DAAD-Mitgliedshochschulen

Sorge um Afghanistan

Die deutschen Hochschulen blicken mit großer Sorge auf die Entwicklungen in Afghanistan. Bei einem virtuellen Treffen am gestrigen Montag (6.9.) unterstützten die Mitgliedshochschulen des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) seine Bemühungen zum Ausbau von Förderprogrammen für afghanische Forschende und Studierende.

Das Hauptgebäude des DAAD in Bonn

Der DAAD hatte erneut die für Internationales zuständigen Mitglieder der deutschen Hochschulleitungen zum halbjährlichen Austausch eingeladen. An dem virtuellen Treffen nahmen über 100 Hochschulen aus ganz Deutschland teil. „Viele unserer Mitgliedshochschulen sind besorgt über die Situation in Afghanistan, sie erfahren von dramatischen Entwicklungen an den Hochschulen im Land. Zudem berichten sie von den Sorgen afghanischer Studierender in Deutschland um ihre Angehörigen oder um die Sicherung ihres Aufenthaltsstatus“, sagte DAAD-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee anlässlich des Treffens.

Mit Blick auf die dramatischen Entwicklungen in Afghanistan dankte der DAAD-Präsident dem Auswärtigen Amt für die intensive Zusammenarbeit in den vergangenen Wochen. „Nach Ende der Evakuierungen stehen wir nun gemeinsam mit unseren Mitgliedshochschulen bereit, um Programme und Maßnahmen zum Schutz und zur Integration von afghanischen Forschenden und Studierenden in der Region und in Deutschland auszuweiten oder neu aufzusetzen.“ 

Als Förderorganisation für den akademischen Austausch stehe der DAAD auch nach der erneuten Machtübernahme durch die Taliban an der Seite der Menschen in Afghanistan. Er hatte dazu in der vergangenen Woche erste Überlegungen zum kurzfristigen Ausbau der Unterstützung afghanischer Studierender und Forschender . „Eines unserer Ziele ist es, geflüchteten Studierenden und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vor Ort – beispielsweise in den Nachbarländern Afghanistans – die Fortführung ihres Studiums oder ihrer Promotion zu ermöglichen. Gleichzeitig müssen die erfolgreichen Programme für Flüchtlinge an den deutschen Hochschulen erhalten und ausgebaut werden“, so Mukherjee. Hier seien in den vergangenen fünf Jahren durch großes Engagement von Hochschulen und Studierendenschaften verlässliche Strukturen entstanden. Auf diese könne bei der Integration und Ausbildung afghanischer Flüchtlinge zurückgegriffen werden. Man stehe zu den Überlegungen im engen Austausch mit den Geldgebern und nehme eine große Offenheit der Bundesregierung für diese Themen wahr, so der DAAD-Präsident weiter.

Ausblick auf das Wintersemester 2021/2022 

Abseits der Sorge um afghanische Studierende und Forschende, blicken die DAAD-Mitgliedshochschulen in einer Umfrage vorsichtig optimistisch auf das kommende Wintersemester. So plant die Mehrheit von ihnen mehr Präsenzlehre – ein wichtiges Zeichen, gerade für internationale Studierende. Die befragten Hochschulen gehen zudem von einer Stabilisierung der Zahl der internationalen Studienanfängerinnen und -anfängern aus. Weiterhin erwarten rund zwei Drittel der Befragten, dass mindestens die Hälfte der internationalen Studierenden im Wintersemester nach Deutschland einreisen wird. Der DAAD hatte die Erwartungen der Mitgliedshochschulen vor dem Treffen abgefragt.