Douglas Gordon

Vereinigtes Königreich

Künstler

Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD 1998

Douglas  Gordon DAAD


Zehn Jahre nach seinem Berliner Aufenthalt als Gast des DAAD kehrte Douglas Gordon im Jahre 2008 nach Berlin zurück um sich nach unsteten Jahren zwischen New York, Glasgow und Tel Aviv an der Spree niederzulassen. Gordon gilt als einer der einflussreichsten Videokünstler der Gegenwart. Er arbeite gern in dieser Stadt, sagt der Künstler. Gordon schätzt insbesondere das kreative, unaufgeregte Klima und die „gesunde“ Umgebung.

Wir brauchen Stars im 21. Jahrhundert, um uns darin zu spiegeln.
Douglas Gordon

Zu seiner Rückkehr in Berlin - und pünktlich zur Fußball-Europameisterschaft - zeigte Gordon im Juni 2008 erstmals in Deutschland die Videoinstallation „Zidane - Porträt des 21. Jahrhunderts“. In deren Mittelpunkt steht der ehemalige französische Weltklasse-Fußballer Zinédine Zidane: 17 Hochgeschwindigkeitskameras aus verschiedenen Perspektiven waren während eines Spiels nur auf Zidane gerichtet. Zidane, so befindet der Videokünstler, sei eben ein „Star“, weil er „scheine“. „Wir brauchen Stars im 21. Jahrhundert, um uns darin zu spiegeln“, sagt er. Das Werk hatte Gordon gemeinsam mit dem Filmemacher Phillippe Parreno realisiert.

Der 1966 in Glasgow geborene Gordon studierte an der Glasgow School of Art und der Slade School of Art in London und wurde 1993 mit der Videoinstallation „24 Hour Psycho“ auf einen Schlag international bekannt. Bei diesem Werk hatte er den bekannten Film von Alfred Hitchcock auf eine Spiellänge von 24 Stunden ausgedehnt, was dem Film und den Möglichkeiten der Wahrnehmung ganz neue Dimensionen verleiht. Dieses Verfahren, das Spiel mit der Verlangsamung der Zeit, wurde zum Markenzeichen des schottischen Künstlers. Es folgten weitere Verfremdungen von Film-Ikonen, etwa eine auf fünf Jahre Aufführungsdauer gestreckten Bearbeitung des Film-Klassikers „The Searchers“ von John Ford. Mit dem „Feature Film“, bei dem die Filmmusik zu Hitchcocks Film „Vertigo“ in Szene gesetzt wird, drehte Gordon 1999 erstmals einen eigenen Film.

Sein Verfahren brachte ihm großen Erfolg auf dem Kunstmarkt und auch Lob von Kritikern und Juroren. „Die ästhetische Brillanz und die emotionale Wucht seiner Videoarbeiten stehen seinen Vorbildern - insbesondere den Filmen Alfred Hitchcocks - in nichts nach“ heißt es in der Entscheidung der Jury, die 2008 den hochdotierten Roswitha Haftmann-Preis an Gordon verlieh. 1996 hatte Gordon bereits den renommierten Turner Prize der Londoner Tate Gallery erhalten, 1997 folgte der Premio 2000 der Biennale Venedig und 1998 der Hugo-Boss-Preis des New Yorker Guggenheim Museums. Von der Berliner Akademie der Künste erhielt er 2012 den Käthe-Kollwitz-Preis.

Gordons Werke sind in vielen bedeutenden Museen der Welt zu sehen. 2006 zeigte das Museum of Modern Art in New York eine große Einzelausstellung. Es folgten weitere wichtige Ausstellungen in Deutschland, etwa 2011 im Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main und in Essen im Museum Folkwang 2013/14.

Stand: 2015-09-14