Voneinander lernen, miteinander gestalten

DAAD/Martin Magunia

Die Vertreterinnen und Vertreter der DAAD-Alumni-Vereine bei ihrem Treffen in Bonn

Von Ägypten bis Vietnam – 88 Vertreterinnen und Vertreter von DAAD-Alumni-Vereinen aus fünf Kontinenten trafen sich im März in Bonn, um Erfahrungen auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und Ideen zur innovativeren Gestaltung ihrer Vereinsarbeit zu entwickeln. Was sind die Herausforderungen für die Alumni-Vereine weltweit? Wie gewinnen sie Mitglieder? Und was planen sie für die Zukunft? Sieben Stimmen aus aller Welt berichten.

Italien: Brücken bauen und Impulse geben
„Eigentlich sind wir viel zu wenige“, sagt Professor Sandro M. Moraldo, der den DAAD-Alumni-Verein Italien (Alumni DAAD Italien/ADIT) im September 2016 mitgegründet hat. „Unser Verein zählt aktuell 120 aktive Mitglieder, obwohl der DAAD in Italien fast 4.000 registrierte DAAD-Alumni hat. Das liegt vermutlich daran, dass unsere Organisation noch sehr jung ist.“ Der Verein definiere sich als Brückenbauer zwischen Italien und Deutschland und fördere die internationale Zusammenarbeit, indem er akademische Tagungen organisiert, zu denen Wissenschaftler, Multiplikatoren sowie junge Stipendiaten und Mitglieder eingeladen werden. In Rom (2017) und in Neapel (2018) fanden bereits zwei internationale Tagungen statt, die sich mit den politischen Herausforderungen Europas und mit der Migration beschäftigten. Der demografische Wandel werde das Thema der nächsten Tagung sein.

Eine der großen Herausforderungen ist die Öffentlichkeitsarbeit für den Verein: „Wir müssen uns besser nach außen präsentieren. Dabei wird uns die Digitalisierung sicherlich helfen“, erzählt Moraldo, der in Heidelberg Germanistik und Komparatistik studiert und dort auch promoviert hat. „Bislang fehlte uns dazu das Know-how. Zum Glück haben wir jetzt jemanden gefunden, der die Website www.alumnidaaditalia.org ehrenamtlich gestaltet hat. Die Präsenz im Internet ist für uns ein wichtiges Instrument, um die unterschiedlichen Interessen aller Mitglieder unter einen Hut zu bringen und diese darzustellen.“ Eine weitere Herausforderung sei die Vernetzung mit anderen Alumni-Vereinen: „Sie ist unser großes Wunschziel. Denn nur wenn wir voneinander lernen, unsere Kompetenzen austauschen und unsere Ressourcen teilen, können wir zukünftige Aufgaben lösen. Im nächsten Jahr wollen wir dazu den ersten Schritt machen und ein Treffen mit anderen DAAD-Alumnivereinen aus dem Mittelmeerraum organisieren.“ Der Austausch und die Zusammenarbeit seien eine wichtige Grundlage, um das Ziel für die nächsten fünf Jahre zu erreichen: „Wir wollen ein wichtiger Impulsgeber für gesellschaftlich relevante Themen werden und die Internationalisierung nachhaltig vorantreiben. Das ist extrem wichtig, um für jüngere Mitglieder attraktiv zu sein.“

