Hintergrundinformationen zum Programm "NRWege ins Studium"

Das Programm NRWege ins Studium will studierwillige und -fähige Flüchtlinge erfolgreich in ein Studium an einer Hochschule in NRW integrieren und erfolgreich zu einem Studienabschluss führen. Darüber hinaus werden Geförderte optimal auf den Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt vorbereitet. Durch die (teilweise) Öffnung für alle internationalen Studierenden werden Strukturen für den Aufbau einer weltoffenen Hochschule geschaffen und ein nachhaltiger Beitrag zur Internationalisierung geleistet.
 

 

Vorbereitung auf ein erfolgreiches Studium

Seit 2017 haben 30 Hochschulen in NRW Geflüchtete gezielt gefördert. Im Zentrum stand dabei die Vermittlung von Deutschkenntnissen auf Hochschulniveau. Die deutsche Sprache ist der zentrale Erfolgsfaktor für ein erfolgreiches Studium. Dies gilt auch für den aktuellen Ausschreibungszyklus ab 2020.
Um ein Studium überhaupt beginnen zu können, sind Sprachkenntnisse mindestens auf dem Niveau B2/ C1 nachzuweisen. Die Hochschulen bereiten die Geflüchteten auf die hochschulspezifi­schen Prüfungen intensiv vor. In der Regel beginnen die Kurse mit dem Niveau B1 und führen in etwa einem Jahr zur Sprachprüfung.

Fachliche Vorbereitung

Neben der Vermittlung der sprachlichen Kompeten­zen wird auch weiterhin die fachliche Qualifikation gefördert. Hier sind es vor allem studienbegleitende Sprach- und Fachkurse sowie Tutorien, die das bereits einmal erworbenes Wissen auf einen für den Studieneinstieg optimalen Stand bringen sollen. Studienbegleitende bedarfsorientierte Kompaktformate (z.B. kompetenzbezogene Weiterbildung und spezifische Veranstaltungen zur Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt) sollen Geflüchteten, die bereits ein Studium begonnen haben, helfen ihre Kompetenzen zu erweitern. Die Formate sind dabei sehr flexibel und umfassen Workshops und Seminare ebenso wie Einzelmaßnahmen oder Blockveranstaltungen.

Beraten, betreuen, vernetzen

Ein wesentlicher Bestandteil des Programms ist die Finanzierung von Personal zum Ausbau der Beratungs- und Betreuungsstrukturen an den Hochschulen. Der hohe Zustrom von Geflüchteten mit einer Vielzahl von Fragen zum deutschen Hochschulsystem stellt hohe Anforderungen an das Hochschulpersonal in Auslandsämtern und in der Studienberatung. Die Beratung und Betreuung von Flüchtlingen ist weit mehr als eine reine Studienberatung. Hochschulmitarbeiter müssen häufig Grundsätzliches erläutern und Geflüchtete vielfältig unterstützen. So stehen häufig Fragen zu aufenthaltsrechtlichen Bestimmungen oder die Sorge um die Finanzierung des Lebensunterhalts im Fokus.

Mit mindestens einem Koordinator an jeder Hochschule, der für Flüchtlinge sowie für hochschulinterne und außenstehende Personen der direkte Ansprechpartner ist, hat das Programm ein stabiles Netzwerk aufgebaut, das aus den Hochschulen heraus wirkt.
Der DAAD versucht die Vernetzung und engagierte Arbeit der Koordinatoren durch regelmäßige Veranstaltungen und Informationsarbeit zu flankieren. Dadurch sollen die Koordinatoren von den Erfahrungswerten der anderen Hochschulen profitieren und Best-Practices Erfahrungen sichtbar gemacht werden.

Stipendien

In der aktuellen Ausschreibung ab 2020 besteht für NRW- Hochschulen die Möglichkeit, Stipendien an besonders begabte Studierende mit Fluchthintergrund zu vergeben. Die Zielgruppe sind geflüchtete Studierende, die sich durch eine hohe Motivation und Wahrscheinlichkeit des Studienerfolgs auszeichnen. Neben Studieneinstiegs- und Studienstipendien können für Studierende im höheren Fachsemester Studienabschlussstipendien vergeben werden. Zudem werden Fahrtkosten für besonders begabte Studieninteressierte mit Fluchthintergrund während der Vorbereitungskurse übernommen.

 

Gefördert durch

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