Integration von Flüchtlingen ins Fachstudium am Studienkolleg der Universität Hamburg

Hagenguth/DAAD

Rahmen des Programms INTEGRA werden am Studienkolleg Hamburg zwei zusätzliche Fachkurse angeboten, die zur Feststellungsprüfung führen sollen. Darüber hinaus steht neben der fachlichen Qualifizierung von Geflüchteten deren Integration durch eigenes kulturelles Schaffen im Mittelpunkt. Dazu hat das Studienkolleg bereits ein Musik- und Theaterprojekt initiiert. Weitere Angebote wie die Fortführung eines Fotoprojekts sind für 2019 geplant.

Das Studienkolleg Hamburg sieht es als wichtige Aufgabe an, jungen angehenden Akademikern nach der Flucht erste Schritte in die Aufnahme eines Studiums zu ermöglichen. Dazu gehören nicht nur die Festigung der Sprachkompetenz der deutschen Sprache und das Auffrischen der Fachkenntnisse aus der Schulzeit oder den ersten Semestern an der Universität im Heimatland. Das Studienkolleg sieht sich in der Pflicht, Geflüchteten bei der Suche nach einem passenden akademischen Ausbildungsweg und bei der Orientierung im studentischen Alltag behilflich zu sein. Das impliziert auch, angestrebte Bildungsziele zu evaluieren und nachhaltige Alternativen zu finden. Darüber hinaus sollen der Kontakt und der Austausch mit anderen Studierenden im Kurs zur Etablierung eines neuen soziokulturellen Umfeldes beitragen.

Weitere Informationen

Analysen & Studien - Verbleib Ausländische Studierende
  • Weitere Informationen gibt es auf der Website des Studienkollegs Hamburg.

Zwei zusätzliche Kurse
Seit dem Wintersemester 2016/2017 hat das Studienkolleg Hamburg im Rahmen des Projektes INTEGRA die Gesamtzahl der Zulassungszahlen erhöht. Pro Semester werden 50 zusätzliche Plätze ausschließlich an Geflüchtete vergeben, die die Eingangsvoraussetzungen für das Studienkolleg Hamburg erfüllen. Insgesamt werden somit zwei zusätzliche Fachkurse pro Semester ermöglicht. Um Geflüchtete bestmöglich auf das Studium vorzubereiten, besteht eine enge Zusammenarbeit mit Hamburger Hochschulen und dem Garantiefonds Hochschulen. Dort erhalten Geflüchtete neben finanzieller Unterstützung auch individuelle Betreuung und eine Vorbereitung auf die Eingangsprüfung.

Weiterhin können geflüchtete Studierende mit direkter Hochschulzugangsberechtigung in Kurse des propädeutischen Vorsemesters aufgenommen werden, um sich auf das anschließende Fachstudium vorzubereiten.
Am Studienkolleg steht Geflüchteten dann ein breites Beratungsangebot von geschulten Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung - ein Beratungslehrer, eine Studien- und Berufsberaterin und zwei Kolleginnen, die über eine Zusatzqualifikation zum Umgang mit Traumatisierung verfügen.

Durch die INTEGRA-Mittel konnten sich die beiden Kolleginnen im Trauma-Zentrum des Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf entsprechend fortbilden.

Musik, Theater und Fotografie
Neben der fachlichen Förderung und der psychosozialen Unterstützung unterhält das Studienkolleg Hamburg ein Musiktheater-Projekt. In Kooperation mit der Hamburger Musikschule „MUSIXX“ bringen geflüchtete und nicht geflüchtete Studierende gemeinsam ihre Erlebnisse, Wünsche und Eindrücke in einem Singspiel auf die Bühne.

Mit Hilfe des Projektes INTEGRA konnten dazu notwendige Musikinstrumente angeschafft werden, die es der neugegründeten Band erlauben, das selbst komponierte Stück zu begleiten. Nach einer ersten Premiere im April 2017 und einer weiteren Aufführung 2018 ist die Fortführung des Projekts mit neuen Studierenden auch für 2019 geplant.

Für 2019 ist weiterhin die Fortführung eines Fotoprojekts vorgesehen mit dem Ziel, die Lebens- und Studiensituation der geflüchteten Studierenden in Hamburg zu dokumentieren.

Mit Hilfe der INTEGRA-Mittel soll eine Ausstellung erstellt werden, die einen Einblick gewährt in die Wirklichkeit junger Menschen nach der Flucht.
 

Ansprechpartner

Anke Freisel
Studienkolleg an der Universität Hamburg
Stellvertretende Kollegleiterin
Tel.: (+49) (0) 40 428986-221
E-Mail: studienkolleg@bsb.hamburg.de