mit der Herausgabe eines großen „Historischen Atlas der ländlichen Siedlungen in Polen“ gekrönt –  in polnischer, englischer und deutscher Sprache. Im September 2003 – als Mitglied des Arbeitskreises für genetische Siedlungsforschung in Mitteleuropa – präsentierte sie den Atlas während der Tagung dieses Arbeitskreises in Greifswald.

2012 starb Halina Szulc in Warschau.

Stand: 2015-09-26