Prof. Dr. Christoph Markschies

Deutschland

Evangelischer Theologe, Vizepräsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW)

Theologisches Studienjahr des DAAD 1983-1984

Prof. Dr. Christoph  Markschies EPD-Bild 2012


Christoph Markschies gilt als heiterer Mensch, er strahlt fröhliche Gelassenheit aus. Wo liegen die Quellen? Da war ein von Heiterkeit geprägter Professorenhaushalt, in dem der gebürtige Berliner, Jahrgang 1962, groß wurde. Und da ist die Gewissheit des evangelischen Theologen Christoph Markschies, dass „er nicht der Messias ist“. „Ich muss nicht kommen und alles neu machen − das macht heiter.“, sagt der ausgewiesene Experte für Ältere Kirchengeschichte und Mittelalter, Träger des Leibniz-Preises, der höchstdotierten deutschen Wissenschaftsauszeichnung.

Die Zeit in Jerusalem hat mich tief geprägt und war aus der Rückschau richtungsweisend.
Christoph Markschies

Diese Einstellung konnte er nicht nur in seiner Amtszeit als Präsident der Humboldt-Universität zu Berlin von 2006 bis 2010 gut gebrauchen: Reformstau, Wettbewerb um knappe Gelder, Profilschärfung und Exzellenzwettbewerb − für Christoph Markschies war dies alles kein Anlass zum Verzagen, sondern Ansporn zum Handeln. „Sie müssen sich aus dem Berg gezielt einige Probleme herausnehmen und versuchen, diese soweit wie möglich zu lösen“, war seine Devise als Theologe an der Spitze einer Hochschule.

Sein Entschluss zum Theologie-Studium fiel früh, ursprünglich wollte der Jugendliche Pfarrer werden. Die Vielseitigkeit des Berufes und der ständige Kontakt mit Menschen reizten ihn. Zwar wurde der Theologe 1994 – im Jahr seiner Habilitation – ordiniert und hält heute noch Predigten im Berliner Dom, doch die Wissenschaft ließ ihn nicht mehr los. Entscheidende Erfahrungen machte Christoph Markschies 1983 und 1984 auf dem Zionsberg mitten in Jerusalem. Dort verbrachte der DAAD-Stipendiat ein Ökumenisches Theologisches Studienjahr in der Dormition Abbey. Im Rahmen dieses renommierten Programms erlebte der damals 21-Jährige den intensiven theologischen Austausch mit katholischen Kommilitonen, lernte den Islam und das Judentum „auf bewegende Weise“ kennen und erfuhr die Unmittelbarkeit der historischen Orte des beginnenden Christentums. Nach Professuren in Jena und Heidelberg, Stationen am Wissenschaftskolleg zu Berlin und am Institut for Advanced Study der Hebrew University Jerusalem wurde Christoph Markschies 2004 Professor für Ältere Kirchengeschichte an der Humboldt-Universität. Von 2006 bis 2010 war er ihr Präsident. 2007 verlieh ihm die Fakultät für Orthodoxe Theologie der Lucian-Blaga-Universität im rumänischen Sibiu/Hermannstadt die Ehrendoktorwürde. Damit würdigte die Universität seine wissenschaftlichen Verdienste auf dem Gebiet der Erforschung des antiken Christentums und der antiken christlichen Theologie – eine besondere und seltene Auszeichnung für einen evangelischen Theologen. Seit 2012 ist Christoph Markschies Vizepräsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Stand: 2015-10-05