Prof. Dr. Claudia Lux

Deutschland

Bibliothekarin, Project Director der Nationalbibliothek Katars in Doha

DAAD-Stipendium 1974–1976

Prof. Dr. Claudia Lux DAAD


Der Einstieg in das Bibliothekswesen geschah eher zufällig. Die Staatsbibliothek in Berlin suchte eine ausgewiesene Sinologin. Damit konnte Claudia Lux dienen. Während des Studiums der Sozialwissenschaften reiste die 1950 in Gladbeck Geborene mit einem DAAD-Stipendium für zwei Jahre nach China. 1985 promovierte sie in Bochum im Fach Sinologie.

Beim Zugang zu Informationen geht es nicht nur um Bildung, sondern auch um demokratische Rechte.
Claudia Lux

An der Arbeit als Sinologin in der Staatsbibliothek fand Claudia Lux Gefallen. Rasch stieg sie die Karriereleiter hinauf. Sie wurde Direktorin der Senatsbibliothek und 1997 Generaldirektorin der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB). Die Vereinigung der beiden Staatsbibliotheken aus Ost und West nach dem Fall der Berliner Mauer zählt sie zu ihren größten Erfolgen. „Eine solche fantastische berufliche Chance bekommt man im Leben nur einmal“, sagt sie heute. Zudem ist Claudia Lux seit 2006 Honorarprofessorin am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaften der Berliner Humboldt-Universität.

Parallel zu ihrer beruflichen Karriere hat sich die Mutter zweier Kinder stets in den Gremien ihres Berufsstandes engagiert. 2004 übernahm sie den Vorsitz des Deutschen Bibliotheksverbandes. Von 2007 bis 2012 war Lux Präsidentin des Weltverbandes der Bibliotheken (IFLA), dem 1500 Verbände aus rund 150 Ländern angehören. Nach 15 Jahren Tätigkeit als Generaldirektorin der Zentral- und Landesbibliothek Berlin suchte sich Claudia Lux im April 2012 eine neue Herausforderung: Sie gab ihre Leitungstätigkeit in Berlin auf und leitet nun als „Project Director“ den Aufbau der Qatar National Library im Emirat Katar. Lux Ziele bleiben indessen die gleichen: Politik und Öffentlichkeit zu vermitteln, welche Rolle Bibliotheken bei der Entwicklung der Informationsgesellschaft spielen.

In der Digitalisierung sieht sie die Zukunft, aber auch eine Herausforderung – und das nicht nur in technischer Hinsicht. Mit Verve wendet sie sich im internationalen Austausch gegen den drohenden Zerfall der Welt in Nutzer und Nicht-Nutzer moderner digitaler Medien. Wer keinen Zugang habe, sei diskriminiert. Es gehöre deshalb zu den Aufgaben der Bibliotheken, den Zugang zu digitalen Informationen kostenlos zur Verfügung zu stellen und Hilfestellung beim Umgang zu leisten. „Dabei geht es nicht nur um Bildung, sondern auch um demokratische Rechte“, sagt Claudia Lux. Die Sinologie, zu der sie über Studien der Buchmalerei gekommen war, fasziniert sie bis heute. „Ich fühle mich zu Asien hingezogen“, sagt Lux. „Ich habe dort auch Geduld und Hartnäckigkeit gelernt. Das sind Eigenschaften, die ich bei meinen verschiedenen Aufgaben gut gebrauchen kann.“

Stand: 2015-10-04