Prof. Dr. Amida Sholan

Jemen

Archäologin, Hochschullehrerin, beigeordnete Attachée in der Kulturabteilung der Botschaft des Jemen in Berlin (2008–2011)

DAAD Stipendium 1989–1992, DAAD Stipendium 1995–1999

Prof. Dr. Amida Sholan DAAD


Amida Sholan zog es seit jeher nach Deutschland – aus Liebe zu ihrer Heimat Jemen: Bereits im 19. Jahrhundert erforschten insbesondere deutsche Wissenschaftler altsüdarabische Geschichte und Sprachen – und hinterließen wichtige Erkenntnisse und Literatur in deutscher Sprache. „Dazu wollte ich so früh wie möglich Zugang haben“, so die Archäologin.

Ohne den DAAD hätte ich nicht studieren können.
Amida Sholan

Amida Sholan zog es seit jeher nach Deutschland – aus Liebe zu ihrer Heimat Jemen: Bereits im 19. Jahrhundert erforschten insbesondere deutsche Wissenschaftler altsüdarabische Geschichte und Sprachen – und hinterließen wichtige Erkenntnisse und Literatur in deutscher Sprache. „Dazu wollte ich so früh wie möglich Zugang haben“, so die Archäologin.

1964 wurde Amida Sholan in Taiz, Jemen geboren. Während mehr als zwei Drittel der Frauen Analphabetinnen waren, ging sie 1989 bis 1992 als DAAD-Stipendiatin an die Yarmuk-Universität in Jordanien, um jemenitische Altertumswissenschaft zu studieren. Ein erster Schritt in Richtung Deutschland, denn die Uni pflegte einen Austausch mit deutschen Wissenschaftlern.

„Ohne den DAAD hätte ich nicht studieren können“, resümiert sie. Auch nicht ohne das Verständnis ihres Mannes. Dieser hatte auch nichts dagegen, als seine Frau 1995, nach kurzer Dozententätigkeit an der Uni Sanaa, an der Universität Marburg promovieren wollte. 1999 kehrte Amida Sholan zunächst als außerplanmäßige, ab 2005 als außerordentliche Associate Professorin für Altertümer und antike Sprachen an die Universität Sanaa zurück.

Anfang 2008 unterbrach sie ihre dortige Lehrtätigkeit, um in der Kulturabteilung der Botschaft Jemen in Berlin zu arbeiten. Als beigeordnete Attachée für akademische Angelegenheiten und Verwaltungsfragen betreute sie jemenitische Studierende in Deutschland – und empfahl ihnen, die Zeit optimal zu nutzen und viele Kontakte zu knüpfen. Obwohl Amida Sholan gerne in Berlin lebte, hatte sie immer Heimweh nach Sanaa. 2011 kehrte sie deshalb an die Universität Sanaa zurück, nahm jedoch von September 2013 bis September 2015 eine Auszeit und forschte an der Kommission für Archäologie Außereuropäischer Kulturen, einer eigenständigen Forschungsabteilung des Deutschen Archäologischen Instituts, in Bonn.

Dass der Archäologie-Professorin ihre Heimat am Herzen liegt, zeigt auch ihre „Schadensbilanz“, die sie angesichts des anhaltenden Bürgerkriegs im Juni 2015 auf dem Internetportal Quantara.de zog. Sholan beschrieb die Zerstörung bedeutender historischer Gebäude und Kulturdenkmäler im Jemen und machte deutlich: Die Liste der Kriegsschäden ist lang – und das verbliebene zivilisatorische Kulturgut weiterhin in Gefahr. „Je weiter sich der aktuelle Konflikt ausweitet, desto gefährdeter sind Altstädte und andere historische Orte, an denen sich Kampfgruppen verschanzen – mit katastrophalen Folgen“, schrieb die Expertin, die seit 2013 deutsche Staatsbürgerin ist und aufgrund der politischen Situation im Jemen in Deutschland lebt.

Stand: 2015-09-22