Dr. Angelika Niebler

Deutschland

Rechtsanwältin, Politikerin und Mitglied des Europäischen Parlaments (EP)

DAAD-Stipendium 1984–1985

Dr. Angelika Niebler DAAD


Jura hat Angelika Niebler schon während der Schulzeit fasziniert. „Ausschlaggebend war sicherlich auch der Gedanke, dass man mit einem Jurastudium relativ viel machen kann“, sagt sie. Das Berufsziel Politikerin hatte die Münchnerin allerdings noch nicht im Sinn: „Diese Aussicht hätte ich wohl damals entschieden zurückgewiesen.“ Nach dem Abitur studierte sie Rechtswissenschaften an den Universitäten in München und, mit Unterstützung eines DAAD-Stipendiums, in Genf. „Für Juristen ist es eher schwer, Auslandserfahrungen zu sammeln“, sagt Angelika Niebler, „daher bin ich für das damals vom DAAD aufgelegte Sonderprogramm für Juristen sehr dankbar.“

Meine persönlichen Erfahrungen bestärken mich darin, dass junge Menschen hinausgehen sollten, um andere Kulturen und Sprachen zu lernen.
Angelika Niebler

Ihr weiterer Lebenslauf ist von Internationalität geprägt. Die Referendarzeit absolvierte sie in ihrer bayerischen Heimat und in einer Londoner Kanzlei, nach der Promotion war sie in internationalen Kanzleien als Rechtsanwältin tätig. Bald machte Niebler auch politisch Karriere: „Ich habe mich früh kommunalpolitisch engagiert, denn dort kann man viel darüber lernen, wie Politik funktioniert“, sagt sie. Bei der Europawahl 1999 wurde sie über die bayerische Landesliste für die CSU ins Europaparlament und später zum Mitglied des Vorstands der Europäischen Volkspartei gewählt.

Seitdem pendelt die zweifache Mutter zwischen ihrer Familie in Ebersberg sowie ihren Büros in Brüssel und in Straßburg. Die CSU-Abgeordnete engagierte sich im Europa-Parlament unter anderem im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie, im Ausschuss für die Rechte der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter und in der Delegation für die Beziehungen zur Arabischen Halbinsel.

„Natürlich bin ich auch meinem Wahlkreis verpflichtet und damit bayerischen Interessen. Dort wohnen schließlich die Menschen, die mich gewählt haben“, sagt Niebler. Nationale und europäische Perspektive müssten immer wieder in Einklang gebracht werden: „Das erfordert viel Klein-Klein-Arbeit.“ Ihre „Liebe und Zuneigung zu Europa“ sind dafür die Basis. Sie wurden geweckt und gefördert durch ihre Auslandsaufenthalte: „Meine persönlichen Erfahrungen bestärken mich darin, dass junge Menschen hinausgehen sollten, um andere Kulturen und Sprachen zu lernen. Denn die Entwicklung der letzten Jahre hat gezeigt, dass wir noch viel globaler denken müssen.“

Stand: 2015-10-04