Eine erfolgreiche Karriere in der Mathematik dank Stipendien

Porträt von Glen Wheeler

Durch seine Forschungsaufenthalte in Berlin und Magdeburg konnte der studierte Mathematiker und DAAD-Alumnus Glen Wheeler tief in die Materie eintauchen. Das hat seine berufliche Laufbahn maßgeblich beeinflusst.

Die Stipendien waren ein Sprungbrett für meine Karriere. Glen Wheeler

Glen Wheeler ist Mathematiker und lebt in Australien. Einen entscheidenden Grundbaustein seiner Karriere legte er jedoch in Deutschland: zwei Forschungsstipendien führten ihn zunächst nach Berlin und dann nach Magdeburg. "Das war eine logische Wahl für mich, da Deutschland für einige der besten Arbeiten auf meinem Gebiet, der geometrischen Analyse, bekannt ist", so der Wissenschaftler. 

Seinen ersten Kontakt nach Deutschland stellte er 2008 über einen Kontakt seines Mentors an der Freien Universität (FU) Berlin her. "Ich schrieb ihm und fragte ihn, ob er mich im Rahmen eines dreimonatigen DAAD-Stipendiums für junge Wissenschaftler aufnehmen könnte", erzählt Glen Wheeler. Nachdem aus Berlin grünes Licht kam, suchte Glen Wheeler das Büro des DAAD in Sydney auf und erhielt bald darauf die schriftliche Zusage für ein Stipendium. Die Suche nach einer Unterkunft in der deutschen Hauptstadt übernahm die FU für ihn. Das erleichterte den Start erheblich.

Deutschland: Mathematische Forschung auf Weltniveau

"In Berlin bekam ich Zugang zu Weltklasse-Talenten auf meinem Gebiet. Daran wuchs ich selbst so sehr, dass ich gar nicht mehr weg wollte", erinnert sich der Mathematiker. Als sein Visum nach drei Monaten ablief, reiste der Australier zunächst zurück nach Sydney. Dort schloss er seine Promotion ab, suchte aber gleichzeitig nach einer Möglichkeit für einen weiteren Forschungsaufenthalt in Deutschland. Mithilfe der Kontakte, die er in Berlin geknüpft hatte, bewarb er sich 2010 für ein Humboldt‐Forschungsstipendium. Auch diese Bewerbung war erfolgreich und so konnte Glen Wheeler zwei Jahre an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg verbringen.

"Das war eine tolle Zeit, für die ich sehr dankbar bin", sagt der DAAD-Alumnus und Humboldtianer im Rückblick über seine Stipendien. "Ich lernte von prominenten Expertinnen und Experten, auf Konferenzen konnte ich für mich und meine Arbeit werben und Kontakte knüpfen. Das war ein wunderbares Sprungbrett für meine Karriere." Er ist sicher: Ohne diese Möglichkeiten wäre es für ihn deutlich schwieriger gewesen, beruflich Fuß zu fassen. "Vielleicht wäre ich sogar aus der Mathematik ausgestiegen."

Ein Stipendium mit Weihnachtszauber

Deutschland hat Glen Wheeler auch unabhängig von der Mathematik gefallen. "Ich habe die Menschen als unglaublich freundlich und offen erlebt." Besonders gern denkt er an die Weihnachtszeit. "Die Art und Weise, wie ganze Stadtteile in Weihnachtsmärkte verwandelt werden, mit kleinen Buden, in denen köstliche Speisen verkauft werden, war fantastisch." Als dann noch Schnee fiel, habe er sich gefühlt wie in einem Weihnachtsfilm.

Das Netzwerk trägt durch das ganze Berufsleben

Heute arbeitet Glen Wheeler als Senior Lecturer an der University of Wollongong, Australien. Die Zeit, die er in Deutschland verbracht hat, beeinflusst seine berufliche Laufbahn bis heute. Er arbeitet mit Kolleginnen und Kollegen in Deutschland zusammen, besucht Konferenzen in Deutschland und organisiert gemeinsame Veranstaltungen. Dazu hält er sich über die neuesten Entwicklungen in seinem früheren Gastland in seinem Forschungsbereich auf dem Laufenden. "Das muss ich auch, denn Deutschland ist nach wie vor ganz vorne mit dabei", sagt er.

Sein Deutsch, so sagt Glen Wheeler, habe nach einem Kurs am Goethe-Institut für "eine brauchbare Unterhaltung" ausgereicht, inzwischen sei es aber wieder eingerostet. Sein Rat: "Bleiben Sie dran und wenden Sie Ihre Sprachkenntnisse nach Möglichkeit weiter an, auch wenn Sie nicht mehr in Deutschland sind. Ich wünschte jedenfalls, ich hätte das getan."

Von Lisa Priller-Gebhardt

Glen Wheeler
Glen Wheeler schloss 2004 einen Bachelor of Computer Science an der University of Wollongong in Australien ab. Nach einer kurzen Zeit in der Industrie kehrte er an die Universität zurück, absolvierte einen Bachelor of Mathematics Advanced und später ein Promotionsstudium zu geometrischen Evolutionsgleichungen 4. Ordnung. Ein DAAD-Stipendium sowie ein Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung ermöglichten ihm Forschungsaufenthalte in Deutschland. Heute lehrt der 41-Jährige an der University of Wollongong, wo er eine Stelle als Senior Lecturer an der School of Mathematics and Applied Statistics innehat. Sein aktuelles Forschungsgebiet sind geometrische Evolutionsgleichungen und die geometrische Analysis.