Prof. Dr. Gerold Wefer

Deutschland

Meeresgeologe

DAAD-Stipendium 1979–1980

Prof. Dr. Gerold Wefer DAAD


Expeditionen mit dem Forschungsschiff im Packeis der Antarktis oder Stürme am Bermuda-Dreieck – was sich für einige nach spannendem Abenteuer anhört, ist für Gerold Wefer Forscher-Alltag. Und über diesen berichtet er gerne einer breiten Öffentlichkeit – mit Erfolg. Denn der Meeresgeologe an der Universität Bremen schafft es, wissenschaftliche Sachverhalte anschaulich und gut verständlich zu erklären. Dafür erhielt der Wissenschaftler 2001 den mit 50.000 Euro dotierten Communicator-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft. Mit dem Preis werden jedes Jahr Wissenschaftler ausgezeichnet, die durch gute Vermittlung ihrer Forschung in der Öffentlichkeit herausragen. Wefer blieb seiner Mission treu – von 2006 bis 2014 war er Vorsitzender des Lenkungsausschusses von Wissenschaft im Dialog. 2011 erhielt er die „Alfred Wegener Medal“ – eine der höchsten Auszeichnungen, die die Europäische Geowissenschaftliche Union an Wissenschaftler vergibt, die international einen herausragenden Ruf erlangt haben. 

Ich sehe es als selbstverständlich an, wissenschaftliche Ergebnisse an die Bevölkerung weiterzugeben.
Gerold Wefer

Gerold Wefer, Jahrgang 1944, machte nach der Volksschule zuerst eine Lehre bei der Deutschen Bundesbahn, holte dann das Abitur nach und studierte von 1968–1973 Geologie und Paläontologie in Kiel und Miami. Drei Jahre später promovierte er, 1979 ging Wefer als DAAD-Stipendiat an die Scripps Institution of Oceanography an der University of California. Seit 1985 ist er Professor für Allgemeine Geologie mit dem Schwerpunkt Meeresgeologie an der Universität Bremen.

Ausstellungen wie die „Wochen der Meeresforschung“ oder „Tage des offenen Schiffs“ hat Gerold Wefer gemeinsam mit Kollegen seiner Hochschule ins Leben gerufen. Ziel dieser Projekte ist es auch, der breiten Bevölkerung Wissenschaft schmackhaft zu machen. Beim „Tag des offenen Schiffes“ nutzte er den Aufenthalt des Forschungsschiffes „Meteor“ in Bremen, um den Menschen zwei Tage lang die Arbeit an Bord zu zeigen.

Der umtriebige Professor leitete unter anderem auch eines der sechs DFG-Forschungszentren sowie bis 2012 das Zentrum für Marine Umweltwissenschaften (MARUM) der Universität Bremen – eine inzwischen für seine Exzellenz weltweit bekannte Meeresforschungseinrichtung. Das interaktive Museum „Universum Science Center“, das in Bremen Türen zur Wissenschaft und Forschung für die Öffentlichkeit öffnet, wurde von Wefer mitkonzipiert; allein im ersten Jahr kamen 500.000 Besucher. Auch als Bremen und Bremerhaven vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft zur „Stadt der Wissenschaft 2005“ gekürt wurden, liefen bei Koordinator Gerold Wefer die Fäden zusammen.

Stand: 2015-10-04