FAQ und Umgang mit Sonderfällen

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Wir geben Ihnen Antworten auf die häufigsten Fragen zum Thema Credit Mobility. Sonderfälle, die bei der Durchführung von studienbezogenen Auslandsaufenthalten auftreten können, werden hier außerdem behandelt. Die Fragen und Benennung von Sonderfällen basieren auf den Rückmeldungen der Hochschulen, die den zuständigen statistischen Landesämtern und dem DAAD bisher zugegangen sind. Die Fragen und die Aufführung von Sonderfällen werden laufend aktualisiert.

Für alle Fragen zur Durchführung der Hochschulstatistiken steht Ihnen das jeweils zuständige statistische Landesamt als Ansprechpartner zur Verfügung.

1. Fragen zur Bestimmung und Eingrenzung von Credit Mobility

Was genau ist mit der Anerkennung eines Auslandsaufenthalts für den Studiengang gemeint?

Bsp. (1): Ein Graduierter absolviert im Rahmen eines Praxismoduls, welches von seiner Heimathochschule in Deutschland angeboten wird, ein viermonatiges Auslandspraktikum in Finnland. Um sich das Auslandspraktikum als Praxismodul für seinen Studiengang anerkennen zu lassen, musste der Graduierte ein Praktikumsnachweis vorlegen. Eine gesonderte Beantragung der Anerkennung wurde jedoch nicht benötigt, da kein Credit Transfer aus dem Ausland erfolgt ist, sondern das Praxismodul von seiner Heimathochschule in Deutschland für den Studiengang angeboten und anerkannt wurde.

Bsp. (2): Eine Hochschulgraduierte absolvierte einen Studienaufenthalt in Paris. Nach ihrer Rückkehr stellte die Graduierte einen Antrag zur Anrechnung der in Frankreich erbrachten Studienleistungen. Nachdem der Prüfungsausschuss den Anerkennungsbescheid erteilte, ging die entsprechende Info an das Prüfungsamt, sodass der Graduierten der Auslandsaufenthalt mit den einhergehenden Studienleistungen für ihren Studiengang verbucht wurde.  

A. Es gibt in der Regel zwei mögliche Szenarien für die Anerkennung eines temporären Studien- oder Praxisaufenthalts im Ausland (Studium, Praktikum, Summer School, Sprachkurs, Exkursion, etc.) vom zuständigen Prüfungsamt. Zum einen gilt der Auslandsandsaufenthalt als anerkannt, wenn die im Ausland erbrachten Studienleistungen von der Hochschule im Ausland angeboten, vergeben und mittels Anerkennungsverfahren an der Heimathochschule für den Studiengang anerkannt wurden. Als anerkannt gelten auch Auslandsaufenthalte, die im Rahmen von an der Heimathochschule in Deutschland angebotenen Modulen/Leistungen durchgeführt wurden, demnach per se für den Studiengang anerkannt sind und keines gesonderten Anerkennungsverfahren bedürfen.

Grundsätzlich ist zu beachten, dass studienbezogene Auslandsaufenthalte auch dann als anerkannt gelten können, wenn der Aufenthalt laut Studienordnung nicht verpflichtend war (vgl. Bsp. 2). Des Weiteren können studienbezogene Auslandsaufenthalte auch dann anerkannt sein, wenn keine ECTS-Punkte, sondern eine andere Art der Leistung aus dem Ausland erbracht wurde (z.B. Scheinerwerb in den Studiengängen Jura, Medizin und Lehramt, die kein ECTS-Punktesystem anwenden).

Sind auch studienbezogene Auslandsaufenthalte zu berichten, die im Rahmen des Studiengangs nicht verpflichtend zu absolvieren waren?

Bsp. Eine Graduierte konnte sich für ihren studienbezogenen Auslandsaufenthalt von ihrem zuständigen Prüfungsamt Leistungspunkte für ihren Studiengang anerkennen lassen, der Auslandsaufenthalt war im Rahmen ihres Studiengangs aber nicht verpflichtend vorgesehen.

A. Ja, auch von den Hochschulgraduierten freiwillig durchgeführte studienbezogene Auslandsaufenthalte sind zu berichten, sofern diese vom zuständigen Prüfungsamt für den Studiengang anerkannt wurden. Als Hauptkriterium für die Berichtslegung gilt die Anerkennung des Auslandaufenthaltes durch das Prüfungsamt und ist damit unabhängig von dem Pflichtcharakter eines Auslandsaufenthalts.