Serbien: Mitglieder aktivieren
Vor ähnlichen Herausforderungen steht Daliborka Maldaner, die seit 2018 Präsidentin des DAAD Alumni Klubs (DAKUB) der Universität Belgrad ist: „Die größte Hürde ist für uns, die potenziellen Mitglieder zu einer aktiven Mitarbeit zu motivieren. Wir müssen deswegen mehr Anreize und Mehrwerte schaffen und die Angebote des Goethe-Instituts oder der Deutschen Botschaft stärker nutzen.“ Der Verein hat aktuell etwa 50 aktive Mitglieder. „Doch das Potenzial ist wesentlich größer“, erzählt Maldaner. Neue und besonders hochkarätige Mitglieder aus Wissenschaft und Forschung will der Klub einerseits gewinnen, indem er monatliche Treffen organisiert und zu einem Stammtisch einlädt sowie andererseits mit dem DAAD-Informationszentrum und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) kooperiert und sich mit anderen Alumni-Vereinen in Südosteuropa vernetzt. „Wir haben nämlich ein klares Ziel vor Augen: Wir wollen in fünf Jahren ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft sein. Dafür müssen wir aber mehr Mitglieder zu einer aktiven Mitarbeit motivieren und bessere Strukturen schaffen, etwa indem wir einen Raum finden, in dem wir unser eigenes Büro einrichten.“

Venezuela: Stolz wecken und Freunde finden   
Auch in Venezuela arbeitet der Alumni-Verein AVERFA intensiv daran, neue Mitglieder zu gewinnen: „Dafür haben wir unser Vereinsprofil geschärft und machen unsere Aktivitäten jetzt öffentlich. Schließlich wollen wir ein moderner Partner für junge DAAD-Stipendiaten und ein loyaler Partner in der internationalen Zusammenarbeit sein, weil wir stolz darauf sind, in Deutschland studiert und geforscht zu haben“, berichtet der Diplom-Ingenieur und DAAD-Alumnus Hugo Pernía. „Wir haben uns zuletzt sehr auf die Öffentlichkeitsarbeit konzentriert und die Präsenz im Internet weiter ausgebaut. Jetzt informieren wir in einem Blog über unsere Treffen und Aktivitäten. Außerdem arbeite ich an der zweiten Auflage des Buches ‚Los Alumni de Alemania – Unidos por Venezuela’ (1. Auflage 2018), das die Geschichte des Studentenaustauschs zwischen Deutschland und Venezuela beschreibt. Es ist ein wichtiges Medium, um unsere Arbeit in Vergangenheit und Gegenwart darzustellen. Gleichzeitig bauen wir unsere Kooperation mit der Deutsch-Venezolanischen Industrie- und Handelskammer (CAVENAL) aus, um den Wissens- und Technologietransfer zwischen Experten in Deutschland und Venezuela zu fördern und zu beschleunigen.“

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Doch eine große Hürde in seinem Land sei die fehlende Begeisterung, sich freiwillig in einem Verein zu engagieren, erzählt Pernía: „Das wollen wir ändern. Zum Beispiel, indem wir bei den Alumni den Stolz auf ihre Vergangenheit als DAAD-Stipendiaten wecken. Ein DAAD-Stipendium ist ein Privileg und ein Schlüssel, um neue Freundschaften mit anderen Alumni zu schließen. Wir können keinen anderen Mehrwert bieten als diese Freundschaft. Ein Beispiel dafür ist unser Poster, das wir auf dem Alumnitreffen in Bonn präsentiert haben. Es zeigt, dass die generationsübergreifende Freundschaft seit Alexander von Humboldt bis in unsere Tage präsent ist.“ Denn Freundschaft sei das wertvollste Werkzeug für ein solides Alumni-Netzwerk, auch in Zeiten von Social Media. Deswegen sei es wichtig, sich mit anderen regionalen Alumni-Vereinen zu vernetzen: „Ich bin daher stets in Kontakt mit den Vereinen in Kolumbien, Argentinien, Panama, Peru oder Ecuador.“ Und wie sieht  Pernía die Zukunft des Vereins in dem krisengeschüttelten Land? „Wir wollen auf jeden Fall stärker sein als heute – unsere jungen Mitglieder werden dann hoffentlich die neue Generation präsentieren, die sich am Aufbau einer besseren Gesellschaft in unserem Land beteiligt.“

