Amir Katz

Israel

Pianist

DAAD-Stipendium 1999–2000

Amir Katz Neda Navaee


„Auf höchstem Niveau“ nannte Meisterdirigent Daniel Barenboim das Klavierspiel des israelischen Pianisten Amir Katz. Kritiker loben den ebenso klaren wie gefühlvollen Vortrag des 1973 geborenen Virtuosen. „Leben und Kunst sind ein und dieselbe Sache“, sagt Amir Katz. „Nur durch meine eigenen Erfahrungen kann ich die Musik mit Gefühlen und Phantasie beleben.“

Leben und Kunst sind ein und dieselbe Sache.
Amir Katz

Dabei begann Amir Katz erst mit elf Jahren Klavier zu spielen – wesentlich später als die meisten anderen musischen Talente. Seine erste Lehrerin Hanna Shalgi entdeckte die große Begabung ihres Zöglings, der von Anfang an mit großer Leidenschaft spielte. Bald darauf gewann Amir Katz die ersten nationalen Wettbewerbe in Israel. Mit 15 Jahren trat er mit renommierten Orchestern wie dem Haifa Symphony Orchestra auf. Bei seinem ersten internationalen Wettbewerb, dem Maria Canals Wettbewerb in Barcelona 1993, belegte der junge Pianist gleich den ersten Platz.

Damals lebte er schon nicht mehr in Israel. An vielen Stationen in Europa schulte Amir Katz sein Klavierspiel bei berühmten Lehrern.

Sein Weg führte Amir Katz durch England, Frankreich, Spanien und Italien, bis er 1999 nach Deutschland kam. Ein DAAD-Stipendium ermöglichte ihm, ein Jahr an der Hochschule für Musik und Theater in München bei den renommierten Pianisten Elisso Wirssaladze und Michael Schäfer zu verbringen. „Für mich war das DAAD-Stipendium eine großartige Möglichkeit in Deutschland zu studieren“, sagt Amir Katz. Denn er kam nicht nur wegen des Klavierspiels, fremde Länder und Sprachen hatten ihn schon immer gereizt. Deutschland spielt für das Schaffen des Künstlers eine besondere Rolle: In die deutsche Kultur einzutauchen, hilft ihm, die Werke seiner geliebten deutschen Komponisten wie Schubert und Beethoven zu interpretieren. „Ich kann das nicht erklären, denn die Musik ist ebenso abstrakt wie die Kultur selbst. Aber ich kann es fühlen.“

Und Deutschland wurde für Amir Katz zum Schauplatz großer Erfolge: 2003 gewann er den Internationalen Schubert-Wettbewerb in Dortmund, auf den ihn sein Münchner Lehrer Michael Schäfer vorbereitet hatte. Seine im Mai 2009 erschienene dritte CD, auf der er Mendelssohns „Lieder ohne Worte“ interpretiert, wurde vom Musik Magazin „Crescendo“ 2009 zur besten CD der letzten Monate gewählt. Im Winter 2012 tourte Amir Katz durch Deutschland mit Stationen in Berlin, Hamburg, Dresden, Leipzig und München. Längst ist er heute ein ständiger Gast in den berühmten europäischen Konzertsälen, in Asien und Amerika und auf internationalen Festivals. In Deutschland aber hat der Israeli ein neues Zuhause gefunden. „Hierzulande bin ich immer wieder begeistert von dem großen, ehrlichen Interesse der Menschen an Kultur – das habe ich in anderen Ländern selten so eindrucksvoll erlebt“, erklärt der Pianist.

Stand: 2015-09-14