Damián Ortega

Mexiko

Künstler

Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD 2006–2007

Damián Ortega DAAD


Sichtbare Spuren hat der Mexikaner Damián Ortega in Berlin hinterlassen - durch einige viel beachtete Ausstellungen und als einer von vier Finalisten für den „Preis der Nationalgalerie für junge Kunst“, dem höchstdotierten Preis für junge Kunst. Das künstlerische Klima in Berlin habe ihn ungemein inspiriert, nirgendwo werde die Kunst so ernst genommen wie in Berlin, sagt Ortega, der 2006-2007 Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD war.

Mich interessieren die ganz alltäglichen Versuche, Sinn zu produzieren.
Damián Ortega

Damián Ortega, 1967 in Mexiko geboren, entstammt einer Familie von Künstlern und Intellektuellen. Seine Laufbahn begann er als Karikaturist, einer Kunstrichtung mit Tradition in Mexiko. Als 16-Jähriger verließ er sein Elternhaus, ging bei Cartoonisten und Bildhauern in die Lehre und brachte sich mit Gelegenheitsjobs durch. Mehrere Jahre verbrachte er in Lissabon und Rio de Janeiro. In Rio studierte er vor allem die berüchtigten Vorstädte, die favelas, die so typisch sind für Großstädte in Südamerika. Diese Erlebnisse bezeichnet er heute als wichtig für seine Arbeit. Verbunden fühlt er sich auch dem Werk des mexikanischen Malers Diego Rivera, dessen politische inspirierte Wandmalereien zu den Ikonen der mexikanischen Kunst gehören.

Seinen internationalen Durchbruch feierte Ortega bei der Biennale 2002 in Venedig mit der Skulptur „Cosmic Thing“. Sie zeigt einen VW-Käfer, ein Wahrzeichen der mexikanischen Industrieproduktion, in Einzelteile zerlegt und an Fäden frei im Raum schwebend. Die Verwendung und Dekonstruktion von Alltagsgegenständen, oft mit politischer Bedeutung aufgeladen und ironisch gebrochen, gehört seitdem zum seinem künstlerischen Programm. Ortega nutzt Skulpturen, öfter jedoch Installation, Fotografie oder Video-Performance. „Ich will mit meiner Arbeit das Umfeld verstehen, im dem ich lebe“, sagt Ortega. Ihn interessieren die „ganz alltäglichen Versuche, Sinn zu produzieren“.

Seine erste große Einzelausstellung in Europa war 2004 in der Kunsthalle Basel zu sehen. In Berlin zelebrierte Ortega, gemeinsam mit dem japanischen Künstler Shimabuko, eine „Fish & Chips“ Performance, bei der Ortegas mobilen Sitzskulpturen für das dynamische Element sorgten. 2007 präsentierte Ortegas seine Installation „Man ist the controller of the universe“ in der DAAD-Galerie. Sie zeigt eine explodierende Wolke aus alten Werkzeugen, die der Künstler auf Berliner Flohmärkten gekauft hatte. Auch hier zeigt sich Ortegas Prinzip, Alltagsgegenstände neu zu gruppieren und in veränderte soziale Kontexte zu setzen.

Nach dem Ende seines DAAD-Stipendiums hatte sich der Globetrotter Damián Ortega zunächst in Berlin niedergelassen, mittlerweile ist er sowohl in Berlin als auch seiner Heimatstadt Mexiko-Stadt zu Hause. Seine Werke sind in internationalen Museen und Galerien zu sehen; 2015 war er zum ersten Mal mit einer Einzelausstellung in Italien vertreten.

Stand: 2015-09-11