Wie sind nach einem Hochschul- bzw. Studiengangwechsel zuvor absolvierte und anerkannte studienbezogene Auslandsaufenthalt zu melden?

Bsp. (1) Eine Hochschulgraduierte absolvierte während ihrer Einschreibung an der Hochschule A einen studienbezogenen Auslandsaufenthalt, der ihr für ihren Bachelor-Studiengang Maschinenbau anerkannt wurde. Nach Ihrer Rückkehr aus dem Ausland entscheidet sie sich für einen Hochschulwechsel und beendet ihr Maschinenbaustudium mit dem Bachelorabschluss an der Hochschule B. Auch dort wurde ihr der studienbezogene Auslandsaufenthalt für ihren Studiengang anerkannt.

Bsp. (2) Ein Hochschulgraduierter hat während seines Studiums den Studiengang gewechselt. Er absolvierte während der Einschreibung im alten Studiengang einen Auslandsaufenthalt, der von der Hochschule für den neuen Studiengang anerkannt wurde.

Der studienbezogene Auslandsaufenthalt ist von der Hochschule, an der die Prüfung abgelegt wurde, im Rahmen der Prüfungsstatistik zu melden. Grundsätzlich gilt, dass alle studienbezogenen Auslandsaufenthalte der Hochschulgraduierten zu berichten sind, die während Einschreibung in das Studium erfolgten, das aktuell abgeschlossen wurde, und für den Studiengang anerkannt wurden. In Bezug auf Beispiel 1 und Beispiel 2 sind die studienbezogenen Auslandsaufenthalte für die Prüfungsstatistik zu berichten, auch soweit diese vor der Einschreibung an der meldenden Hochschule erfolgten. Die Erhebung bzw. Meldung der studienbezogenen Auslandsaufenthalte erfolgt ausschließlich im Rahmen der Prüfungsstatistik für den mit der Prüfung abgeschlossenen Studiengang; eine laufende Erhebung/ Berichterstattung der Auslandsaufenthalte im Rahmen der Studierendenstatistik ist nicht vorgesehen.

Studienbezogene Auslandsaufenthalte, die während eines vorherigen Studiums oder vor Aufnahme des Studiums (sog. Brückenmobilität) absolviert und für den Studiengang nachträglich anerkannt wurden, sind nicht für die Hochschulstatistik zu berichten.

Sind studienbezogene Auslandsaufenthalte nur mit einer bestimmten Aufenthaltsdauer zu berücksichtigen?

A. Nein. Für die amtliche Hochschulstatistik sind alle studienbezogenen Auslandsaufenthalte der Graduierten einer Hochschule zu berichten, sofern diese vom zuständigen Prüfungsamt für den Studiengang anerkannt wurden. Als Mindestkriterium gilt daher die Anerkennung des Auslandaufenthalts, ein Mindestkriterium nach der Aufenthaltsdauer gibt es nicht.

Sind studienbezogene Auslandsaufenthalte der Hochschulgraduierten nur mit einem bestimmten Umfang an anerkannten Leistungen zu berücksichtigen?

A. Nein, es gibt kein Mindestmaß der Anerkennung von studienbezogenen Auslandsaufenthalten. Sobald einem Hochschulgraduierten ein studienbezogener Auslandsaufenthalt für den Studiengang anerkannt wurde, ist dieser zu berichten. Dies gilt außerdem unabhängig von der Anzahl der anerkannten ECTS-Punkte bzw. bei Studiengängen ohne ECTS-Punktesystem (z.B. Scheinerwerb in den Studiengängen Medizin, Jura, Lehramt mit Staatsexamen) unabhängig von der Zahl der anerkannten Leistungen aus dem Ausland. Im letzteren Fall bleibt das Feld zum Merkmal „Im Ausland erworbene anerkannte ECTS-Punkte“ leer.

Welche Angaben sind in Bezug auf auslandsmobile Hochschulgraduierte zu treffen, die vor Aufnahme des Studiums, das aktuell abgeschlossen wurde, einen studienbezogenen Auslandsaufenthalt absolviert haben (sog. Brückenmobilität)?

