Von Anfang an

DAAD/Lichtenscheidt

1922 besucht ein Student aus Heidelberg die USA und organisiert in New York Stipendien für seine Kommilitonen. Aus dieser Initiative heraus entsteht der DAAD. Eine Erfolgsgeschichte.

2015

Im Januar tritt die neue Organisationsstruktur in Kraft. Die Aufgaben des DAAD werden fortan im Rahmen eines prozessorientierten Aufbaus in den Abteilungen „Stipendien“, „Projekte“, „Strategie“, „Kommunikation“, „Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit“ und „Zentrale Verwaltung“ bewältigt. Ziel dabei ist es, sowohl die individuelle Förderung von Studierenden, Graduierten, Doktoranden und Wissenschaftlern als auch die Unterstützung von Hochschulpartnerschafts- und Strukturprogrammen noch professioneller und effizienter zu betreiben. Die neue Organisationsstruktur ermöglicht es außerdem, das spezifische Wissen des DAAD zu bündeln, aufzubereiten und an die Mitgliedshochschulen und ihre Studierendenschaften sowie an Entscheidungsträger in der Politik weiterzugeben.

Der DAAD begeht sein 90-jähriges Jubiläum, unter anderem mit einem Festakt in der Akademie der Künste in Berlin im Juni. Bundesaußenminister Steinmeier nimmt an der Veranstaltung mit zahlreichen Gästen teil und spricht das Grußwort.

Um Flüchtlingen aus Syrien und anderen Krisengebieten, die in großer Zahl nach Deutschland kommen, den Zugang zu den Hochschulen zu erleichtern, legt der DAAD mit Förderung des BMBF ein auf vier Jahre angelegtes Maßnahmenpaket auf. Damit sollen die Kompetenzen und Qualifikationen von Flüchtlingen fundiert ermittelt, ihre Studierfähigkeit sichergestellt und ihre Integration an den Hochschulen nachhaltig gefördert werden. Erste Programme werden im Dezember ausgeschrieben.

Ende November startet die neue Kampagne „studieren weltweit – ERLEBE ES!“, die deutsche Studierende zu einem Auslandsaufenthalt motivieren soll. Sie löst die Kampagne „Go Out“ ab.

2014

Im April wird in Istanbul die Türkisch-Deutsche Universität (TDU) von Bundespräsident Joachim Gauck und seinem türkischen Amtskollegen Abdullah Gül im Beisein von Bildungsministerin Prof. Johanna Wanka und DAAD-Generalsekretärin Dr. Dorothea Rüland offiziell eröffnet. Im September geht die erste Deutsch-Russische Universität in Kasan an den Start. Das „German-Russian Institute of Advanced Technologies“ (GRIAT) nimmt mit vier ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen in Kasan den Lehrbetrieb auf. Die offizielle Eröffnung wird von der Generalsekretärin des DAAD, dem tatarischen Staatspräsidenten Rustam Minnikhanov und dem stellvertretenden russischen Bildungsminister Alexander Pavalko vollzogen.

Intern ist das Jahr der Vorbereitung einer umfassenden Reorganisation des DAAD gewidmet, die zu Beginn des Folgejahres in Kraft tritt.

2013

Im April präsentiert der DAAD die „Strategie 2020“ und gibt die wichtigsten Ziele für die kommenden Jahre bekannt: Bis 2020 sollen 50% eines Absolventenjahrganges während ihres Studiums substanzielle Auslandserfahrungen gesammelt haben. Außerdem sollen bis zum Jahr 2020 350.000 ausländische Studenten an deutschen Hochschulen studieren.

Eine neue Komponente gewinnt die strategische Ausrichtung des DAAD mit der Fokussierung auf den Bereich „Wissen für Wissenschaftskooperationen“. Der DAAD wird seine fachliche und regionale Expertise einsetzen, um „Akteure in Bildung, Wissenschaft und Kultur“ bei der Entscheidungsfindung zu unterstützen.

2012

Mit der Eröffnung des Deutschen Wissenschaftszentrums (DWZ) in Kairo bekräftigen DAAD und Auswärtiges Amt ihre Entschlossenheit zur Fortsetzung der Transformationspartnerschaft mit Ägypten.

DAAD und GIZ vereinbaren eine „Strategische Partnerschaft“.

Da zwischen Hochschulbildung und nachhaltiger Entwicklung ein enger Zusammenhang besteht, wollen DAAD und GIZ ihre Aktivitäten auf diesen Gebieten künftig enger koordinieren.

25 Jahre nach seiner Einführung verzeichnet das ERASMUS-Programm in Deutschland einen Teilnehmer-Rekord: Mehr als 25.000 Studierende aus Deutschland haben im Hochschuljahr 2010/11 einen Teil ihres Studiums als ERASMUS-Stipendiaten im Ausland verbracht. Weitere 5.000 Studierende absolvierten im Rahmen von ERASMUS ein Auslandspraktikum, so dass die Gesamtzahl der Teilnehmer auf über 30.000 ansteigt.

2011

Der DAAD unterstützt den Demokratisierungsprozess in der arabischen Welt durch die „Transformationspartnerschaften“ mit Tunesien und Ägypten. Das gleichnamige Programm ermöglicht eine maximal dreijährige Projektförderung in allen Fachbereichen.

Die Mitliederversammlung wählt im Juni Frau Professor Dr. Margret Wintermantel zur neuen DAAD-Präsidentin. Margret Wintermantel amtiert noch als Präsidentin der HRK und tritt ihr neues Amt am 1. Januar 2012 an. Zum Vizepräsidenten wird Professor Dr. Joybrato Mukherjee gewählt, seit 2009 Präsident der Universität Gießen.

Die bisherige DAAD-Präsidentin, Frau Professor Dr.-Ing. Dr. Sabine Kunst, hatte ihr Amt nach ihrer Ernennung zur Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg im Februar niedergelegt.

Deutschland verbessert seine Position im globalen Wettbewerb um die besten Köpfe: Mit einem Anteil von 6,3 % belegt Deutschland den dritten Platz bei der Zahl der Studierenden, die im Ausland studieren. Erstmals sind mehr als eine Viertelmillion Gaststudenten an deutschen Hochschulen eingeschrieben. DAAD-Präsidentin Wintermantel bekräftigt das Ziel, die Zahl der internationalen Studierenden in Deutschland „bis zum Ende dieses Jahrzehnts um 100.000 Studierende zu steigern“.

2010

Das Jahr beginnt für den DAAD mit einem schweren Verlust: Am 21. Februar verstirbt nach langer Krankheit DAAD-Präsident Professor Dr. Stefan Hormuth im Alter von 60 Jahren.

Am 29. Juni wählt die Mitgliederversammlung Frau Professor Dr.-Ing. Dr. Sabine Kunst zur neuen Präsidentin. Damit steht ab dem 1. Juli 2010 erstmals eine Frau an der Spitze des DAAD.

Am 30. September endet nach zwanzig Jahren die Amtszeit von Generalsekretär Dr. Christian Bode. Einige Eckdaten zur Bilanz seiner Amtszeit:  1990 wurden bei einem Haushaltsvolumen von 263,2 Mio. DM 38.883 Personen gefördert, 2009 waren es 66.953 Menschen, davon 25.264 Deutsche und 41.689 Ausländer, bei einem Haushaltsvolumen von 347,9 Mio. EUR. Die Gesamtzahl aller Stellen erhöhte sich von 344 auf 783.

