Franz-Hermann Hirlinger

Deutschland

Bankmanager, Unternehmensberater

DAAD-Stipendium 1984–1986

Franz-Hermann Hirlinger DAAD


In der Krise hat der erfolgreiche Bankmanager Franz-Hermann Hirlinger die Chance erkannt und – gar nicht mehr weit vom Ruhestandsalter entfernt – den Einstieg in eine neue Karriere gewagt. Die Bayerische Landesbank hatte infolge der Finanzkrise ihre Repräsentanzen in Asien geschlossen, die Franz-Hermann Hirlinger leitete. Doch statt den goldenen Handschlag in den Ruhestand zu akzeptieren, gründete der 1950 Geborene eine Unternehmensberatung. Sie hilft deutschen Mittelständlern beim Schritt nach Asien, besonders nach Japan und Korea. Seit 2005 gibt es die G&S Asia mit verschiedenen Büros. Das Unternehmen ist erfolgreich, der Gründer und ehemalige Präsident zufrieden.

Dieses Stipendium baute mir eine Brücke nach Japan und Korea – sowohl beruflich als auch privat.
Franz-Hermann Hirlinger

Hirlingers intensiver Kontakt mit Japan begann 1984, als er – nach einer Lehre als Industriekaufmann und einem Studium in Betriebswirtschaft, Volkswirtschaftslehre und Publizistik in Pforzheim und Berlin – mit einem DAAD-Stipendium für ein 20-monatiges Programm in das Land reiste. Zehn Monate lernte er die Sprache, zehn Monate arbeitete er im ARD-Studio in Tokio. Es war ein neues Programm: Erstmals kamen junge Akademiker mit Berufserfahrung nicht nur für eine Stippvisite nach Japan, sondern konnten sich grundlegend mit dem damals für viele noch so unbekannten Land vertraut machen. In diesen knapp zwei Jahren erarbeitete Hirlinger sich die Expertise, die seine spätere Karriere bestimmte. „Das DAAD-Stipendium baute mir eine Brücke nach Japan und Korea – sowohl beruflich als auch privat“, erinnert er sich.

Zunächst wollte er Finanzjournalist werden, arbeitete im ARD-Studio in Tokio, dann aber gingen auf seine Anzeige „Japanexperte sucht…“ interessante Angebote aus Bankenwelt und Industrie ein. Mehrere Jahre arbeitete er als Asienanalyst für die DZ-Bank in Frankfurt und kommentierte bei der „Telebörse“ eines Privatsenders den japanischen Wertpapiermarkt. 1989 ging es – mit seiner japanischen Ehefrau und den gemeinsamen Kindern – für die Credit Suisse zurück nach Japan. Dort übernahm Hirlinger 1994 die Leitung der Repräsentanz der Bayerischen Landesbank und gründete deren koreanische Niederlassung in Seoul. Zudem eröffnete er eine Vertretung der bayerischen Wirtschaftsförderung „Invest in Bavaria“ und war als Outside-Director Mitglied des Vorstandes der Samsung Electronics Seoul.

Als die Bayerische Landesbank ihre Pforten in Asien schloss, machte sich Hirlinger selbständig und baute die Unternehmensberatung G&S Asia auf. 2012 verkaufte er die Firma und zog von Tokio nach Berlin – nicht ohne weiter als Berater sowie als Japan- und Koreaexperte tätig zu sein.

Stand: 2015-10-04