Bsp. Ein Hochschulgraduierter absolvierte vor Aufnahme seines Studiums als Bestandteil der Zulassungsvoraussetzungen zu seinem Studiengang ein Praktikum im Ausland. Dieses wurde ihm für das Studium, dass er aktuell abgeschlossen hat, von seinem zuständigen Prüfungsamt anerkannt. Ihm wurden hierfür 6 ECTS-Punkte anerkannt.

A. Grundsätzlich gilt, dass nur die studienbezogenen Auslandsaufenthalte der Hochschulgraduierten zu berichten sind, die während der Einschreibung in den aktuell abgeschlossenen Studiengang absolviert wurden. Da der im Beispiel aufgezeigte studienbezogene Auslandsaufenthalt nicht während Einschreibung in den abgeschlossenen Studiengang erfolgte, ist dieser im Rahmen der Prüfungsstatistik auch nicht als studienbezogener Auslandsaufenthalt zu melden. In Bezug auf das Merkmal „Im Ausland erworbene anerkannte ECTS-Punkte“ sind die 6 ECTS-Punkte aufzuführen, es wird aber kein studienbezogener Auslandsaufenthalt hinterlegt.

Wie sind mehrere studienbezogene Auslandsaufenthalte eines Hochschulgraduierten zu melden?

Bsp. Eine Hochschulgraduierte ist während ihres zweiten Bachelorsemesters für einen Sprachkurs vier Wochen in Spanien gewesen. Zum Studienende ist sie im sechsten Semester dann nochmals für ein zweimonatiges Auslandssemester nach Mexiko gegangen. Beide Aufenthalte wurden ihr vom zuständigen Prüfungsamt für den Studiengang angerechnet.

A. Für die Hochschulgraduierte sind, bezogen auf das Beispiel, über die amtliche Prüfungsstatistik zwei studienbezogene Auslandsaufenthalte zu melden, weil die beiden Aufenthalte sowohl zu unterschiedlichen Zeitpunkten, als auch in unterschiedlichen Gastländern absolviert wurden. Die Mobilitätsmerkmale Gastland, Aufenthaltsart und -dauer sowie Art des Mobilitätsprogramms sind demnach für die zwei Aufenthalte separat zu berichten.

Pro Hochschulgraduierten können bis zu drei studienbezogene Auslandsaufenthalte berichtet werden. Dabei sollen pro absolviertem, anerkanntem Auslandsaufenthalt die Mobilitätsmerkmale (Gastland, Aufenthaltsdauer und -art, Art des Mobilitätsprogrammes) auch separat gemeldet werden, wenn diese unabhängig voneinander absolviert wurden.

Bei zeitlich zusammenhängenden Auslandsaufenthalten ist die Prüfungsordnung bzw. die Anerkennungspraxis des zuständigen Prüfungsamts ausschlaggebend. Werden zeitlich zusammenhängende Auslandsaufenthalte vom Prüfungsamt separat anerkannt, sollten sie auch separat erfasst werden. Erfolgt keine separate Anerkennung, können zeitlich zusammenhängende Auslandsaufenthalte zusammengefasst und deren Dauer entsprechend summiert werden, sofern jeweils Aufenthaltsart, Mobilitätsprogramm und Gastland identisch sind.

Wie ist mit Hochschulgraduierten ohne temporären studienbezogenen Auslandsaufenthalt zu verfahren?

A. Es bestehen drei mögliche Szenarien, bei denen Hochschulgraduierten keine Leistungen aus dem Ausland anerkannt werden und dementsprechend kein temporärer studienbezogener Auslandsaufenthalt berichtet wird:

  • Ein Hochschulgraduierter war während des Studiums nicht studienbezogen im Ausland.
  • Eine Hochschulgraduierte war während des Studiums studienbezogen im Ausland, stellte aber keinen Antrag auf Anerkennung des Auslandaufenthalts.
  • Ein Hochschulgraduierter war während des Studiums studienbezogen im Ausland und stellte einen Antrag auf Anerkennung, dieser wurde aber von dem zuständigen Prüfungsamt abgelehnt.

In allen drei Fällen wurden den Hochschulgraduierten keine studienbezogenen Auslandsaufenthalte anerkannt. Im Rahmen der amtlichen Prüfungsstatistik ist dementsprechend keine studienbezogene Auslandsmobilität zu melden. Die Datenfelder zu studienbezogenen Auslandsaufenthalten bleiben für diese Graduierten leer.

