Großer Andrang bei virtueller Messe

DAAD

Blick auf das virtuelle Messegelände

Das Team des Alumniportals Deutschland und das Team des brasilianischen Förderprogramms Ciência sem Fronteiras Alemanha (CsF) im DAAD haben für die Stipendiaten des Sommersemesters 2015 das Tor zur virtuellen Messe "Meet Your Future University" am 10. September geöffnet. Mit dem Andrang sind die Veranstalter sehr zufrieden.

Messen bieten fantastische Möglichkeiten, sich schnell und persönlich bei Menschen zu informieren, statt sich immer nur durch Websites zu klicken. Doch der Aufwand für Organisation und Anreise ist oft enorm. Eine Alternative stellen virtuelle Messen dar, denn die Besucher kommen ganz einfach von zu Hause oder dem Büro aus ins Gespräch. Um Hochschulen aus ganz Deutschland mit den mehr als 1.000 neuen Stipendiaten des CsF-Programms für brasilianische Studierende und Forscher zusammen zu bringen, wurden sie zur virtuellen Messe „Meet Your Future University“ eingeladen. Die Aussteller benannten zuvor Standpersonal, das in persönlichen Chats ganz individuelle Fragen beantworten konnte, die über die ebenfalls abrufbaren Informationsmaterialien hinausgingen. Zumeist waren dies Mitarbeiter der Hochschulen mit Unterstützung von Alumni, die portugiesisch sprechen. 40 Hochschulen informierten auf diese Weise in vier Messehallen über ihr Studienangebot sowie den Standort und gaben praktische Hinweise.

Für die Vorträge, ohne die natürlich keine Messe auskommt, war im Auditorium Platz. Wer diesen virtuellen Raum betrat, sah unter anderem Videobotschaften der brasilianischen Generalkonsulate oder der DAAD-Generalsekretärin Dorothea Rüland. Auch die Formalia einer Bewerbung auf dem CsF-Portal wurden hier erklärt. An manche Videobotschaften schloss sich ein Chat an, damit die Zuhörer konkrete Fragen an den Redner stellen konnten.

Fragen stellen im Hof

Weil ein wichtiger Teil jeder Messe im Hof oder der Lobby stattfindet, wurde auch dieser virtuelle Ort genutzt: In einem großen, gemeinschaftlichen Lounge-Chat fragten die brasilianischen Stipendiaten nach bestimmten Studiengängen oder riefen einfach nur mal Hallo in die Runde – in einem bunten Mix aus Portugiesisch, Englisch und Deutsch. Denn die deutsche Sprache sitzt bei den meisten noch nicht so ganz: Sie reisten erst Anfang September an und besuchen derzeit noch eine Sprachschule.

Doch die Anmeldefrist bei den Hochschulen für das Sommersemester 2015 läuft, deshalb eilt es mit der Suche nach dem richtigen Ort. „An Berlin denken anfangs die meisten“, sagt Stefanie Altmann, die sich im DAAD um das Alumniportal Deutschland kümmert. „Die kleinen Standorte werden zunächst wenig wahrgenommen. Aber auch Ilmenau und Schmalkalden haben interessante Hochschulen.“ Das Alumniportal, ein soziales Netzwerk für Deutschland-Alumni, und der DAAD als ausführende Organisation des CsF-Programms in Deutschland waren auf der Messe ebenfalls mit Ständen vertreten. „Auf so einer Messe werden Bindungen geschaffen, die die Studierenden von Anfang an begleiten können und die über das Alumniportal Deutschland über den Messetag aufrecht erhalten werden“, sagt Stefanie Altmann.

Mit dem Echo sind die Veranstalter mehr als zufrieden: 1.290 Besucher konnte die virtuelle Messe verzeichnen – das war viel Arbeit für das Standpersonal. „An einigen Ständen haben sich die Aussteller regelrecht die Finger wundgetippt“, erzählt Stefanie Altmann. „Die RWTH Aachen hatte 798 Besucher am Stand. Und die TU München hatte die meisten Anfragen: 301 Chats an der Zahl.“ Auch das Feedback von allen Seiten war durchweg positiv. Noch bis zum 24. September haben die Stipendiaten sowie Interessierte die Möglichkeit, sich in die Messe einzuloggen.

Die Beziehungen zwischen dem DAAD und Brasilien sind schon seit Jahren äußerst lebendig. Die Außenstelle in Rio de Janeiro wurde bereits vor mehr als 40 Jahren gegründet. Seitdem waren mehr als 30.000 Brasilianer mit DAAD-Förderung in Deutschland. Auch Brasilien selbst investiert stark in die Horizonterweiterung junger Menschen: Das erfolgreiche Stipendienprogramm Ciência sem Fronteiras wurde gerade um weitere vier Jahre verlängert. Mit einem Gesamtbudget von 1,1 Milliarden Euro sollen 100.000 Studierende, Graduierte und Wissenschaftler im Ausland Erfahrungen sammeln. Deutschland gehört dabei zu den wichtigsten Zielen.

Julia Bähr (16. September 2014)