Myanmar: Wissen teilen und austauschen
Wie sehr die politische Situation eines Landes die Entwicklung eines Alumni-Vereins beeinflussen kann, hat Professor. Win Maung hautnah erlebt: „Als unser Verein, die German Alumni Association Myanmar (GAAM), 2002 gegründet wurde, war Myanmar noch eine Militärdiktatur. Unter diesen Voraussetzungen war es schwierig, eine unabhängige Organisation zu gründen und zu etablieren. Die deutsche Botschaft hat uns in dieser Zeit still und leise begleitet. Seitdem Myanmar eine parlamentarische Demokratie ist, ist nicht alles besser, aber vieles leichter geworden. Inzwischen sind wir gut organisiert, haben 300 aktive Mitglieder und sind sehr angesehen. Der deutsche Botschafter und der Bildungsminister Myanmars Dr. U Myo Thein Gyi, der selbst ein DAAD-Alumnus ist, besuchen regelmäßig unsere Veranstaltungen.“

Einmal im Jahr lädt die GAAM zu einer Forschungstagung ein, die thematisch von der Landwirtschaft über die Ökologie bis zur Geografie reicht. Wissenschaftler aus Deutschland und Myanmar präsentieren dort ihre aktuellen Forschungsprojekte, die anschließend veröffentlicht werden. „Unsere Mitglieder nehmen an dieser Tagung sehr rege teil, weil sie auf diese Weise neues Wissen vermittelt bekommen“, erzählt Professor Maung. „Das ist auch der Fokus unserer Vereinsarbeit: Wir, also die ältere Generation, wollen unser Wissen und unsere Erfahrung mit der jüngeren Generation der Stipendiaten teilen.“ Ebenso wichtig sei die Vernetzung mit anderen Alumni-Vereinen in der Region: „Wir wollen Wissen austauschen und pflegen daher Kontakte zu den DAAD-Alumni-Vereinen in Vietnam sowie Thailand und laden Mitglieder aus diesen Vereinen zu uns ein.“ Das Wissen zu teilen und auszutauschen sei die Basis dafür, neue Mitglieder zu gewinnen. „Dafür müssen wir aber noch mehr junge Studierende dazu ermutigen, in Deutschland zu studieren.“

Sudan: Stipendienbewerbern helfen
Das will auch die DAAD Alumni Association Sudan (DAAS). Sie hilft Studierenden, die sich für ein DAAD-Stipendium in Deutschland bewerben möchten: „Für sie organisieren wir zweimal im Jahr Workshops und helfen dabei, die Formulare für die Stipendienbewerbungen vollständig auszufüllen, die Forschungsprojekte interessant zu beschreiben oder die Quellen korrekt zu zitieren“, erzählt der Mediziner Professor Samir Shaheen. „An den Workshops, die wir landesweit anbieten, nehmen gut 90 Studierende teil. Im Sudan ist das Interesse an einem Studium in Deutschland nämlich riesengroß.“

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Ein weiteres Projekt des Vereins ist die Organisation einer Forschungskonferenz, die einmal jährlich stattfindet. „Die Konferenz widmet sich unterschiedlichen Themen wie Genetik oder Robotik. Dazu werden Verantwortliche aus der Industrie, aber auch muslimische und christliche Religionsvertreter eingeladen, um deren Standpunkte kennenzulernen und zu diskutieren. Die Diskussionen und Ergebnisse werden anschließend publiziert. Auf diese Weise wollen wir Informationslücken füllen. Die Konferenzen sind für Studierende und Lehrende sehr wichtig, um Informationen über die aktuelle Forschung und deren Entwicklung zu erhalten.“

Der Verein hat inzwischen Kontakte zu den Alumni-Vereinen in Kenia, Äthiopien und Ägypten geknüpft und tauscht sich mit den Universitäten in Göttingen, Bremen, Heidelberg, Ulm und Berlin aus. „Für ein Land wie den Sudan ist eine Vernetzung mit anderen Ländern extrem wichtig, damit wir Anschluss halten an internationale Standards und weltweites Wissen.“ Dies sei auch eine Aufgabe für die kommenden fünf Jahre, erzählt Professor Shaheen: „Wir wollen nicht nur unsere Workshops für Stipendienbewerber weiter ausbauen und unsere Beziehungen zum DAAD konsolidieren, sondern vor allem neue Kontakte zu den Fachhochschulen in Deutschland knüpfen, weil der Sudan dringend mehr Ingenieure aus den Bereichen Maschinenbau, Solartechnik oder Landwirtschaft benötigt.“