Wie ist mit Hochschulgraduierten zu verfahren, die an einer Hochschule zwei Studienzyklen (z.B. Bachelor- und Masterstudium) abschließen und während beiden Studienzyklen einen temporären studienbezogenen Auslandsaufenthalt absolvierten?

Bsp. (1) Ein Hochschulgraduierter hat im Sommersemester 2017 den Bachelorabschluss an einer Hochschule in Deutschland erworben. Während seines Bachelorstudiums absolvierte er ein Auslandssemester in Portugal, welches ihm vom zuständigen Prüfungsamt für seinen Studiengang anerkannt wurde. Den Masterabschluss hat der Hochschulgraduierte im Sommersemester 2019 an der gleichen Hochschule in Deutschland erworben, während seines Masterstudiums war er aber nicht erneut temporär studienbezogen im Ausland.

Bsp. (2) Eine Hochschulgraduierte erwarb im Sommersemester 2018 den Bachelorabschluss an einer Hochschule in Deutschland. Während ihres Bachelorstudiums absolvierte sie ein Auslandspraktikum in Österreich, welches ihr für den Studiengang anerkannt wurde. Im Wintersemester 2020 absolvierte sie dann an der gleichen Hochschule ihren Masterabschluss. Während des Masterstudiums studierte sie ein Semester in Frankreich, die dort absolvierten Prüfungsleistungen wurden ihr für das Masterstudium an der Hochschule in Deutschland vom zuständigen Prüfungsamt anerkannt.

A. In Bezug auf Beispiel 1 ist das Auslandssemester des Hochschulgraduierten in Portugal im Rahmen der Prüfungsstatistik zum Sommersemester 2017 zu melden. Da der Hochschulgraduierte im darauffolgenden Studienzyklus aber nicht nochmals auslandsmobil wurde, ist im Rahmen der Prüfungsstatistik zum Sommersemester 2019 keine Credit Mobility für den Hochschulgraduierten zu berichten. In Bezug auf Beispiel 2 ist für die Hochschulgraduierte im Rahmen der Prüfungsstatistik zum Sommersemester 2018 ein temporärer studienbezogener Auslandsaufenthalt mit den entsprechenden Mobilitätsangaben von der Hochschule in Deutschland zu berichten. Auch für die Prüfungsstatistik zum Wintersemester 2020 ist die Hochschulgraduierte als auslandsmobil zu berücksichtigen und die Credit Mobility in Frankreich zu berichten.

Grundsätzlich gilt, dass die Statistikmeldung zu Prüfungen separat nach Studienzyklus erfolgt, auch wenn von Hochschulgraduierten zwei oder auch drei Studienzyklen an der gleichen Hochschule erfolgreich abgeschlossen wurden. Demnach sind auch die zu dem jeweiligen Studienzyklus absolvierten temporären studienbezogenen Auslandsaufenthalte mit Anerkennung separat nach Studienzyklus zu betrachten und zu berichten.  

Sind auch studienbezogene Auslandsaufenthalte zu berichten, die als zusätzliche Leistungen über den vorgesehenen Umfang des Studiengangs hinaus anerkannt und bspw. im Diploma Supplement vermerkt wurden?

Bsp. (1) Für einen Bachelor-Abschluss an der Hochschule A musste die Hochschulgraduierte im Laufe ihres Studiums 180 ECTS Punkte sammeln. Über die erforderlichen Leistungen hinaus absolvierte sie einen studienbezogenen Auslandsaufenthalt, der nicht zum regulären Curriculum des Studiums gehörte, der ihr aber für ihren Studiengang anerkannt und als anerkannte Zusatzleistung im Abschlusszeugnis und im Diploma Supplement vermerkt werden konnte.

A. Ja, studienbezogene Auslandsaufenthalte, die zwar nicht im Rahmen des regulären Curriculums absolviert, allerdings dennoch für den Studiengang anerkannt wurden, sind für die Hochschulstatistik zu berichten. Darunter fallen auch Auslandsaufenthalte, die als zusätzliche anerkannte Leistungen zwar nicht (mehr) im Abschlusszeugnis aufgeführt werden können, weil die Hochschule nur die gemäß regulärem Curriculum zu erwerbenden Leistungen aufführt, die aber in einer ergänzenden Unterlage vermerkt wurden (z.B. Diploma Supplement). Entscheidend ist, dass der studienbezogene Auslandsaufenthalt dem Hochschulgraduierten vom zuständigen Prüfungsamt anerkannt wurde.

