Türkisch-Deutsche Universität (TDU)

Istanbul

Die Türkisch-Deutsche Universität (TDU) in Istanbul ist eine staatliche Einrichtung, die auf der Basis eines deutsch-türkischen Regierungsabkommens entstanden ist. Sie ist als Leuchtturmprojekt der deutsch-türkischen Hochschulkooperation konzipiert. Als staatliche Universität unterliegt sie der türkischen Hochschulgesetzgebung.

Hintergrund

Mitte 2006 begannen intensive deutsch-türkische Gespräche über die Gründung einer „Türkisch-Deutschen Universität“ (TDU) in der Türkei. Auf der Basis eines DAAD-Eckpunktepapiers wurden Verhandlungen geführt, die mit der Unterzeichnung einer deutsch-türkischen Regierungsvereinbarung zur Gründung der TDU (30.05.2008, Berlin) abgeschlossen wurden. Das Regierungsabkommen ist in beiden Ländern ratifiziert. Das Gründungsgesetz wurde im April 2010 vom türkischen Parlament verabschiedet.
In Anwesenheit des deutschen und des türkischen Staatspräsidenten erfolgte im Oktober 2010 die Grundsteinlegung. Der Lehrbetrieb wurde am 16. September 2013 aufgenommen. Die offizielle Eröffnung der TDU erfolgte im Rahmen des Deutsch-Türkischen Wissenschaftsjahres am 29. April 2014 durch Bundespräsident Joachim Gauck und seinen türkischen Amtskollegen Abdullah Gül.

Das Projekt wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) über den DAAD gefördert. Die Kosten für die Infrastruktur und den laufenden Betrieb der TDU trägt die türkische Seite (Grundstück, Bau, Betrieb, Personal). Die deutsche Seite leistet substantielle Beiträge zum akademischen Betrieb, zur Lehre und zur Vermittlung der deutschen Sprache. Durch integrierte Deutschlandaufenthalte erhalten die Studierenden die Möglichkeit, sich sprachlich und fachlich weiterzubilden und Deutschland besser kennen zu lernen. Für das wissenschaftliche Personal der TDU, insbesondere für NachwuchswissenschaftlerInnen, werden fachliche Qualifizierungsmaßnahmen und Möglichkeiten zu Forschungsaufenthalten an deutschen Hochschulen angeboten.

Auf deutscher Seite wird die akademische Verantwortung durch ein Konsortium unter der Präsidentschaft von Bundestagspräsidentin a.D. Prof. Rita Süssmuth getragen. Das deutsche Konsortium (K-TDU e.V.) mit mittlerweile 37 Mitgliedshochschulen und dem DAAD leistet den deutschen Beitrag zur Erfüllung der deutsch-türkischen Regierungsvereinbarung und steht beim weiteren Aufbau und Betrieb der TDU den türkischen Kollegen und Kolleginnen tatkräftig zur Seite. Zusammen stehen sie für die Qualität und den Erfolg gemeinsamer Forschung und Lehre.

Projektziele

Leitbild und Vision der Türkisch-Deutschen Universität (TDU):
Die deutsch-türkischen Beziehungen haben eine lange Tradition. Die dadurch entstandenen vielfältigen Bindungen sind auch zukünftig von besonderer Bedeutung für die politische, wirtschaftliche und zivilgesellschaftliche Entwicklung in den beiden Ländern. 50 Jahre nach dem Beschluss zum Bau der Bosporusbrücke sollen mit einem neuen - geistigen - Brückenschlag zwischen Orient und Okzident, zwischen der Türkei und Deutschland, diese Beziehungen bekräftigt und vertieft werden. Eine türkisch-deutsche Universität wird die Chance eröffnen, durch gemeinsames Lernen, Lehren und Forschen neue Erkenntnisse zu erzielen und zu verbreiten, die die Köpfe und Herzen junger Menschen in der Türkei und in Deutschland ergreifen und den wohlverstandenen wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Interessen beider Länder dienen. Die Türkisch-Deutsche Universität (TDU) besitzt eine herausragende Bedeutung für die Wissenschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und der Türkei und bietet die Chance, die guten akademischen Beziehungen beider Länder in Forschung und Lehre sichtbar zu machen. Die TDU wird ein eigenes Profil entwickeln, das sie unverwechselbar von anderen Universitäten unterscheidet:

Die TDU ist als staatliche türkische Forschungsuniversität in einer Größenordnung von mittelfristig 5.000 Studierenden und Doktoranden mit einem dreistufigen Studiensystem (BA, MA, PhD) in fünf Fakultäten geplant:

  • Ingenieurwissenschaften
  • Naturwissenschaften
  • Wirtschafts- und Verwaltungswissenschaften
  • Rechtswissenschaft
  • Kultur- und Sozialwissenschaften

Gefördert durch:

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Projektpartner:

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