Am 1. Oktober tritt Dr. Dorothea Rüland ihr Amt als Generalsekretärin an. Bevor Dr. Dorothea Rüland 2008 zum Internationalen Zentrum der Freien Universität Berlin wechselte, war sie stellvertretende Generalsekretärin des DAAD. Zuvor hatte sie nach einem Studium der Fächer Germanistik, Geschichte und Musikwissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg verschiedene Arbeitseinheiten im DAAD und zeitweilig die DAAD-Außenstelle Jakarta geleitet.

„PROMOS“ wird zum wichtigen Bestandteil der Internationalisierungsstrategie des DAAD. Das „Programm zur Mobilität von deutschen Studierenden und Doktoranden“ stellt ein besonders flexibles Instrument zur Mobilitätsförderung dar, denn die Hochschulen können die Stipendien selbst vergeben und eigene Schwerpunkte bei der Verwendung der Mittel setzen.

2009

Der DAAD eröffnet zwei Fachzentren in Südafrika und Namibia und setzt damit die 2008 vom Auswärtigen Amt eingeleitete „Aktion Afrika“ fort.

In Südafrika wird an der University of the Western Cape in Kapstadt das Südafrikanisch-Deutsche Fachzentrum für Entwicklungsforschung und Strafjustiz eröffnet. Die Feier findet im Beisein von Friedensnobelpreisträger Erzbischof Desmond Tutu statt.

Anlässlich der Irakreise von Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier unterzeichnen DAAD-Generalsekretär Dr. Christian Bode und der irakische Bildungsminister Dr. Abid Thyab Al-Ajeeli im Februar ein Abkommen zur „Strategischen Akademischen Partnerschaft“.

Im Oktober gratuliert der DAAD der Schriftstellerin Herta Müller zur Verleihung des diesjährigen Literaturnobelpreises. Die in Rumänien geborene deutsche Autorin wurde mehrfach als Gastdozentin vom DAAD gefördert. Herta Müller nimmt den Preis im Dezember in Stockholm entgegen.

Ruth Ziervogel-Tamm, die erste Geschäftsführerin des DAAD, verstirbt im April im Alter von 98 Jahren.

2008

Zu Beginn des Jahres formuliert der neue Präsident des DAAD, Professor Dr. Stefan Hormuth konkrete Zielvorgaben für die Internationalisierung des Bildungsstandortes Deutschland: Bis 2012 soll jeder zweite deutsche Studierende eine „substanzielle Auslandserfahrung“ machen. Die Zahl der deutschen Studierenden im Ausland soll um 25.000 auf über 100.000 gesteigert werden, die der ausländischen Studierenden in Deutschland soll im gleichen Zeitraum auf 300.000 erhöht werden.

Ein neuer regionaler Schwerpunkt wird mit dem Programm „A New Passage to India“ gesetzt. Das Programm soll dazu beitragen, die Austauschbeziehungen zwischen Deutschland und Indien zu intensivieren und das starke Ungleichgewicht zu verringern, das den akademischen Austausch zwischen beiden Ländern kennzeichnet.

2007

Professor Dr. Stefan Hormuth, seit 1997 Präsident der Justus-Liebig-Universität Gießen, wird zum Nachfolger von Professor Dr. Theodor Berchem im Amt des DAAD-Präsidenten gewählt. Professor Dr. Theodor Berchem wird am 11. Dezember nach zwanzigjähriger Amtszeit feierlich verabschiedet.

DAAD-Generalsekretär Dr. Christian Bode nimmt am 29. Mai in Minneapolis den Cassandra Pyle Award der Association of International Educators entgegen und wird damit für seine Verdienste um den internationalen akademischen Austausch geehrt. In seiner Dankesrede erinnert Generalsekretär Dr. Bode an die Schlüsselrolle der USA bei der Gründung des DAAD und betont, dass die globalen Herausforderungen der Zukunft nur von Führungskräften bewältigt werden können, die bereits während ihrer akademischen Ausbildung eine interkulturelle Perspektive gewonnen haben.

2006

Das Jahr steht im Zeichen der Fußball-WM, die in Deutschland stattfindet. Der DAAD nimmt das große Geschehen vorweg und organisiert den „Akademischen Fußball-Cup“, der parallel zu einem Stipendiatentreffen im April in Köln stattfindet.

Am 19. September wird an der Humboldt-Universität in Berlin die Kampagne „go out! studieren weltweit“ eröffnet. Das Kampagnenteam besucht mit dem go-out-Infomobil Hochschulen im gesamten Bundesgebiet, um für studienbezogene Auslandsaufenthalte zu werben.

Die zahlreichen Fortbildungsveranstaltungen des DAAD werden zum 1. August in der Internationalen DAAD-Akademie (IDA) zusammengefasst.

2005

Der DAAD verstärkt seine Präsenz in Nordamerika und China.
Im April werden in der Außenstelle New York die Verbindungsbüros von sieben Hochschulkonsortien eröffnet, in denen sich 35 deutsche Universitäten und Fachhochschulen zusammengeschlossen haben.

Mit der Einrichtung eines Zentrums für Deutschlandstudien an der Universität Peking soll das deutschlandkundliche Wissen in China gefördert werden. Das neue Zentrum besteht aus 20 chinesischen Hochschullehrern, die größtenteils in Deutschland promoviert oder geforscht haben.

2004

Eine eindrucksvolle Bestätigung erfährt die Arbeit des DAAD mit der

Verleihung des Friedensnobelpreises an die stellvertretende kenianische Umweltministerin.

Die DAAD-Alumna Wangari Maathai wird als erste Afrikanerin mit dem Preis ausgezeichnet.

Am zweiten Weihnachtstag verwüstet ein Tsunami weite Teile der Küstenregionen in Süd- und Südostasien. Der DAAD stellt aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft 400.000 Euro zusätzlich zur Verfügung und ermöglicht damit 400 mittellos gewordenen Flutopfern die Fortsetzung ihres Studiums.

2003

Mit zahlreichen Veranstaltungen feiert der DAAD das vierzigjährige Jubiläum des Elysée-Vertrages und der Gründung der Außenstelle Paris.

In Hanoi wird eine neue Außenstelle eröffnet. Leiterin ist Frau Dr. Christa Klaus.

Zwei Jahre nach der Grundsteinlegung nimmt im Oktober die „German University in Cairo“ (GUC) ihren Lehrbetrieb auf.

Das Hauptgebäude des DAAD präsentiert sich in neuem Gewand: Am 25. September feiern die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Fertigstellung der neuen DAAD-Fassade.

2002

Der DAAD reagiert auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 mit zahlreichen Maßnahmen, die den Dialog mit der islamischen Welt intensivieren sollen. Im Mittelpunkt steht der „Stabilitätspakt Afghanistan“. Der DAAD erhält den Auftrag, den akademischen Wiederaufbau in Afghanistan zu koordinieren.

Im Juni eröffnen DAAD-Präsident  Professor Dr. Theodor Berchem und Bundesministerin Edelgard Bulmahn in Berlin die Initiative „Go East ─ Studium, Forschung, Praktikum in Osteuropa und in den Ländern der GUS“.

2001

DAAD und HRK gründen zum 1. Januar unter der Bezeichnung „GATE-GERMANY“ ein Konsortium für internationales Hochschulmarketing.