2. Fragen zu den Mobilitätsmerkmalen von Credit Mobility

Art des Mobilitätsprogrammes

Es gibt ein Zusatzangebot über Erasmus+, durch das ein Auslandssemester mit einem daran anschließenden Auslandspraktikum im gleichen Land kombiniert werden kann. Welche Aufenthaltsart und -dauer ist für diesen kombinierten Auslandsaufenthalt zu berichten? Ist der kombinierte Auslandsaufenthalt separat nach Art oder kumuliert zu berichten?

Bsp.: Ein Hochschulgraduierter ist für ein dreimonatiges Auslandssemester nach Italien gereist und hat nach Ende des Semesters dort noch ein einmonatiges Praktikum unter Aufsicht der Gasthochschule absolviert. Sowohl das Auslandssemester als auch das Auslandspraktikum in Italien waren über eine Erasmus+ Förderung finanziert und wurden dem mobilen Hochschulgraduierten vom zuständigen Prüfungsamt für seinen Studiengang anerkannt.

A. Im Umgang mit einem kombinierten Auslandsaufenthalt ist die Prüfungsordnung bzw. die Anerkennungspraxis des zuständigen Prüfungsamts ausschlaggebend. Werden zeitlich zusammenhängende Auslandsaufenthalte vom Prüfungsamt separat anerkannt, sollten sie auch separat erfasst werden. Erfolgt keine separate Anerkennung, können zeitlich zusammenhängende Auslandsaufenthalte zusammengefasst und deren Dauer entsprechend summiert werden. Bei der Kombination eines Auslandssemesters mit einem Auslandspraktikum im direkten zeitlichen Anschluss und im gleichen Gastland ist als Aufenthaltsart „01 Studium“ anzugeben.

Es besteht u.a. die Möglichkeit, Erasmus+ Stipendien mit BAföG und Deutschlandstipendium zu kombinieren. Welche Angabe ist zur „Art des Mobilitätsprogrammes“ bei studienbezogenen Auslandsaufenthalten mit Mischfinanzierung zu treffen?

Bsp. Der studienbezogene Aufenthalt einer Hochschulgraduierten wurde sowohl über ein Erasmus+ Stipendium als auch mit Hilfe von BAföG finanziert. Sowohl die Angabe „01 EU-Programm“ als auch „02 Sonstiges internationales/nationales Programm“ zur Art des Mobilitätsprogrammes wären grundsätzlich zutreffend.

A. Bei Kombination eines europäischen und eines nationalen Mobilitätsprogrammes gelten die EU-Förderprogramme als vorrangig. Bezogen auf das Beispiel ist als Art des Mobilitätsprogrammes „01 EU-Programm“ anzugeben. Während sich die finanzielle Beihilfe durch Erasmus+ konkret auf die Förderung der Auslandsmobilität konzentriert, versteht sich BAföG hingegen als generelle Ausbildungsförderung. Grundsätzlich soll die Entscheidung, welches Mobilitätsprogramm bei studienbezogenen Auslandsaufenthalten mit Mischfinanzierung berichtet wird, nach der Relevanz und Bedeutung (finanzieller Umfang) für den Auslandsaufenthalt getroffen und schließlich nur eine Angabe übermittelt werden. 

Welche Art des Mobilitätsprogramms ist bei studienbezogenen Auslandsaufenthalten anzugeben, die über eine Hochschulpartnerschaft ohne direkte finanzielle Förderung, aber beispielsweise unter Erlass der Studiengebühren an der Gasthochschule, durchgeführt wurden?

A. Studienbezogene Auslandsaufenthalte, die grundsätzlich über eine Hochschulpartnerschaft durchgeführt wurden, sind als "02 Sonstiges internationales/nationales Programm (nicht EU-gefördert, z.B. Hochschulpartnerschaft)" bei der Art des Mobilitätsprogramms zu vermerken.1

Welche Art des Mobilitätsprogramms ist bei sogenannten Zero Grant Studierenden anzugeben?


Bsp. Ein Hochschulgraduierter hat aufgrund der hohen Bewerberzahl für seine Gasthochschule keinen Freiplatz und damit auch kein Erasmus Stipendium erhalten. Die Partnerhochschule stimmte aber zu, dass er als zusätzlicher Erasmus+ Studierender ohne Erasmus+ Förderung, also als sogenannter Zero Grant Studierender, dort studieren konnte. Er erhielt zwar keine direkte finanzielle Förderung, konnte aber von den weiteren Vorteilen eines Erasmus Studienaufenthaltes profitieren und zahlte keine Studiengebühren an der Gasthochschule.

