Breyten Breytenbach

Südafrika

Schriftsteller, Maler

Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD 1989, Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD 1994

Breyten Breytenbach DAAD


International bekannt ist Breyten Breytenbach als einer der bedeutendsten Lyriker Südafrikas und Träger mehrerer Literaturpreise, aber auch als Maler, dessen Bilder in Europa, den USA und Hongkong ebenso ausgestellt wurden wie in seinem Heimatland. Untrennbar verbunden mit seinem künstlerischen, insbesondere seinem literarischen Schaffen sind seine aktive Rolle in der Anti-Apartheid-Bewegung und sein jahrzehntelanges Engagement gegen Rassismus und gegen die Buren-Regierung Südafrikas.

Wer das Menschsein eines anderen ignoriert, der verneint das eigene.
Breyten Breytenbach

Breyten Breytenbach wurde 1939 geboren und stammt aus einer gut situierten burischen Familie in Bonnievale. 1958 begann er, in Kapstadt Kunst und Literatur zu studieren. Ein Jahr später ging er nach Europa, nahm sein Studium 1961 in Paris wieder auf und wurde Gründungsmitglied der Anti-Apartheid-Organisation Okhela. Nachdem er 1968 eine Französin vietnamesischer Abstammung geheiratet hatte, durfte er nicht mehr nach Südafrika einreisen. Mit gefälschtem Pass kehrte er dennoch 1975 in seine Heimat zurück, wurde verhaftet und wegen „terroristischer“ Aktivitäten zu neun Jahren Gefängnis verurteilt. Internationale Proteste und Verhandlungen auf höchster Regierungsebene führten schließlich 1982 dazu, dass er vorzeitig aus der Haft entlassen wurde und nach Paris zurückkehren konnte, wo er ein Jahr später die französische Staatsbürgerschaft annahm.

Breytenbach hat seine stilistisch vom französischen Surrealismus beeinflussten Romane und Gedichtbände zunächst in Afrikaans geschrieben, dann in englischer oder französischer Sprache, später wieder in Afrikaans – Spiegel seines Lebens zwischen den Welten. Zu seinen ins Deutsche übersetzten Werken gehören, als Zeugnis seiner siebenjährigen Haftzeit, der Roman „Wahre Bekenntnisse eines Albino Terroristen“ und die Autobiographie „Augenblicke im Paradies“. Im Jahr 1995 erschien in Frankfurt/Main der Roman „Rückkehr ins Paradies“, in dem Breytenbach seine Begegnung mit dem „neuen“, von Politikern des ANC regierten, Südafrika schildert und verarbeitet. Aus dem Jahr 1999 stammt sein bislang letztes auf Deutsch erschienenes Buch „Mischlingsherz. Eine Rückkehr nach Afrika“, eine ambivalent ausfallende Bilanz der leisen Töne.

Breytenbach lebt in Europa, den USA und Afrika. Er lehrt in New York und Kapstadt als Gastprofessor an Universitäten und arbeitet seit 1992 mit an der Entstehung des senegalesischen Kulturzentrums Gorée auf der gleichnamigen Insel vor der Hauptstadt Dakar. Auch in Deutschland ist er häufig zu Gast, so zum Beispiel auf der Leipziger Buchmesse oder dem Internationalen Literaturfestival Berlin.

Stand: 2015-09-17