Das Konsortium unterstützt und koordiniert die internationalen Marketingaktivitäten seiner Mitgliedshochschulen. Seine Geschäftsstelle wird mit dem Sekretariat der Konzertierten Aktion „Hi!Potentials“ in der neuen Arbeitsstelle „Internationales Marketing für Bildung und Forschung“ im DAAD eingerichtet. Leiter der Arbeitsstelle ist Dr. Rolf Hoffmann. DAAD-Vizepräsident Professor Dr. Max G. Huber, seit 1998 Beauftragter der Bundesregierung für das Internationale Hochschulmarketing, ist Sprecher des Konsortiums.

Ende August wird die neue DAAD-Außenstelle in Mexiko City eröffnet. Erste Leiterin der Außenstelle ist Dr. Anette Pieper.

Am 21. Oktober wird in Kairo der Grundstein der „German University in Cairo“ gelegt.

2000

Der DAAD feiert sein 75. Jubiläum. Auf der DAAD-Jahrespressekonferenz im Juni präsentiert Generalsekretär Dr. Christian Bode die Festschrift „Spuren in die Zukunft“. Es folgt ein offizieller Festakt im Haus der Kulturen der Welt, an dem u.a. Edelgard Bulmahn, Bundesministerin für Bildung und Forschung teilnimmt. 

Im Juni verabschiedet die Mitgliederversammlung das „Zweite Aktionsprogramm“ zur Förderung der Internationalisierung des Hochschulstandortes Deutschland. Am 30. Oktober verabschiedet die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung die Konzertierte Aktion „Internationales Marketing für den Bildungsstandort Deutschland“. Mit Unterstützung aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft soll eine weltweite Dachkampagne mit dem Titel „Qualified in Germany“ organisiert werden.

Im November finden die ersten Deutsch-Französischen Hochschultage statt.

1999

Am 31. Januar verstirbt Dr. Karl Roeloffs, der den DAAD von 1979 bis 1990 als Generalsekretär leitete, im Alter von 72 Jahren.

Die Zahl der Geförderten steigt erstmals auf über 60.000 Personen, davon 25.817 Ausländer und 34.237 Deutsche.

Am 19. Juni unterzeichnen 30 europäische Staats-und Regierungschefs die sogenannte Bologna-Erklärung zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Hochschulraumes, der bis 2010 verwirklicht werden soll. Die Förderung der studentischen Mobilität und die Einrichtung kompatibler Studiengänge und -Abschlüsse sind die wichtigsten Komponenten des „Bologna-Prozesses“.

Im September veranstaltet der DAAD in Bonn eine Tagung zum Internationalen Hochschulmarketing mit Teilnehmern aus Hochschulen, Ministerien, Wissenschaft und Wirtschaft. DAAD-Vizepräsident Professor Dr. Max G. Huber formuliert in seinem Memorandum „Qualified in Germany – eine Initiative für das 21. Jahrhundert“ Leitlinien für die internationalen Marketingaktivitäten der deutschen Hochschulen.

1998

Die Bildungsminister Frankreichs, Deutschlands, Italiens und Großbritanniens verabschieden die sogenannte „Sorbonne-Erklärung“, die eine Harmonisierung der bestehenden Hochschulstrukturen zum Ziel hat. Im Anschluss beginnt die Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen an deutschen Hochschulen. Die neuen Studiengänge sind wesentlicher Bestandteil eines einheitlichen europäischen Hochschulraumes, dessen Schaffung im kommenden Jahr mit der Bologna-Erklärung europäischer Staats-und Regierungschefs eingeleitet wird. Gemeinsam mit HRK und Stifterverband organisiert der DAAD in Bonn vier internationale Konferenzen zu diesem Thema.

Am 9. Juni wird mit einer Feier in der Großen Aula der Warschauer Handelshochschule die Außenstelle Warschau offiziell eröffnet.

DAAD-Vizepräsident Professor Dr. Max G. Huber wird zum Beauftragten der Bundesregierung für das internationale Hochschulmarketing ernannt.

1997

Zwei neue Programme verbessern das internationale Studienangebot an deutschen Hochschulen: Im Programm „Auslandsorientierte Studiengänge“ werden Studiengänge gefördert, die englischsprachige Lehrveranstaltungen enthalten und Auslandsaufenthalte in den regulären Studienverlauf integrieren. Das „Master-Plus-Programm“ ermöglicht Ausländern, die in ihrer Heimat bereits einen Hochschulabschluss erworben haben, in Deutschland einen Magister- oder Masterstudiengang anzuschließen.

Das Programm „Partnerschaften mit Hochschulen in Entwicklungsländern („Südpartnerschaften“) stärkt das entwicklungspolitische Engagement des DAAD.  

1996

Der DAAD beteiligt sich intensiv an der Diskussion über den Bildungsstandort Deutschland und verabschiedet das „Aktionsprogramm zur Förderung des Studiums von Ausländern an deutschen Hochschulen“. Dessen Empfehlungen konzentrieren sich darauf, die deutschen Hochschulen für internationale Nachwuchskräfte attraktiver zu machen.

Mit einer Festveranstaltung an der Humboldt Universität endet im Dezember ein „DAAD-spezifisches“ Kapitel der Wiedervereinigung: Die Arbeitsstelle Berlin-Mitte wird aufgelöst. 477 von 488 Stipendiaten der früheren DDR beenden ihr Studium erfolgreich, 27 davon mit einem Doktorgrad. Die DDR-Stipendiaten erzielen nach der Wiedervereinigung insgesamt eine Erfolgsquote von über 90%.

Ein regionaler Schwerpunkt des Jahres liegt in Bosnien-Herzegowina. Nach dem Friedensabkommen von Dayton unterstützt der DAAD die Region durch eine erhebliche Ausweitung seiner Förderprogramme.

1995

Am 20. April wird die DAAD-Außenstelle in Peking offiziell eröffnet. Damit setzt der DAAD ein Zeichen für die wachsende ökonomische und politische Bedeutung Asiens. Erster Leiter der neuen Außenstelle ist Dr. Hansgünther Schmidt.

Am 20. Juni bestätigt die Mitgliederversammlung Professor Dr. Theodor Berchem als DAAD-Präsidenten und wählt Professor Dr. Max G. Huber, Rektor der Universität Bonn, zum Nachfolger des bisherigen Vizepräsidenten  Professor Dr. Jürgen Salzwedel.

Am 7. Dezember wird der neue DAAD-Erweiterungsbau, die „Spange“, eingeweiht. Sie verbindet das Wissenschaftszentrum mit dem Hauptgebäude. Damit sind alle Bonner Mitarbeiter des DAAD unter einem Dach untergebracht.

1994

Unter Einschluss der früheren DDR-Programme fördert der DAAD über 12.600 Stipendiaten in Mittel-und Osteuropa, davon 8.641 Ausländer und 3.371 Deutsche. Der politische Wandel hat damit zu einer Vervierfachung des Austauschs mit dieser Region im Vergleich zum Stand von 1984 geführt.

Im März verstirbt Dr. Hubertus Scheibe, 1955 bis 1979 Generalsekretär des DAAD, im Alter von fast 80 Jahren.

1993

Im Januar nimmt die Außenstelle Moskau ihre Arbeit auf. Sie wird von Dr. Gregor Berghorn geleitet. Ihre Zuständigkeit erstreckt sich auf die Nachfolgestaaten der Sowjetunion und damit auf ein Gebiet mit über 900 Hochschuleinrichtungen und elf Zeitzonen.

