Verleihung des Welcome-Preises für Studierendeninitiativen

Zeitz/DAAD

DAAD und BMBF vergeben erstmals den Preis für herausragende studentische Initiativen des Programms "Welcome"

Am 5. Juli 2017 überreichten die Staatssekretärin des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), Cornelia Quennet-Thielen, und Dr. Dorothea Rüland, die Generalsekretärin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), erstmals den Preis an drei „Welcome-Initiativen“ deutscher Hochschulen. In feierlichem Rahmen wurde im Bundesministerium in Berlin unter der Anwesenheit von rund 120 Gästen die Arbeit der drei Gewinner-Initiativen anhand kurzer Filmportraits vorgestellt. Anschließend verkündete die Staatssekretärin die Gewinner. Freuen durften sich Initiativen der Humboldt-Universität zu Berlin, der Technischen Universität Dresden und der Universität Siegen. Neben der Ehrung erhalten sie Preisgelder in Höhe von 10.000, 5.000 und 3.000 Euro.

Platz 1 – Refugee Law Clinic Berlin

Der erste Platz wurde an die „Refugee Law Clinic“ (RLC) der Humboldt-Universität zu Berlin verliehen. Die RLC berät kostenlos Geflüchtete zu Themen des Asyl- und Aufenthaltsrechts. Darüber hinaus bildet die Law Clinic Studierende und Interessierte zu ehrenamtlichen Rechtsberatern aus. Die einjährige Ausbildung besteht aus Vorlesungen zum Asyl- und Aufenthaltsrecht, einem Praktikum sowie einem Praxisseminar. Auch im Ausland bietet die Law Clinic Hilfe an: Im Frühjahr 2017 führten die Berater zum zweiten Mal eine Rechtsberatung auf der Insel Chios in Griechenland durch.

Einen Einblick in die Arbeit der Initiative vermittelt das Filmportrait über die Refugee Law Clinic der HU Berlin.

Platz 2 – Initiative Deutschkurse für Asylsuchende

Den zweiten Platz belegt die „Initiative Deutschkurse für Asylsuchende“ (IDA) der Technischen Universität Dresden. Die Initiative bietet Flüchtlingen Beratung und Orientierung an der Hochschule, stellt Kontakt zwischen deutschen und geflüchteten Studierenden her und organisiert Sprachkurse. Dabei können Flüchtlinge auch selbst aktiv werden, indem sie zum Beispiel den deutschen Kommilitonen ihre Muttersprache Arabisch beibringen oder ihnen die Kultur ihrer Heimatländer näherbringen. Sie werden so zu aktiven Lehrenden und tragen zum Kulturaustausch bei.

Studierende und Mitarbeiter berichten im Filmportrait über die „Initiative Deutschkurse für Asylsuchende“ von ihrer Arbeit.

Platz 3 – Geflüchtete helfen Geflüchteten

Auf dem dritten Platz ist die Initiative „Geflüchtete helfen Geflüchteten“ der Universität Siegen. Die sogenannten Bildungsmentoren haben selbst einen Fluchthintergrund, ihre eigene Integration bereits erfolgreich gemeistert und befinden sich in einer fortgeschrittenen Phase ihres Studiums. Sie beraten Flüchtlinge zu verschiedensten Bereichen und sind damit authentische Ansprechpartner und Vorbilder. Sie geben Studienorientierung und Lernhilfe, Beratung zu Finanzierungsmöglichkeiten und unterstützen bei der Integration in Siegen.

Wie die Bildungsmentoren Unterstützung leisten zeigt das Filmportrait über die Initiative „Geflüchteten helfen Geflüchteten“.

Informationen zum Welcome-Programm

"Welcome – Studierende engagieren sich für Flüchtlinge"
Flüchtlinge beim Einstieg in ein Studium und bei der Integration an deutschen Hochschulen unterstützen – dies haben sich hunderte Studierende zur Aufgabe gemacht. Seit 2015 unterstützt das Programm „Welcome – Studierende engagieren sich für Flüchtlinge“ die ehrenamtlichen Initiativen. Das Programm wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert und vom Deutschen Akademischen Austauschdienst umgesetzt und betreut. Zahlreiche Studierendeninitiativen in ganz Deutschland heißen Flüchtlinge, die studieren möchten, mit vielfältigen Maßnahmen an ihren Hochschulen willkommen. Zurzeit sind 159 Hochschulen beteiligt.

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Die Welcome-Initiativen als Blaupause

Alle drei Gewinner-Initiativen bilden den Grundgedanken des Welcome-Programms ab: Das Empowerment der Flüchtlinge zu unterstützen, damit sie selbständig sowohl in der akademischen Welt als auch im alltäglichen Umfeld auftreten, ein Studium aufnehmen oder fortsetzen können, um zu aktiven Teilnehmern einer Gesellschaft zu werden, der sie sich zugehörig fühlen.

Die Preisträger-Initiativen zeigen wie Integration gelingen kann. Sie können als Vorbild und Blaupause für die Integration internationaler Studierender im Allgemeinen dienen, denn internationale Studierenden benötigen ebenfalls eine enge Betreuung und Unterstützung bei der Aufnahme eines Studiums in Deutschland. Studienabbruchquoten können so verringert und der Studienerfolg gefestigt werden.

Der DAAD freut sich, auch im kommenden Jahr den Preis für die besten studentischen Initiativen des Welcome-Programms auszuschreiben. Denn das großartige Engagement der Studierenden soll gewürdigt und die bestehenden Initiativen weiterentwickelt werden. 

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Stand: 25.07.2017