A. Bei studienbezogenen Auslandsaufenthalten von Zero Grant Studierenden, die für den Studiengang anerkannt wurden, ist als Art des Mobilitätsprogrammes "01 EU-Programm (EU-gefördert, z.B. Erasmus)" anzugeben.

1 Textänderung ab WS 2017/18 „Sonstiges mit öffentlichen Mitteln gefördertes Programm (institutionelle Partnerschaft, nicht EU-gefördert)

Art des Auslandaufenthaltes

Welche Aufenthaltsart ist bei einem Sprachkurs im Ausland zu berichten?
 

Bsp. (1) Hochschulgraduierte A absolvierte im Rahmen ihres Anglistikstudiums einen zweiwöchigen Sprachkurs in Irland. Der Sprachkurs wurde ihr vom zuständigen Prüfungsamt für ihren Studiengang anerkannt.

Bsp. (2) Hochschulgraduierter B absolvierte im Rahmen seines BWL-Studiums ebenfalls einen Sprachkurs im Ausland. Der Sprachkurs war für sein BWL-Studium zwar nicht fachrelevant, der Auslandsaufenthalt wurde dem Hochschulgraduierten B aber für seinen Studiengang anerkannt (z.B. Möglichkeit durch Mobilitätsfenster).

A. Als Art des Aufenthalts ist bei einem Sprachkurs im Ausland die Angabe „03 Anderer studienbezogener Aufenthalt“ zu treffen. Ein im Ausland absolvierter Sprachkurs ist sowohl mit als auch ohne direkten fachlichen Bezug zum Studiengang eines mobilen Hochschulgraduierten zu melden, sofern für den Sprachkurs eine Anerkennung durch das zuständige Prüfungsamt erfolgte.

Welche Aufenthaltsart ist bei Projekt-/Abschlussarbeiten, Summer Schools oder Exkursionen im Ausland zu berichten, die vom zuständigen Prüfungsamt an der Hochschule in Deutschland anerkannt wurde?

A. Projekt-/Abschlussarbeiten, Summer Schools oder eine Exkursion im Ausland sind sowohl mit, als auch ohne fachlichen Bezug zum Studiengang eines mobilen Hochschulgraduierten zu melden, sofern für diese Auslandsaufenthalte eine Anerkennung durch das zuständige Prüfungsamt erfolgte. Als Art des Aufenthalts ist bei Projekt-/Abschlussarbeiten, Summer Schools oder einer Exkursion im Ausland die Angabe „03 Anderer studienbezogener Aufenthalt“ zu treffen.

Dauer des Auslandaufenthaltes

Welche Aufenthaltsdauer ist zu berichten – nur die Aufenthaltsdauer zur studienbezogenen Auslandsaktivität oder die Aufenthaltsdauer inklusive vorausgehender/nachfolgender Aufenthaltszeit im Ausland (bspw. zu Reisezwecken o.ä.)?

Bsp. Eine Hochschulgraduierte verbrachte für ein Studiensemester insgesamt fünf Monate in Großbritannien. Das von ihrer Heiminstitution anerkannte Studiensemester in Großbritannien dauerte vier Monate, die Graduierte blieb nach dem Semesterende noch einen weiteren Monat in Großbritannien, um zu reisen.

A. Bezogen auf das Beispiel ist für die auslandsmobile Hochschulgraduierte für ihr anerkanntes Auslandssemester in Großbritannien eine Aufenthaltsdauer von vier Monaten zu berichten. Grundsätzlich gilt, dass nur die Aufenthaltsdauer der studienbezogenen Auslandsaktivität zu melden ist.

Wie sind studienbezogene Auslandsaufenthalte mit einer Dauer von sechs Wochen einzuordnen?

A. Das Statistische Bundesamt liest aus allen studienbezogenen Auslandsaufenthalten der amtlichen Hochschulstatistik die Auslandsmobilität nachträglich aus, die für die Meldung an das Statistische Amt der Europäischen Union relevant ist (Mindestkriterium zur Berechnung des europäischen Mobilitätsziels: drei Monate Aufenthaltsdauer). Um die Auslese nach Aufenthaltsdauer möglichst korrekt vornehmen zu können, ist bei der Meldung der Aufenthaltsdauer immer abzurunden. Im Falle von sechs Wochen ist daher der Wert „01= 1 bis unter 2 Monaten“ anzugeben. Grundsätzlich gilt, dass ein Monat vier Wochen entspricht.