Am 29. Juni schließen sich in Brüssel die wichtigsten europäischen Austauschorganisationen zur Academic Cooperation Association (ACA) zusammen. Gründungsmitglied auf deutscher Seite ist der DAAD. Generalsekretär Dr. Christian Bode wird zu einem der Vizepräsidenten der ACA gewählt.

Die „Abwicklung“ der DDR-Programme verläuft sehr erfolgreich. Von ca. 11.000 Geförderten, die 1990/91 übernommen wurden, werden noch etwa 3.200 Personen betreut. 759 von 863 ausscheidenden Stipendiaten erreichen im Berichtsjahr den angestrebten Abschluss.

Aus Sondermitteln des Auswärtigen Amtes in Höhe von 13 Mio. DM wird das MOE-Sonderprogramm „Deutsche Sprache in Mittel-und Osteuropäischen Staaten“ aufgelegt. Im Rahmen des Sonderprogramms werden an 23 Fachbereichen deutschsprachige Fachstudiengänge eingerichtet.

1992

Im Juni beschließt der Bundestag, den Sitz der Regierung nach Berlin zu verlegen. Der DAAD-Vorstand entscheidet sich für den Verbleib der Geschäftsstelle in Bonn.

Der Integrationsprozess der ehemaligen DDR-Hochschulen ist formal abgeschlossen. Alle ostdeutschen Hochschulen sind Mitglieder des DAAD und alle DAAD-Programme für ostdeutsche Hochschulen geöffnet.

Zahlreiche ausländerfeindliche Vorfälle belasten das politische Klima in der Bundesrepublik. In einer Anzeigenkampagne und in einem gemeinsamen Aufruf der deutschen Wissenschaftsorganisationen appelliert der DAAD für Weltoffenheit und Toleranz.

1991

Die Integration der ostdeutschen Hochschulen beginnt. 28 Hochschulen und 14 Studentenschaften aus den neuen Bundesländern werden bis Jahresende in den DAAD aufgenommen, darunter die Humboldt Universität Berlin, die Technische Universität Dresden und die Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald.

Für die Hochschulen der früheren DDR werden zahlreiche Sonderprogramme aufgelegt. Das Programm „Westpartnerschaften“ ermöglicht den ostdeutschen Hochschulen die Fortführung ihrer Kontakte zu Hochschulen in westlichen  Ländern.

Die deutsche Einheit führt zu einem erheblichen Budgetzuwachs: Das Auswärtige Amt erhöht seine Zuwendungen von 164,4 auf 226,0 Mio. DM, das Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft von 48,0 auf 61,6 Mio. DM.

Mit der Auflösung der Sowjetunion Ende 1991 erreicht der politische Wandel in Osteuropa einen Höhepunkt, der auch die Austauschbeziehungen mit der betroffenen Region erheblich beeinflusst.

1990

Der DAAD erlebt einen Wechsel im Amt des Generalsekretärs und trägt zur Gestaltung der der deutschen Wiedervereinigung bei.

Am 1. August tritt Dr. Christian Bode, bisheriger Generalsekretär der Westdeutschen Rektorenkonferenz, die Nachfolge von Dr. Karl Roeloffs an, der am 31. Juli in den Ruhestand getreten war.

Der DAAD bietet die Öffnung seiner Programme für die Hochschulen der DDR und die Erweiterung der Auswahlkommissionen durch ostdeutsche Professoren an.

Die Austauschprogramme der DDR werden fortgeführt.

Damit übernimmt der DAAD ca. 8.000 ausländische Stipendiaten in Ostdeutschland und ca. 1.600 deutsche Stipendiaten der früheren DDR, die hauptsächlich in osteuropäischen Ländern studieren. Die Betreuung dieser Programme ist Aufgabe der „Arbeitsstelle Berlin-Mitte“, die am 4. Oktober von Präsident Professor Dr. Berchem und Generalsekretär Dr. Bode eröffnet wird.

1989

Das Jahr wird von dramatischen politischen Entwicklungen beherrscht:

Der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung in China folgen die weitgehend friedlichen Umbrüche in Polen, Ungarn, und der DDR, die im folgenden Jahr zur Wiederherstellung der deutschen Einheit führen.

Schon vor dem Mauerfall werden die „Arbeitspläne“ des innerdeutschen Kulturabkommens obsolet. 556 westdeutsche Hochschulangehörige nehmen außerhalb der vereinbarten Quoten an Kontakten mit der DDR teil; dies entspricht etwa einer Verfünffachung des ursprünglich geplanten Volumens. 491 von ihnen besuchen die DDR im Rahmen von studentischen Gruppenreisen. Die DDR entsendet 269 Hochschulangehörige zu Kurzaufenthalten und 64 Personen zu Studienaufenthalten von bis zu sechs Monaten.

Nach dem Fall der Mauer betont DAAD-Präsident Berchem die politische Bedeutung der Hochschulkooperation mit der DDR. Sie müsse der Stärkung der Reformbewegung dienen.

Auf die Vorgänge in der Volksrepublik China reagiert die Mitgliederversammlung im Juni mit einem Appell an die chinesische Führung, auf weitere Repressalien zu verzichten.

1988

Im Januar tritt Professor Dr. Theodor Berchem, bisheriger Präsident der Westdeutschen Rektorenkonferenz, sein Amt als neuer DAAD-Präsident an.

Damit der DAAD die Austauschbeziehungen mit der DDR übernehmen kann, muss seine Satzung geändert und das Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen ins Kuratorium aufgenommen werden. Am 28. Juni stimmt die Mitgliederversammlung dieser Änderung zu. Der DAAD ist nun für die „Pflege der akademischen Beziehungen zum Ausland und zur Deutschen Demokratischen Republik“ verantwortlich.

Mit Wirkung zum 1. Januar werden die DAAD-Vertretungen in Rio de Janeiro, Nairobi, Tokio und San José, die bisher den Status von „Programm-Beauftragten-Büros“ besaßen, in reguläre Außenstellen umgewandelt.

1987

Der DAAD wird Nationale Agentur für das ERASMUS-Programm der EU. 

Er verwaltet Fördergelder, die für den Aktionsbereich 2 – „Förderung der studentischen Mobilität“ – vorgesehen sind. Im ersten Jahr schätzt der DAAD die Teilnehmerzahl auf 1.000 Personen und schließt 102 Zuwendungsverträge mit den ERASMUS-Beauftragten der Hochschulen ab.

Auf der Grundlage des Kulturabkommens von 1986 vereinbaren die Bundesrepublik und die DDR im November feste Austauschquoten für 1988 und 1989.

Der DAAD erweitert sein Programmangebot durch die „Aufbaustudiengänge mit entwicklungsländerbezogener Thematik“.

1986

Erstmals wird eine vertragliche Vereinbarung zum akademischen Austausch zwischen den beiden deutschen Staaten geschlossen.

Am 6. Mai schließen die Bundesrepublik und die DDR ein Abkommen über die kulturelle Zusammenarbeit und vereinbaren den Austausch von Wissenschaftlern und Studierenden.