Armenien: für ein Studium in Deutschland werben
Armenien ist ein Land mit einer besonderen Geografie. Deswegen haben die Armenischen Alumni einen ungewöhnlichen Weg gewählt, um für ein Studium in Deutschland zu werben: „Armenien ist ein kleines Land, aber die Hauptstadt Jerewan ist nicht für alle leicht erreichbar“, erzählt Meri Navasardyan, Vorsitzende des Alumni-Vereins Armenische Alumni deutschsprachiger Länder (AADL). „Im vergangenen Jahr ist daher ein kleines Team mit einem Bus in die Berge im Norden gefahren, um an drei Universitäten für den DAAD, ein Studium in Deutschland und die deutsche Sprache zu werben. Alumni haben dort über ihr Studium und ihr Leben in Deutschland berichtet. Das war sehr wichtig, weil die Eltern große Angst davor haben, ihr Kind in ein unbekanntes Land zu schicken.“

Und was organisiert der Verein sonst noch? „Weil wir uns als Brückenbauer zu deutschen Universitäten und Unternehmen verstehen, sind unsere Aktivitäten sehr vielfältig. Sie reichen von jährlichen Weihnachtsfeiern mit Karaoke über Fotoausstellungen und Speed-Datings zwischen armenischen und deutschen Unternehmen bis zu Veranstaltungen in der Deutschen Botschaft in Jerewan“, sagt Navasardyan, die das DAAD-Informationszentrum in Jerewan kommissarisch leitet. „Außerdem nutzen wir Synergien und organisieren gemeinsam mit der Konrad-Adenauer-Stiftung Veranstaltungen, um aus erster Hand über Studienmöglichkeiten in Europa zu informieren. Neben den DAAD-Stipendien wird gemeinsam mit den Kollegen des Erasmus-Büros in Jerewan auch das Erasmus-Programm der Europäischen Union vorgestellt. Auf diese Weise wollen wir junge Menschen für ein Studium in Deutschland begeistern.“

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Und wie steht es um die Vernetzung mit anderen? „Wir kooperieren mit vielen deutschen Institutionen vor Ort. Dazu gehören die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), das Goethe-Zentrum Eriwan und natürlich die Deutsche Botschaft, die unsere Mitglieder regelmäßig zu Veranstaltungen einlädt“, erzählt die Germanistin und Übersetzerin Navasardyan. „Aber auch die Vernetzung mit Alumni-Vereinen in anderen Ländern ist für uns eine große Chance. Den ersten Schritt dazu haben wir bereits gemacht und Alumni in Moldawien und Litauen getroffen. Doch das soll nur der Anfang sein. In fünf Jahren sind wir hoffentlich besser vernetzt mit den Alumni-Vereinen in der Kaukasus- und Schwarzmeerregion. Außerdem hoffe ich, dass sich noch mehr Alumni bei uns engagieren und ihre Ideen einbringen. Denn nur so können wir unsere Interessen aktive und lebendige vertreten. Nach dem Treffen in Bonn ist mein großer Wunsch, dass sich aufgrund der dort geknüpften Kontakte die Alumni regional und überregional fachlich besser vernetzen. Der fachliche Austausch ist Basis und Anknüpfungspunkt der weltweiten Vernetzung. Unsere Mission als Verein sehe ich weiter darin, die Alumni zu unterstützen, um diese Ziele zu erreichen.“
 
