Dr. Asha-Rose Mtengeti

Tansania

Politikerin, Juristin, Sondergesandte der Vereinten Nationen für HIV/AIDS in Afrika

DAAD-Stipendium 1988–1989

Dr. Asha-Rose Mtengeti by Rune Stoltz Bertinussen/Justis- og politidepartementet (Children's house in Tromsø) [CC BY 2.0] via Wikimedia Commons


Mit noch nicht fünfzig Jahren übernahm die Juristin Asha-Rose Mtengeti-Migiro im Januar 2006 einen der einflussreichsten Posten der Vereinigten Republik Tansania: Die Politikerin der Regierungspartei Chama cha Mapinduzi (Partei der Revolution, CCM) wurde zur Außenministerin der damals neu gewählten Regierung unter Präsident Jakaya Kikwete berufen.

Wir sind noch weit entfernt von Gleichberechtigung in allen Lebensbereichen, aber wir werden es schaffen.
Asha-Rose Mtengeti-Migiro

Dass Asha-Rose Mtengeti-Migiro auf der ganzen Welt zu Hause ist, lässt sich an ihrem akademischen und beruflichen Werdegang ablesen. 1956 im südtansanischen Songea geboren, studiert sie Jura an der Universität Daressalam und geht 1988 als DAAD-Stipendiatin an die Universität Konstanz, wo sie 1992 ihre Promotion abschließt. Danach leitet Asha-Rose Mtengeti-Migiro die Sektion Verfassungs- und Verwaltungsrecht, später die Sektion Zivil- und Strafrecht an der Universität Daressalam. Während ihres Deutschlandaufenthalts wirkt sie gleichzeitig als Gastdozentin an der Fakultät für Frauenrecht der Universität Oslo.

Die engagierte Juristin qualifiziert sich als Gastdozentin in den Vereinigten Staaten und bei Seminaren in Irland im Bereich Frauen- und Menschenrechte weiter. Sie ist davon überzeugt, dass in der angemessenen Beteiligung der tansanischen Frauen an der politischen und wirtschaftlichen Verantwortung ein Schlüsselfaktor für die Entwicklung des Landes liegt: „Wir werden noch einen langen und schwierigen Weg gehen müssen.“ Auch als Mitarbeiterin in verschiedenen Projekten der Friedrich-Ebert-Stiftung macht sie sich einen Namen und hält den Kontakt zu Deutschland lebendig. 1997 wird sie Mitglied der tansanischen Kommission für Rechtsreform und tritt ein Jahr später der neu eingesetzten Verfassungskommission bei, die unter anderem das Ziel hat, die Korruption zu bekämpfen und Reformen voranzutreiben. In ihren Ämtern, aber auch in Anwaltsvereinen und Frauenorganisationen setzt sie sich kontinuierlich für die Verbesserung von Kinder- und Frauenrechten ein.

Im August 2000 wird Asha-Rose Mtengeti-Migiro in den UNO-Ausschuss zur Beseitigung der Diskriminierung der Frau gewählt, zwei Monate später zieht sie als Abgeordnete ins tansanische Parlament ein und wird kurze Zeit später Ministerin für gesellschaftliche Entwicklung, Frauen und Kinder. Die Entwicklungsprobleme ihres Heimatlandes, das noch immer zu den ärmsten der Erde zählt, kennt sie gut: „Ich sehe es als wichtigste Aufgabe, dafür zu sorgen, dass sich die Lebensbedingungen in den Gemeinden verbessern”, so die zweifache Mutter. Noch immer leidet das von Subsistenzwirtschaft geprägte Tansania unter Korruption und ist einer der größten Empfänger von Entwicklungshilfe.

Von 2007 bis 2012 war Mtengeti-Migiro stellvertretende Generalsekretärin der Vereinten Nationen. Bis August 2013 arbeitete sie als Sondergesandte der Vereinten Nationen für HIV/AIDS in Afrika. Seit 2014 ist sie Justizministerin und konkurrierte 2015 um die Nachfolge von Präsident Jakaya Kikwetes.

Stand: 2015-09-14