Die UdSSR erklärt sich bereit, (west)deutsche Lektoren an sowjetischen Hochschulen zuzulassen. Der erste DAAD-Lektor, der im Studienjahr 1986/87 in die UdSSR entsandt wird, ist Dr. Peter Hiller, der spätere Leiter der Außenstellen Moskau und Warschau.

1985

Vor dem Hintergrund weltweiter Proteste gegen das Apartheid-Regime diskutiert der DAAD seine Förderprogramme für Südafrika. Der Vorstand unterstützt die Bemühungen der Bundesregierung um ein neues Kulturabkommen, das eine stärkere Partizipation der schwarzen Bevölkerung ermöglichen soll.

Am 8. Januar wird das DAAD-Büro in San José, Costa Rica, eröffnet. Es hat die Aufgabe, das Sonderprogramm zur Förderung von Hochschulen in Zentralamerika zu koordinieren. Das Programm soll den wissenschaftlichen Austausch zentralamerikanischer Universitäten untereinander fördern und deren Fachkräftepotential durch eine verbesserte Fortbildung jüngerer Forscher stärken.

Die Außenstellen in New Delhi und Kairo feiern ihr 25-jähriges Bestehen.

1984

Das neue Förderprogramm mit der Bezeichnung „Sprache und Praxis in Japan“ soll das Land für deutsche Studierende attraktiver machen. Die Stipendien kombinieren eine intensive Sprachausbildung mit einem einjährigen Praktikum in einem japanischen Unternehmen.

1983

Der DAAD setzt sich erfolgreich für eine Lockerung ausländerrechtlicher Bestimmungen ein, die den akademischen Austausch behindern.

In Verhandlungen mit dem Auswärtigen Amt, der Landesinnenminister­konferenz und der KMK erreicht der DAAD, dass für ausländische Studienbewerber eine befristete Ausnahmeregelung eingeführt wird, die den Bewerbern die Einreise auch ohne vorherigen Zulassungsbescheid der Hochschule gestattet.

1982

Der Aufwärtstrend bei den Integrierten Auslandsaufenthalten hält an; die Gefördertenzahl steigt von 490 auf 553. Regionale Schwerpunkte des Programms sind die USA mit 177 und Frankreich mit 128 Teilnehmern.

Eine wesentliche Verbesserung erzielt der DAAD beim Praktikantenaustausch mit den USA. Aufenthalts-und Arbeitsgenehmigungen für deutsche Praktikanten werden künftig vom International Education Exchange (CIEE) beschafft. Damit entfällt eine der größten bürokratischen Hürden für die Praktikantenvermittlung in die USA.

1981

Die Tradition einer organisierten Alumnikultur  wird wiederbelebt.   

Am 24. November schließen sich Freunde und ehemalige Stipendiaten zur „Vereinigung Ehemaliger und Freunde des Deutschen Akademischen Austauschdienstes e.V.“ zusammen. Damit gibt es erstmals seit 1927 wieder einen Alumniverein.

Die Außenstelle New York feiert ihr zehnjähriges Bestehen. An der Feier nimmt neben zahlreichen ehemaligen Stipendiaten und Vertretern amerikanischer Hochschulen auch die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Frau Hildegard Hamm-Brücher, teil.

Die Erweiterung des Dienstgebäudes in der Kennedyallee 50, das um ein Stockwerk erhöht wurde, wird abgeschlossen.

1980

Am 18. Juni verabschiedet der Bundestag einen Beschluss zum Auslandsstudium. Danach soll der DAAD „über seine Aufgaben bei der Vergabe von Stipendien hinaus zu einer umfassenden Beratungsstelle für alle interessierten Studenten und Wissenschaftler werden“. Besondere Unterstützung verdiene das Programm der Integrierten Studiengänge.

Der Vorstand beschließt, dass staatlich anerkannte private Fachhochschulen in die Förderprogramme des DAAD einbezogen werden können.

Die ersten vier Ausgaben der Nachkontaktzeitschrift „LETTER“ erscheinen.

1979

Die Mitgliederversammlung wählt am 11. Juni Professor Dr. Hansgerd Schulte erneut zum Präsidenten. Vizepräsident wird Professor Dr. Jürgen Salzwedel von der Universität Bonn. Dr. Hubertus Scheibe, seit 1955 als Generalsekretär des DAAD, tritt in den Ruhestand und wird von Dr. Karl Roeloffs abgelöst. Hubertus Scheibe wird bei seiner Verabschiedung von Staatsministerin Hildegard Hamm-Brücher mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

1978

Mit den „Integrierten Auslandsstudien“ entwickelt der DAAD ein zukunftsweisendes Fördermodell: Der Auslandsaufenthalt wird in den regulären Studienverlauf integriert, so dass die Regelstudienzeit kein Hindernis mehr für die akademische Mobilität bedeutet.

Erstmals bereist eine DAAD-Delegation unter der Leitung von Präsident Hansgerd Schulte die Volksrepublik China, nachdem deren Führung beschlossen hatte, das Land unter dem Motto „Frühling der Wissenschaften“ für den akademischen Austausch zu öffnen.

Die Außenstelle in Tokio nimmt ihre Arbeit auf.

1977

Kürzungen im Kulturfond des Auswärtigen Amtes führen zur Streichung aller Ferien- und Sprachkursstipendien. Diese Maßnahme löst große Enttäuschung in den betroffenen Ländern aus.

Die Außenstelle London feiert ihr 25-jähriges Jubiläum. Am 4. März findet in der Queen Elisabeth Hall in London eine Festveranstaltung statt, an der neben DAAD-Präsident Schulte und Botschafter von Hase auch Sir Robert Birley teilnimmt, der schon kurz nach dem Krieg wesentlich dazu beigetragen hatte, die akademischen Isolation Deutschlands zu beenden.

1976

Zum 1. April tritt eine neue Organisationsstruktur des DAAD in Kraft.

Im Programmbereich I werden überregionale Aufgaben  zusammengeführt (z.B. Betreuung, Information, IAESTE), während Programmbereich II, nach Regionen gegliedert, die „klassischen“ Felder Stipendien, Studienaufenthalte, Hochschullehreraustausch, Bildungshilfeprojekte und Sonderprogramme umfasst.

Mit der Einbeziehung der Fachhochschulen in das IAESTE-Programm beginnt deren Integration in die Fördermaßnahmen des DAAD.

Im Oktober wird die Ständige Arbeitsgruppe Deutsch als Fremdsprache (StADaF) gebildet. Ihr gehören neben dem DAAD Vertreter des Auswärtigen Amtes, des Goethe Instituts und der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen an. Die Arbeitsgruppe soll die Aktivitäten der Mittlerorganisationen im Bereich der Förderung der deutschen Sprache im Ausland koordinieren.

1975

Am 8. Oktober feiert der DAAD in der Aula der Universität Bonn den 50. Jahrestag seiner (ersten) Gründung 1925. Die Festreden werden von Bundespräsident Walter Scheel, DAAD-Präsident Professor Dr. Hansgerd Schulte und Professor Dr. Alfred Grosser gehalten.

Der DAAD entsendet einen Lektor nach Tokio, der dort die Aufgaben eines Koordinators wahrnehmen soll, und trifft erste Vorbereitungen für die Gründung einer Außenstelle in Japan.