In Abgrenzung dazu bleibt das Feld zur Aufenthaltsdauer und auch alle weiteren Felder zu den Mobilitätsmerkmalen leer, wenn ein Hochschulgraduierter keinen anerkannten studienbezogenen Auslandsaufenthalt vorzuweisen hat.

Welche Angaben sind bei einem zweisemestrigen Studienaufenthalt im Ausland zu treffen, der mit jeweils einem Transcript of Records zum jeweiligen Semester belegt wird? Gilt dies als ein Auslandsaufenthalt oder als zwei getrennte Aufenthalte?

Bsp. Eine Hochschulgraduierte absolvierte einen Studienaufenthalt in Frankreich und blieb hierfür zwei Semester an der Hochschule in Frankreich. Nach ihrer Rückkehr wurden ihr vom zuständigen Prüfungsamt ihre in Frankreich erbrachten Studienleistungen für ihren Studiengang anerkannt. Ihr wurden sowohl Prüfungen aus ihrem ersten, als auch aus ihrem zweiten Auslandssemester anerkannt.

Auch hier ist die Prüfungsordnung bzw. die Anerkennungspraxis des zuständigen Prüfungsamts für die Berichtslegung ausschlaggebend. Werden zeitlich zusammenhängende Auslandsaufenthalte vom Prüfungsamt separat anerkannt, sollten sie auch separat erfasst werden. Erfolgt keine separate Anerkennung, können zeitlich zusammenhängende Auslandsaufenthalte, darunter ein zwei- bzw. mehrsemestriger Studienaufenthalt im Ausland, zusammengefasst und deren Dauer entsprechend summiert werden, sofern jeweils die Art des Auslandsaufenthalts, die Art des Mobilitätsprogramms und der Staat des Auslandsaufenthalts identisch sind.

3. Fragen zu Sonderfällen der Credit Mobility (z.B. Exkursionen)

Wie ist mit studienbezogenen Auslandsaufenthalten zu verfahren, die im Rahmen eines Doppelabschlussprogramms oder eines Joint Degree Programmes absolviert wurden?

A. Integrierte Auslandsaufenthalte im Rahmen von Studienprogrammen (Doppelabschlussprogramm oder Joint Degree) gelten per se als anerkannt und sind im Rahmen der Hochschulstatistik zu berichten. Da nur ein Teil, nicht aber das gesamte Studium im Ausland absolviert wurde und der Hochschulgraduierte einen Abschluss an einer Hochschule in Deutschland erworben hat (ggf. mit zusätzlichem Abschluss einer ausländischen Hochschule), sind diese Auslandsaufenthalte als temporäre Credit Mobility zu verstehen und im Rahmen der Hochschulstatistik nach den entsprechenden Mobilitätsmerkmalen von der Hochschule in Deutschland zu berichten.

Wie ist mit auslandsmobilen Hochschulgraduierten umzugehen, die sich während ihres ursprünglich als temporär angedachten Auslandsaufenthaltes für einen Studienabschluss im Ausland entscheiden?

Bsp. Ein Hochschulgraduierter ist im fünften Semester seines Bachelorstudiums für ein Auslandssemester nach Frankreich gegangen (Credit Mobility). Dort hat er sich dafür entschieden, nicht an seine Heimathochschule in Deutschland zurückzukehren, sondern an der Hochschule in Frankreich zu verbleiben und dort den Bachelorabschluss zu absolvieren. Der Graduierte erwarb demnach seinen Hochschulabschluss in Frankreich (abschlussbezogene Mobilität, sog. Degree Mobility). Von seiner Heimathochschule in Deutschland erhielt er keinen Studienabschluss (d.h. kein Doppelabschlussprogramm/Joint Degree) und ist demnach auch nicht in der amtlichen Prüfungsstatistik enthalten.

A. Hochschulgraduierte, die sich während ihres Auslandaufenthalts kurzfristig für einen Studienabschluss im Ausland entschieden haben und demnach keinen Abschluss an einer Hochschule in Deutschland erwerben, sind abschlussbezogen mobil. Sie sind in der amtlichen Prüfungsstatistik der Hochschulen in Deutschland nicht enthalten.