Deutschland: für Indien begeistern
Eine Besonderheit unter den weltweiten Alumni-Vereinen ist das DAAD IndiAlumni Netzwerk e.V. aus Deutschland. Es wendet sich an deutsche DAAD-Alumni, die in Indien studiert oder geforscht haben, und an indische DAAD-Stipendiatinnen und -Stipendiaten, die in Deutschland studieren. Bislang konnten aus diesen zwei Zielgruppen 115 Frauen und Männer als aktive Vereinsmitglieder gewonnen werden. „Wir möchten das Interesse am Wissenschaftsstandort Indien wecken und Vorurteile über das Land abbauen, die durch die deutschen Medien geistern“, erzählt die Vorstandsvorsitzende Ronda Reiche. „Denn Indien steht vor einer großen Zukunft. Das nach China bevölkerungsreichste Land der Welt gehört zu den aufstrebenden Volkswirtschaften und wird damit auch als Wirtschaftsstandort immer interessanter.“
Aktuell arbeiten die Mitglieder daran, sich untereinander besser zu vernetzen – vor allem digital. „Wir nutzen intensiv die sozialen Medien und treffen uns regelmäßig beim virtuellen Stammtisch. Das ist ideal für alle Mitglieder, weil wir über die gesamte Republik verstreut leben. Aber mindestens einmal im Jahr treffen wir uns auch im realen Leben“, sagt Reiche, die 2015 im Rahmen des DAAD-Austauschprogramms „A New Passage to India“ an der Symbiosis International University in Pune studiert hat. Auch über den akademischen Austausch hinaus entfaltet das IndiAlumni Netzwerk Wirkung. Zum Beispiel im indisch-deutschen Wirtschaftskontext: „Aus dem Erfahrungsschatz unserer Mitglieder wurden bereits zwei erfolgreiche Start-ups in den Bereichen Handel und Recruiting gegründet.“
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Doch das soll erst der Anfang sein: „Wir sind in Deutschland einfach noch zu wenig bekannt. Wir möchten uns ein Netzwerk erarbeiten und dazu auch Kontakt zu anderen Institutionen aufnehmen“, stellt Reiche fest. Seit 2016 ist der deutsche Alumni-Verein mit den DAAD Young Ambassadors in Neu-Delhi vernetzt. Das sind Studierende, junge Wissenschaftler oder Berufstätige, die in Deutschland studiert oder geforscht haben und für ein Studium oder einen Forschungsaufenthalt in Deutschland werben. Mit ihnen steht der deutsche Verein in regem Austausch. Während die Alumni in Neu-Delhi für Deutschland werben, will Reiche das mit ihrem Team für Indien tun. „Wir wollen weiterwachsen und noch mehr Studierende für Indien und für seine fantastischen Menschen und Möglichkeiten begeistern. Dafür war das Treffen der DAAD-Alumnivereine in Bonn eine große Unterstützung: Neben dem sehr inspirierenden Austausch mit anderen Vereinsvorsitzenden gab es konkrete Hinweise, um unseren Verein beispielsweise bei der Mitgliederaktivierung oder dem Fundraising weiter zu professionalisieren.“
 

Kurz vorgestellt: die Vertreterinnen und Vertreter von Alumnivereinen weltweit
 

Prof. Dr. Sandro M. Moraldo, Italien

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Er sagt über sich selbst, er sei ein stolzes Gastarbeiterkind. Seine Eltern eröffneten Ende der 1950erJahre die erste Pizzeria in Heidelberg, wo er aufgewachsen ist. Nach dem Abitur in Italien kehrte er nach Heidelberg zurück, um Germanistik und Komparatistik zu studieren. Dort machte er seinen Magister (1988) und promovierte zum Dr. phil. (1992). Im Laufe seiner wissenschaftlichen Karriere erhielt er zwei DAAD-Stipendien, um in Deutschland zu forschen. Heute ist er Professor für Deutsche Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften an der Universität Bologna. „Ich habe an der ältesten Universität Deutschlands studiert und lehre heute an der ältesten Universität Europas. Auf dem Weg dorthin hat mich der DAAD immer begleitet und meine Karriere gefördert. Dafür bin ich dankbar und habe deswegen den DAAD-Alumniverein in Italien 2016 mitgegründet.“
 