1974

Die 1968 begonnene Integration der Pädagogischen Hochschulen kommt zum Abschluss. Am 23. Oktober stimmt die Mitgliederversammlung einer Satzungsänderung zu, mit der die Pädagogischen und Erziehungswissenschaftlichen Hochschulen der Länder Berlin, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig-Holstein als ordentliche Mitglieder in den DAAD aufgenommen werden. Die Pädagogischen Hochschulen Baden-Württembergs werden von den Hochschulen Freiburg, Heidelberg, Ludwigsburg und Weingarten vertreten.

1973

In Nairobi wird eine Koordinierungsstelle eingerichtet. Sie hat vor allem die Aufgabe, die Sur-Place-Stipendien des DAAD zu verwalten.

Im April beginnen die Arbeiten zum Bau des Wissenschaftszentrums an der Ahrstraße.

1972

Haushaltstechnisch wird das Jahr für den DAAD eine schwierige Zeit, da die Finanzverwaltung fast ganzjährig unter dem Vorbehalt der „Vorläufigen Haushaltsführung“ arbeiten muss. Daher können nur Ausgaben getätigt werden, die rechtsverbindlich oder „zur Aufrechterhaltung der Verwaltung“ unverzichtbar sind. Die angespannte Haushaltslage führt u.a. dazu, dass die Planungen für die Einrichtung von Außenstellen in Brasilien und Japan zurückgestellt werden.

1971

Am 1. April eröffnet der DAAD die Außenstelle New York. Ihr erster Leiter wird Roland Mohrmann.

Professor Dr. Hansgerd Schulte, bisheriger Leiter der Außenstelle Paris, wird auf der Mitgliederversammlung am 5. Juli zum neuen Präsidenten gewählt. Sein Stellvertreter wird Professor Peter Wapnewski.

Im Oktober wird in Rio de Janeiro eine DAAD-Koordinierungsstelle eingerichtet, die von dem damaligen DAAD-Lektor Dr. Friedhelm Schwamborn geleitet wird.

Der ungarische Schriftsteller George Tabori und der österreichische Schriftsteller Ernst Jandl sind Gäste des Berliner Künstlerprogramms.

1970

Der „Brain Drain“, also die Abwanderung deutscher Wissenschaftler ins Ausland, wird erstmals auch in der breiteren Öffentlichkeit debattiert.

Für den DAAD werden darüber hinaus Zulassungsbeschränkungen der Universitäten und die Folgen des Numerus Clausus für das Ausländerstudium zu wichtigen hochschulpolitischen Herausforderungen.

1969

Mit der Anschaffung der EDV-Anlage „N.C.R. 500“ beginnt beim DAAD das Zeitalter der elektronischen Datenverarbeitung.

1968

Auf der Kuratoriumssitzung im Juni erklären sich die Kultusminister der Länder damit einverstanden, die Pädagogischen Hochschulen und die Theologischen Hochschulen „in den Aufgabenbereich des DAAD“ aufzunehmen.

Bis zur Umsetzung dieses Grundsatzbeschlusses vergehen aber noch mehrere Jahre.

Im DAAD wird ein Referat eingerichtet, das die „Rückgewinnung“ deutscher Wissenschaftler, die im Ausland forschen, fördern soll.

1967

Die ordentliche Mitgliederversammlung wählt am 7. Juli einen neuen Vorstand, der im März des kommenden Jahres sein Amt antritt. Zum neuen Präsidenten des DAAD wird Professor Dr. Gerhard Kielwein gewählt. Vizepräsident wird Professor Dr. Franz Patat.

1966

Erstmals steigt die Zahl der deutschen Stipendiaten signifikant. 418 Jahresstipendien und 617 Kurzstipendien  werden vergeben, so dass sich die Gesamtzahl der Fördermaßnahmen für Deutsche auf 1035 erhöht. Dieser „Durchbuch“ ist auf erhöhte Mittelzuweisungen aus dem Bundesministerium des Inneren und auf die Unterstützung des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft zurückzuführen.

1965

Der DAAD bekommt einen Betriebsrat: Die Mitarbeiter votieren für die Einrichtung dieses Gremiums und wählen fünf Mitglieder in den sogenannten „Vertrauensrat“.

1964

Mit der Einrichtung des Berliner Büros am Kurfürstendamm kehrt der DAAD neunzehn Jahre nach Kriegsende wieder nach Berlin zurück.

Wichtigste Aufgabe des Berliner Büros ist die Betreuung des „Artists in Residence“-Programms der Ford Foundation, das der DAAD ab 1966 als Berliner Künstlerprogramm weiterführen wird. Außerdem organisiert das Büro Informationsseminare für ausreisende deutsche Stipendiaten.

1963

Am 16. Dezember eröffnet DAAD-Präsident Lehnartz in der rue de Verneuil im 7. Arrondissement im Beisein des deutschen Botschafters Klaiber die Außenstelle Paris. Unter den zahlreichen Gästen befindet sich auch der Dichter Paul Celan, der zu dieser Zeit als Lektor für die deutsche Sprache an der École Normale Supérieure arbeitet.

Der DAAD übernimmt auf Bitten der Ford Foundation deren Einladungsprogramm für Wissenschaftler und Künstler zu Gastaufenthalten in Berlin. Damit beginnt die Geschichte des Berliner Künstlerprogramms.

Das Kuratorium stimmt dem Plan zu, afrikanischen Studenten Sur-Place-Stipendien anzubieten, also Fördermaßnahmen, die an den Heimatschulen der Bewerber durchgeführt werden.

1962

Der DAAD bezieht den Neubau in der Kennedyallee 50, damals noch Am Frankengraben. Damit endet eine lange Phase des Platzmangels und der räumlichen Improvisation.

1961

Dr. Klaus Wyneken, der seit Anfang der fünfziger Jahre den Praktikantenaustausch im Rahmen von IAESTE beim DAAD betreut, wird auf der IAESTE-Jahresversammlung in Rom zum Generalsekretär gewählt und übernimmt sein neues Amt im Januar 1962 in Stockholm.

Im Dezember wird erstmals der “Rundbrief” an die DAAD-Stipendiaten “in aller Welt” verschickt. Er enthält Informationen zur Arbeit des DAAD,  Stipendiatenberichte und Nachrichten zur hochschulpolitischen Situation in Deutschland.

1960

Der DAAD feiert sein zehnjähriges Bestehen nach der Wiedergründung 1950. Die Feier findet in der Aula der Universität Bonn im Beisein von Bundespräsident Lübke und dem italienischen Botschafter, Dr. Peitro Quaroni statt.

Zum Ende des Jahres eröffnet der DAAD zwei neue Außenstellen in Kairo und New Delhi. Die Außenstelle New Delhi wird von Dr. Heßberger, die Außenstelle Kairo von Dr. Geisler geleitet. Da die regionale Zuständigkeit der Außenstelle Kairo die angrenzenden Staaten einschließt, trägt sie die offizielle Bezeichnung „DAAD-Near and Middle East Office“.

1959

Auf der Mitgliederversammlung vom 28. Februar werden Professor Dr. Emil Lehnartz zum Präsidenten und Professor Dr. Ernst Bizer zum Vizepräsidenten gewählt.

Am 30. Mai treffen die Bundesrepublik und die Sowjetunion ein Abkommen über den kulturellen und technisch-wirtschaftlichen Austausch. Die ersten Stipendiaten aus der UdSSR treffen im kommenden Jahr ein.