Wie ist bei zusammenhängenden Exkursionen im Ausland vorzugehen?

Bsp. Eine Hochschulgraduierte nimmt im Rahmen ihres Geographiestudiums an einer mehrtägigen Exkursion im Ausland teil und besucht hierfür innerhalb weniger Tage mehrere Orte. Die Exkursion wird der auslandsmobilen Hochschulgraduierten für ihr Studium durch das zuständige Prüfungsamt anerkannt.

A. Im Umgang mit zusammenhängenden Exkursionen im Ausland sind die Prüfungsordnung bzw. die Anerkennungspraxis des zuständigen Prüfungsamts ausschlaggebend. Werden zeitlich zusammenhängende Auslandsaufenthalte vom Prüfungsamt separat anerkannt, sollten sie auch separat erfasst werden. Erfolgt keine separate Anerkennung, können zeitlich zusammenhängende Auslandsaufenthalte, etwa Exkursionen an mehrere Orte, zusammengefasst und deren "Dauer" entsprechend summiert werden, sofern jeweils die Art des Auslandsaufenthalts, die Art des Mobilitätsprogramms und der Staat des Auslandsaufenthalts identisch sind.

Welcher Staat des Auslandaufenthaltes ist anzugeben, wenn im Rahmen einer Exkursion mehrere Länder besucht werden?

A. In dem Fall, wo eine Aufteilung nach Exkursionen in verschiedene Länder nicht möglich ist / zu kompliziert wäre, soll ein Staat festgelegt werden. Dies sollte, sofern herausstellbar, der Staat der längsten Exkursion sein. Andernfalls sollte als Richtlinie das Land, das zuerst besucht wurde, berichtet werden.

Wie ist zu verfahren, wenn ein Hochschulgraduierter im Rahmen seines Auslandaufenthalts währenddessen einen weiteren Auslandsaufenthalt durchführt?

Bsp. Ein Hochschulgraduierter absolvierte während seines Studiums ein Studienaufenthalt an einer Hochschule in Finnland. Während seines Aufenthalts an der Hochschule in Finnland absolvierter er ein Pflichtpraktikum in Estland.

A. Unter der Voraussetzung, dass beide Auslandsaufenthalte für den Studiengang anerkannt wurden, ist die Prüfungsordnung bzw. die Anerkennungspraxis des zuständigen Prüfungsamts ausschlaggebend. Werden die Auslandsaufenthalte vom Prüfungsamt separat anerkannt, wofür die Unterschiede in der Art des Auslandaufenthalts und der Staat des Auslandaufenthalts sprechen, sollten sie auch separat erfasst werden. Erfolgt keine separate Anerkennung sollte, sofern herausstellbar, der Staat und die Aufenthaltsart des längsten Auslandaufenthalts berichtet werden. Andernfalls sollte als Richtlinie das Land, das zuerst besucht wurde, und die entsprechende Aufenthaltsart berichtet werden.

Bei Hochschulen in Grenznähe besteht für Studierende die Möglichkeit an der Hochschule in Deutschland zu studieren und parallel dazu an einer Hochschule in einem anderen Staat (z.B. Tschechien) einzelne Vorlesungen zu besuchen bzw. parallel zum Semester z.B. einmal wöchentlich im Nachbarstaat zu arbeiten. Zählen solche Fälle als studienbezogene Auslandsaufenthalte gemäß Hochschulstatistik, bzw. welche Angaben sind hier zu treffen?

A. Im Rahmen der Hochschulstatistik sind alle studienbezogenen Auslandsaufenthalte zu berichten, die dem Hochschulgraduierten für den Studiengang anerkannt wurden und die physische Mobilität voraussetzen. Treffen diese Kriterien auf den Auslandsaufenthalt zu, ist er entsprechend zu berichten. Zur Ermittlung der Aufenthaltsdauer ist eine Einschätzung der Tage vorzunehmen, die im Ausland zum Erwerb der Studienleistung verbracht wurden und der entsprechenden Monatsangabe zuzuweisen. Eine so ermittelte Gesamt-Aufenthaltsdauer von bis zu 30 Tagen für Veranstaltungen, die im Nachbarstaat besucht wurden und dem Hochschulgraduierten für den Studiengang anerkannt wurden, ist beispielsweise unter "00 = unter einem Monat" zu erfassen.