Daliborka Maldaner, Serbien

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Nach dem Studium für Angewandte Kunst an der Universität Belgrad hat sie als DAAD-Stipendiatin an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig ein Masterstudium in Visueller Kommunikation absolviert. Aktuell promoviert sie in Braunschweig zum Thema „Interaktion von Bild und Sprache“ und ist gleichzeitig Mitarbeiterin im DAAD-Informationszentrum Belgrad. „Der DAAD hat mein Leben und meine Karriere stark gefördert. Ohne ihn könnte ich heute nicht forschen und lehren.“ 

Hugo Pernía, Venezuela

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Der Diplom-Ingenieur arbeitet als Schadenssachverständiger und Partner bei Miller International Latinoamerica. Er hat als DAAD-Stipendiat vier Jahre an der TU Hamburg-Harburg studiert und dort seinen Master in Produktionsmanagement (2005) gemacht. „Der DAAD hat nicht nur meine Karriere gefördert, sondern war immer für mich da, besonders nach der Rückkehr in meine Heimat. Auch in dieser schlechten Zeit fühlte ich mich nie allein, weil es immer einen Ansprechpartner beim DAAD gab.“

Prof. Dr. Win Maung, Myanmar

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Als DAAD-Stipendiat hat er an der Universität Würzburg Tierökologie studiert und das Studium in Deutschland 1990 mit seiner Promotion abgeschlossen. Bis 2011 forschte und lehrte er im Fachbereich Zoologie an der University of Yangon und der Sittway University, seitdem ist er Vorsitzender des Myanmar Umweltinstituts in Yangon. „Die Förderung durch den DAAD hat nicht nur meine wissenschaftliche Karriere gefördert, sondern mir auch gezeigt, dass man durch harte Arbeit viel erreichen kann.“

Prof. Dr. Samir Shaheen, Sudan

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Als DAAD-Stipendiat studierte er von 1991 bis 1994 an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg, wo er sein Diplom in Sportmedizin machte, und an der Klinik für Technische Orthopädie in Münster. Anschließend erhielt er ein weiteres DAAD-Stipendium, um sich drei Monate lang am Universitätsklinikum Ulm im Bereich der Kinderorthopädie zu spezialisieren. Heute ist er Professor im Fachbereich Orthopädie und Pädiatrie an der Universität Khartum, es ist einzige Fachabteilung für Kinderorthopäde im Sudan.

Meri Navasardyan, Armenien

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Nach dem Germanistikstudium an der Staatlichen Universität Jerewan hat sie zunächst als Übersetzerin und Dozentin für Deutsch an der Medizinischen Universität Jerewan gearbeitet, bevor sie 2006 Studien- und Programmberaterin am DAAD-Informationszentrum (IC) in Jerewan wurde. Während ihrer Doktorarbeit unterstützte sie der DAAD bei ihrem Forschungsaufenthalt 2014 an der Universität Duisburg-Essen. Heute leitet sie das IC Jerewan kommissarisch. „Mehr oder weniger ist der DAAD mein ständiger Lebensbegleiter seit fast 15 Jahren.“

Ronda Reiche, Indien

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Während ihres Bachelorstudiums in Personalmanagement und Personalpsychologie an der Ostfalia Hochschule Wolfenbüttel nahm sie 2015 am DAAD-Austauschprogramm „A New Passage to India“ teil und studierte fünf Monate an der Symbiosis International University in Punet. 2016 besuchte sie die Summer School an der Universidad de Salamanca (mit dem DAAD-geförderten Programm PROMOS), 2018 arbeitete sie in der DAAD-Außenstelle Nairobi. „Dank des DAAD habe ich den vergangenen fünf Jahren viel gelernt und viele unterschiedliche Menschen getroffen.“

Michael Siedenhans (7. Mai 2019)