1958

Am 18. April wird auf der 2. (außerordentlichen) Mitgliederversammlung die neue Satzung des DAAD angenommen. Die wichtigste Neuerung besteht in der Einführung institutioneller Vereinsmitgliedschaften, während bisher nur Einzelpersonen dem DAAD angehören konnten. Nun gehören dem DAAD alle in der Westdeutschen Rektorenkonferenz zusammengeschlossenen Hochschulen an.

1957

Die Ford Foundation beauftragt den DAAD mit der Durchführung des von ihr gestifteten Ungarn-Programms. Mit dem Programm werden ungarische Hochschulangehörige unterstützt, die ihr Heimatland 1956 nach dem Einmarsch sowjetischer Truppen verlassen mussten.

Zu Weihnachten erscheint die erste Ausgabe der Zeitschrift „Souvenir“, die an ausländische DAAD-Alumni in aller Welt verschickt wird.

1956

Anfang November bezieht der DAAD neue Räume im “erweiterten Studentenhaus”, Nassestraße 11.

1955

Ruth Ziervogel-Tamm verlässt den DAAD und übernimmt die Geschäftsführung der Alexander von Humboldt Stiftung. Ihr Nachfolger wird Dr. Hubertus Scheibe.

Im Beisein von Bundespräsident Theodor Heuss feiert der DAAD am 27. Oktober im Rahmen der ordentlichen Mitgliederversammlung im Theater der Stadt Bonn sein fünfjähriges Bestehen.

1954

Am 29. Mai beschließt eine außerordentliche Mitgliederversammlung, dass der Posten des Vereinsvorsitzenden nur von einer Persönlichkeit bekleidet werden soll, die mit dem akademischen Leben eng verbunden ist. Der Vorsitzende soll künftig den Titel “Präsident” führen. Auf Grundlage dieses Beschlusses wird der bisherige Rektor der Universität Bonn, Professor Dr. Werner Richter, zum ersten Präsidenten des DAAD gewählt.

1953

Erstmals übernimmt der DAAD die Aufgabe, Bewerber für freiwerdende Lektorate an ausländischen Hochschulen zu ermitteln und vorzuschlagen.

1952

Am 7. Mai wird die DAAD-Außenstelle in London wiedereröffnet – ein Jahr vor Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und Großbritannien. Erster Leiter der Außenstelle wird Gerhard Müller.

Die Bundesrepublik wird in das Fulbright-Programm aufgenommen.

Am 18. Juli schließt die Bundesregierung mit der US-Regierung das nach Senator Fulbright benannte Abkommen zur Förderung des akademischen Austausches von Studenten und Dozenten ab. Aus diesem Anlass übergibt der DAAD dem amerikanischen Hochkommissar John Jay McCloy im Beisein von Bundeskanzler Adenauer ein “Adolf-Morsbach-Stipendium”, das zum Gedenken an den ersten Leiter des DAAD von ehemaligen Austauschstudenten finanziert wurde.

1951

Der Praktikantenaustausch wird organisatorisch fest im DAAD verankert.

Auf der IAESTE-Jahreskonferenz in Paris erlangt Deutschland die Vollmitgliedschaft in dieser Organisation.

 1950

Bereits am 1. Januar nimmt der DAAD im Rektorat der Universität Bonn seine Arbeit auf. Am 5. August findet dort unter dem Vorsitz von Kultusministerin Christine Teusch die offizielle Gründungsversammlung des DAAD statt. Professor Theodor Klauser, bisheriger Leiter der Rektorenkommission zu Wiedergründung des DAAD, wird zum Ersten Vorsitzenden ernannt. Regierungsdirektor August Fehling vom Kultusministerium Kiel, der an den Vorplanungen maßgeblich beteiligt war, übernimmt den Posten des Zweiten Vorsitzenden. Erste Geschäftsführerin des DAAD wird Dr. Ruth Ziervogel-Tamm.
Der DAAD ist gemeinsam mit der Alexander-von-Humboldt-Stiftung in der Lennéstraße 24 untergebracht.

1949

Vor allem die britische Militärregierung äußert den Wunsch nach einer deutschen Einrichtung, die als zentraler Ansprechpartner für alle Fragen des akademischen Austauschs fungieren und Stipendien vergeben soll. Auf der Kultusministerkonferenz in München wird daraufhin Professor Theodor Klauser, Rektor der Universität Bonn, mit der Neugründung des DAAD beauftragt.

1946 – 48

Der Neugründung des DAAD gehen erste Initiativen der westlichen Besatzungsmächte voran, um die akademische Isolation Deutschlands zu beenden: Sir Robert Birley, Headmaster am Eton College, später Berater der britischen Militärregierung, engagiert sich intensiv für die Wiederaufnahme akademischer Kontakte. Eine Delegation des American Council on Education empfiehlt die baldige Aufnahme Deutschlands in das neue Fulbright-Programm.
Herman B. Wells, ranghohes Mitglied der Kulturabteilung der amerikanischen Militärregierung, bezeichnet den akademischen Austausch als unverzichtbar für die Demokratisierung der deutschen Gesellschaft.

1943 - 1945

In der Nacht vom 22. auf den 23. November 1943 werden alle Akten des DAAD und des Deutschen Studienwerks für Ausländer bei einem Luftangriff vernichtet. Die Arbeit des DAAD beschränkt sich in den letzten Kriegsjahren weitgehend darauf, die Betreuung ausländischer Studierender durch die Akademischen Auslandsstellen der Hochschulen (Akas) zu koordinieren. Ab Herbst 1944 gehört dazu auch die Erfassung ausländischer Studenten zum Arbeitseinsatz oder zur Aufstellung von „Freiwilligenverbänden“. 

1942

Nach dem Rücktritt von Burmeister wird der DAAD von der Reichsstudentenführung übernommen. Im Oktober wird Reichsstudentenführer Scheel nach dem Tod von General von Massow DAAD-Präsident und setzt den bisherigen Außenamtsleiter der Studentenführung, Werner Braune, als Nachfolger von Wilhelm Burmeister ein. Werner Braune wird 1948 im Nürnberger Einsatzgruppenprozess wegen der Erschießung ukrainischer Juden zum Tode verurteilt und 1951 hingerichtet.

1941

Das Auswärtige Amt setzt die Gründung des „Deutschen Studienwerks für Ausländer“ (DSA) durch. Damit verliert der DAAD seine zentrale Kompetenz für den akademischen Austausch. Wilhelm Burmeister tritt zurück.

1940

Nach dem Sieg über Frankreich wird in Paris das Deutsche Institut gegründet. Ausgestattet mit 30 Planstellen und 14 Dependancen in französischen Provinzstädten soll das Institut den kulturpolitischen Einfluss des nationalsozialistischen Deutschlands im besetzten Frankreich fördern. An seiner Spitze steht Karl Epting, früherer Leiter der Außenstelle Paris.

1939

In Frankreich werden die Außenstelle Paris und das im Vorjahr eingerichtete Goethe-Haus geschlossen.

Nach Ausbruch des Krieges nimmt der DAAD noch Bewerbungen für Dänemark, Island, Italien, Japan, Portugal, Spanien, Schweden, Ungarn und Jugoslawien an.
Da der Krieg einen Austausch auf wechselseitiger Basis jedoch kaum noch zulässt,  werden vermehrt einseitige Stipendien an Bewerber aus befreundeten oder verbündeten Staaten vergeben.

