Gao Xingjian

China

Schriftsteller, Literaturnobelpreis 2000

Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD 1985

Gao Xingjian DAAD


Gao Xingjian wurde 1940 in Ostchina geboren und kam 1985 als Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD nach West-Berlin. Sofort fühlte er sich heimisch: „Berlin war wie eine Vitrine. Und viele Leute sprachen Französisch“, erinnert sich der Schriftsteller, der sein akademisches Examen in Peking auf Französisch abgelegt hatte. Nach Publikationsverboten und politischen Attacken erhält Gao politisches Asyl in Frankreich und zieht zwei Jahre später nach Paris, vollendet dort seinen wichtigsten Roman „Der Berg der Seele“, schreibt Theaterstücke und stellt seine Tuschezeichnungen aus. Seit 1998 ist Gao Xingjian französischer Staatsbürger. 1992 erhielt er den französischen Ritterorden für Kunst und Literatur, im Jahr 2000 den Literaturnobelpreis.

Während meines Berlin-Aufenthalts konnte ich zum ersten Mal allein sein, ich habe mich wirklich amüsiert. In Berlin herrschte ein unglaublich internationales Flair.
Gao Xingjian

Danach erschienen seine Romane auch auf Deutsch. Der 2004 auf Deutsch veröffentlichte Roman „Das Buch eines einsamen Menschen“ beschreibt das Leben im Exil. Es bedeute für ihn „ohne Selbstzensur und in Ruhe und Frieden zu schreiben“, und dennoch sagt er: „Ich trage die ganze chinesische Kultur in mir.“ 2008 erschien auf Deutsch „Die Angel meines Großvaters“.

Stand: 2015-09-30