Prof. Dr. Birgit E. Klein

Deutschland

Judaistin

DAAD-Stipendium 1992–1993

Prof. Dr. Birgit E. Klein DAAD


Zu Beginn ihres Studiums in den 1980er-Jahren hatte Birgit Klein noch nicht die Absicht, Professorin zu werden. Früh hingegen wurde ihr Interesse für das Judentum geweckt: „Bei uns in der Familie war das ein Thema“, sagt Klein. Dabei ging es immer auch um die deutsche Geschichte, geprägt durch die Ereignisse während des Nationalsozialismus. Eine prägende Zeit, denn seit dem Sommersemester 2006 ist sie Inhaberin des Lehrstuhls „Geschichte des jüdischen Volkes“ an der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg. Diese Hochschule wurde im Jahre 1979 gegründet und will die Erforschung und das Studium der jüdischen Kultur, Geschichte und Religion in Deutschland erneuern. Sie wird vom Zentralrat der Juden in Deutschland getragen, ist staatlich anerkannt und steht Bewerbern jeder Konfession offen. „Keine andere Einrichtung in Europa hat Jüdische Studien in dieser Breite und mit dieser Ausstattung zu bieten“, sagt Klein.

Von einem Auslandsaufenthalt zehrt man ein Leben lang. Das entwickelt sich weiter.
Birgit E. Klein

Gleich zweimal hat Klein an der Hebräischen Universität in Jerusalem studiert. Den zweiten Aufenthalt ermöglichte ihr ein Jahresstipendium des DAAD: „Da wusste ich schon genau, was ich wollte. Ich habe mir ganz gezielt bestimmte Bereiche und renommierte Experten ausgesucht, etwa mittelalterliche jüdische Studien und rabbinische Literatur. Das gab mir noch mal einen richtigen Schub für meine Promotion und hat mir sicherlich den Weg dorthin geebnet“, erzählt sie.

Klein hat gemeinsam mit einer Kollegin das „Forum Jüdische Geschichte und Kultur in der Frühen Neuzeit und im Übergang zur Moderne“ gegründet. Für ihre wissenschaftliche Arbeit erhielt sie mehrere Stipendien und Auszeichnungen. „Von einem Auslandsaufenthalt zehrt man ein Leben lang“, resümiert Klein. „Das entwickelt sich weiter. Es hat mich nicht nur fachlich, sondern auch persönlich bereichert.“ Ihre guten Kontakte nach Jerusalem und ihr Wissen um die Bedeutung eines Studienaufenthalts im Ausland sind ihr auch bei ihren Aufgaben als Studiendekanin in Heidelberg nützlich: Klein konzipiert Studiengänge und baut Kooperationen mit anderen Universitäten auf. So wurde an ihrer Hochschule im Wintersemester 2007/08 ein im deutschsprachigen Raum einzigartiges, nicht-konsekutives Joint-Degree-Masterstudium mit dem Titel „Jüdische Studien – Geschichte jüdischer Kulturen/Jewish Studies – History of Cultures of the Jews“ gestartet. Es wurde mit der Karl-Franzens-Universität Graz entwickelt und ermöglicht den Studierenden ein umfangreiches interdisziplinäres, kulturwissenschaftlich ausgerichtetes Lehrangebot an beiden Hochschulstandorten.

Stand: 2015-10-04