1938

Gegen den Widerstand der amerikanischen Partnerorganisation, dem Institute of International Education (IEE), und gegen den Rat der deutschen Botschaft in Washington setzt ein nationalsozialististischer Kulturfunktionär die Gründung einer Außenstelle in New York durch.  Bereits Ende 1938 wird die Außenstelle wegen Spionageverdacht wieder geschlossen.

1937

Das Auswärtige Amt zentralisiert die auswärtige Kulturpolitik. Sie soll jetzt einheitlich ausgerichtet und, anders als bisher, von den Auslandsvertretungen wahrgenommen werden. Die DAAD-Außenstellen dürfen keine eigenständigen kulturpolitischen Initiativen mehr ergreifen.

Adolf Morsbach, erster Geschäftsführer des DAAD, verstirbt im März mit  47 Jahren an einer Lungenentzündung

1936

Der DAAD intensiviert seine Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Industrie.
Die neu gegründete „Deutschland-Stiftung des Mitteleuropäischen Wirtschaftstages“ vergibt „Deutschland-Stipendien“ im technischen, wirtschaftlichen und medizinischen Bereich an Studierende aus südosteuropäischen Ländern. 
Der DAAD wird mit der Administration dieser Stipendien beauftragt.
Die wachsende Bedeutung der Zusammenarbeit auf diesem Gebiet spiegelt sich auch in einer Umbildung des DAAD-Präsidiums:
Nachdem der Leiter des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland und der Vorsitzende des Verbandes der deutschen Hochschulen das Präsidium verlassen, werden die freien Posten von den Präsidenten des Werberates der deutschen Wirtschaft und des Mitteleuropäischen Wirtschaftstages besetzt.

1935

Der DAAD erschließt sich mit dem Praktikantenaustausch ein wichtiges neues Arbeitsgebiet. Die Initiative hierzu geht von der Pädagogischen Abteilung des DAAD aus, deren Ziel es ist, das technische und berufliche Bildungswesen Deutschlands in die akademische Auslandsarbeit zu integrieren.
Erste Austauschvereinbarungen werden mit Finnland, Ungarn, Jugoslawien und Polen getroffen.

1934

Nach der Ermordung Ernst Röhms wird der Geschäftsführer des DAAD, Adolf Morsbach, von der Gestapo festgenommen und für zweieinhalb Monate inhaftiert. Ihm werden aufgrund seiner Kontakte zu Röhm regimefeindliche Planungen vorgeworfen. Nach seiner Freilassung kehrt Morsbach nicht mehr in den DAAD zurück. Sein Nachfolger wird Wilhelm Burmeister. Mit diesem Wechsel in der Spitze wird der DAAD „gleichgeschaltet“.

1933

Ab Juni 1933  gehören mit Alfred Rosenberg, dem Leiter des Außenpolitischen Amtes der NSDAP, und SA-Chef Ernst Röhm prominente Nationalsozialisten dem Vorstand an. Generalmajor a.D. Ewald von Massow wird DAAD-Präsident.
Am 13. Juni wird der DAAD auf der konstituierenden Sitzung des neuen Präsidiums mit Zustimmung aller beteiligten Ministerien zur „Reichsstelle für akademische Auslandsarbeit“ erklärt.
Damit festigt der DAAD seine Position gegenüber der Deutschen Studentenschaft, die ebenfalls Kompetenzen auf dem Gebiet des akademischen Austauschs beansprucht.

Die neuen Machthaber bemühen sich, den Anschein der Normalität zu wahren und die ausländischen Studierenden zu beruhigen. Der preussische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, der spätere Reichserziehungsminister Bernhard Rust, wendet sich an die ausländischen Studierenden und versichert ihnen, sie seien in Deutschland „willkommen“ und würden „aufrichtige Gastfreundschaft“ finden.

1932

Die Wirtschaftskrise wirkt sich auf die Förderpraxis aus. Der DAAD geht immer häufiger dazu über, Stipendien nicht mehr in bar auszuzahlen, sondern Freistellen mit kostenloser Unterbringung und Verpflegung anzubieten.

1931

Zum 01. Januar 1931 wird der Akademische Austauschdienst mit der Deutschen Akademischen Auslandsstelle des Verbandes der deutschen Hochschulen und der Alexander von Humboldt Stiftung zusammengeschlossen und erhält die endgültige Bezeichnung „Deutscher Akademischer Austauschdienst e.V.“

1930

Im Mai wird die Außenstelle Paris, das „Office Universitaire Franco-Allemand“ eröffnet. Erster Leiter ist Dr. Hans Göttling.

1929

Der Leiter des Akademischen Austauschdienstes, Dr. Adolf Morsbach, unternimmt von Januar bis Juni 1929 und von März bis Juni 1930 ausgedehnte Informationsreisen durch die Vereinigten Staaten und besucht etwa 70 Hochschulen.

Der AAD und das Office National des Universités et Ecoles Françaises (ONUEF) verständigen sich im November über den Austausch deutscher und französischer Studierender sowie von Lehramtsanwärtern, die  „an den höheren Knaben –und Mädchenschulen beider Länder“ unterrichten sollen.

1928

Der AAD knüpft erste Kontakte zu Frankreich. Im Mai wird mit dem Direktor des Office National des Universités et Ecoles Françaises (ONUEF) eine Vereinbarung getroffen, nach der im Herbst 1928 jeweils sechs „Jungakademiker“ auf beiden Seiten ausgetauscht werden.

1927

Zum 1. Mai übernimmt Dr. Adolf Morsbach, bisheriger Leiter des Kaiser-Wilhelm-Instituts zur Förderung der Wissenschaften, die Leitung des AAD.

Am 1. Juni wird in London die erste Außenstelle errichtet. Sie trägt die Bezeichnung „Anglo-German Academic Bureau“ und wird von Professor Dr. Eduard Brenner geleitet.

Mit der „Vereinigung ehemaliger Austauschstudenten entsteht die erste Alumni-Organisation des AAD. Ab 1930 ist die Mitgliedschaft für alle Stipendiaten verpflichtend.

1926

Der Leiter des Austauschdienstes, Dr. Werner Picht, reist im Frühjahr nach Großbritannien. Im Sommer wird mit dem „Anglo German Academic Board“ eine englische Partnerorganisation des AAD gegründet. Die ersten fünf englischen Stipendiaten treffen zum Wintersemester 1926/27 in Deutschland ein

1925

Der "Akademische Austauschdienst e.V." (AAD) wird am 1. Januar in Heidelberg gegründet.
Die Initiative dazu geht von dem Studenten Carl Joachim Friedrich aus, der in Heidelberg Sozial-und Staatswissenschaften studiert. Er besucht 1922 und 1923 die USA und organisiert in Zusammenarbeit mit dem New Yorker Institute of International Education (IIE) Stipendien für 13 deutsche Studenten der Sozial- und Staatswissenschaften. Daraufhin wird in Heidelberg eine Staatswissenschaftliche Austauschstelle gegründet, die an das dortige Institut für Sozial-und Staatswissenschaften angegliedert ist. Der AAD geht aus dieser Stelle hervor und beschränkt sich zunächst auf die Stipendienvergabe in den Sozial-und Staatswissenschaften.
Im Oktober siedelt der AAD nach Berlin um und organisiert nun den Studenten- und Akademikeraustausch in allen Fächern.
Erster Geschäftsführer ist Dr. Werner Picht.

Präsidenten und Generalsekretäre