Prof. Dr. Axel Ockenfels

Deutschland

Ökonom, Professor für Experimentelle Wirtschaftsforschung und Spieltheorie

DAAD-Stipendium 1996–1997

Prof. Dr. Axel  Ockenfels by Robert Poorten [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons


Wie fällt der Mensch wirtschaftliche Entscheidungen? Nicht so rational, egoistisch und rücksichtslos gewinnstrebend, wie vom „Homo oeconomicus“ erwartet. Der Kölner Wirtschaftswissenschaftler Professor Axel Ockenfels analysiert, wie Fairness und Reziprozität die Wirtschaft im Innersten zusammen halten.

Ohne den DAAD wäre mein Lebensweg sicherlich ganz anders verlaufen.
Axel Ockenfels

In seinem Labor an der Universität Köln, das aus 32 vernetzten Computern besteht, untersucht er ökonomische Entscheidungen – die Versuchsteilnehmer „zocken“ meist um „echtes“ Geld. Das Hauptinteresse von Ockenfels, Jahrgang 1969, gilt dabei der optimalen Ausgestaltung von Märkten, angefangen von Online-Märkten bis hin zu komplexen Energie- und Telekommunikationsmärkten. Dabei kooperiert er mit Wissenschaftlern aus Nachbardisziplinen, einschließlich der Psychologie, Soziologie und Mathematik. Seine Expertise zu Marktdesign und Verhaltensökonomik wird von Regierungen, Marktplattformen und der Wirtschaft nachgefragt. Unter anderem widmet er sich dem Internet-Auktionshaus Ebay und macht mit seinen Versuchspersonen Online-Versteigerungen.

Grundlage der Untersuchungen ist die Spieltheorie, die sein Mentor, Reinhard Selten, der einzige deutsche Wirtschaftsnobelpreisträger, maßgeblich mit entwickelte. Ockenfels untersucht, welche ‚Spielregeln’ zu effizienten Auktionsergebnissen führen. „Scheinbar kleine Fehler im Marktdesign können dramatische Ergebnisse nach sich ziehen.“ Sowohl durch seine Arbeiten zu Ebay als auch durch seine Studien über die soziale Interaktion auf Märkten geriet der gebürtige Bonner in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Er erhielt 2005 als erster Wirtschaftswissenschaftler seit 17 Jahren die wichtigste und höchstdotierte deutsche Auszeichnung für Forschung: den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis. 2006 folgte der Hermann-Heinrich-Gossen-Preis des Vereins für Socialpolitik. Und 2007 war Ockenfels einer der letzten Preisträger des inzwischen eingestellten Forschungspreises der Philip Morris Stiftung.

Den Grundstein für seine Karriere hat der Senkrechtstarter mit einem Studium der Volkswirtschaftslehre an der Universität Bonn gelegt. 1996/97 forschte er mithilfe eines DAAD-Stipendiums an der Penn State University. Nach seiner Promotion zur Natur fairen Verhaltens an der Universität Magdeburg ging er noch einmal für ein Jahr in die USA, an die renommierte Harvard Business School. Dann folgte 2002 die Habilitation zum Thema „Individual decision making and the design of economic institutions“ an der Universität Magdeburg. Allen Rufen aus dem In- und Ausland zum Trotz trat er 2003 seine Professur für Wirtschaftliche Staatswissenschaften an der Universität zu Köln an, wo er zugleich auch Gründungsdirektor des Laboratoriums für Wirtschaftsforschung sowie seit 2015 Sprecher des Exzellenzzentrums für Soziales und Ökonomisches Verhalten (C-SEB)  ist. Zudem koordiniert er die internationale und interdisziplinäre DFG-Forschergruppe „Design & Behavior“. Axel Ockenfels berät auch die Bundesregierung: Seit 2010 ist er Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. 

Stand: 2015-10-05