Prof. Dr. Birgitta Wolff

Deutschland

Ökonomin, Politikerin, Präsidentin der Goethe-Universität Frankfurt

DAAD-Postdoc-Stipendium 1995–1996

Prof. Dr. Birgitta  Wolff DAAD


Sie ist die erste Frau in diesem Amt: Die Wirtschaftswissenschaftlerin Birgitta Wolff ist seit 2015 Präsidentin der Goethe-Universität Frankfurt. Damit zeigte sie sich erneut offen für Neues – nach zehn Jahren als Professorin und Dekanin an der Wirtschaftsfakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ging sie im Jahr 2010 in die Politik. Zunächst wurde die CDU-Politikerin Kultusministerin des Landes Sachsen-Anhalt, im Jahr darauf Landesministerin für Wissenschaft und Wirtschaft. „Über Politik hört man nicht viel Gutes. Aber wer etwas bewegen will, sollte nicht nur lästern, sondern muss aktiv werden“, sagt Wolff.

Das Jahr in Harvard war akademisch und intellektuell eine echte Offenbarung.
Birgitta Wolff

Schon früh zeichnete dieser Hang zum Pragmatismus die 1965 in Münster geborene Wissenschaftlerin aus. So stellte sie ihre Karriere mit einer Ausbildung zur Bankkauffrau zunächst auf eine praktische Basis, bevor sie in Witten/Herdecke mit ihrem Studium der Wirtschaftswissenschaften begann und es in München fortsetzte. 1995 erhielt Wolff mit Hilfe des DAAD ein einjähriges Postdoc-Stipendium (John F. Kennedy-Gedächtnis-Stipendien) an der Harvard Universität.

„Das Jahr war akademisch und intellektuell eine echte Offenbarung“, erinnert sie sich. „Ich war beeindruckt, wie unwichtig disziplinäre Grenzen und wie vielseitig die Menschen dort waren.“ Kombiniert mit den nötigen fachlichen Fähigkeiten zeichne genau das eine Elite aus. „Das hat meine Überzeugung gestärkt, dass breite Bildung möglich und produktiv ist.“ Drei Jahre nach ihrer Rückkehr aus Boston ging sie – wiederum vermittelt über den DAAD – erneut in die USA: als Gastprofessorin an die Georgetown University in Washington D.C. Dort erreichten sie Rufe aus Magdeburg, Wien und Münster. Die Universität in Sachsen-Anhalt machte das Rennen, und so begann Wolff im Jahr 2000 als erste Frau an der dortigen Wirtschaftsfakultät, deren Leitung sie 2008 als Dekanin übernahm. „In allen Phasen meiner akademischen Karriere empfand ich es als hilfreich, dass es eine Einrichtung wie den DAAD gibt – nicht nur als Stipendiatin, auch als Lehrerin“, sagt die Universitätspräsidentin. „Ich konnte meine Studierenden auf Fördermöglichkeiten hinweisen und sie so motivieren, ins Ausland zu gehen.“ So habe sie auf einer Reise durch Mosambik und Südafrika erlebt, wie eng dort der Austausch unter den DAAD-Alumni ist. „Auch an den deutschen Hochschulen beobachten wir, dass sich durch Auslandsaufenthalte oft sehr stabile und dauerhafte Beziehungen entwickeln – bis hin zu Freundschaften oder Ehen.“

Stand: 2015-07-28