Johann Gottfried Herder-Programm für emeritierte Hochschullehrer

Ausserhofer/Himsel / DAAD

Hintergrund und Ziele des Programms

Das Johann Gottfried Herder-Programm war von 1999 bis 2013 eine von öffentlichen Organisationen und privaten Stiftungen getragene Kooperation. Ab 2014 wird das Programm nunmehr vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) fortgeführt.
Das Programm unterstützt und vermittelt den Einsatz deutscher emeritierter Hochschullehrer an ausländischen Hochschulen weltweit. Es richtet sich an emeritierte und pensionierte deutsche Hochschullehrer aller Fachrichtungen, in Ausnahmefällen auch an Führungskräfte im Ruhestand aus Wirtschaft und Verwaltung, die Interesse an einem längerfristigen (mindestens einsemestrigen) Lehraufenthalt an einer Gasthochschule haben. Die Herder-Dozenten geben wichtige Impulse zur Vernetzung ihrer Gastuniversität mit Hochschulen in Deutschland, zur Erneuerung und Modernisierung des Lehrangebots der Gastuniversität und vermitteln zudem deutsche Sprache und Wissenschaftskultur im Ausland. Gefördert werden Semesterdozenturen. Die Teilnehmer des Programms sollen jeweils zum Beginn des Semesters ihre Tätigkeit aufnehmen.

Einen besonderen Schwerpunkt setzt das Programm darauf, emeritierte Hochschullehrer in DAAD-Projekte zu entsenden, die von oder in Kooperation mit deutschen Hochschulen im Ausland durchgeführt werden. Darüber hinaus können sich aber auch Emeriti bewerben, die bereits über eine Einladung einer ausländischen Hochschule verfügen. Voraussetzung für eine Förderung ist, dass es an dem Einsatz ein dezidiertes außenkultur-, wissenschafts- oder entwicklungspolitisches Interesse besteht.

Bewerbungs- und Auswahlverfahren

Deutsche emeritierte Hochschullehrer, in Ausnahmefällen auch Führungskräfte im Ruhestand aus Wirtschaft und Verwaltung, können sich auf folgende Weise für eine Förderung bewerben:

  1. Sie bewerben sich auf Ausschreibungen von Stellen, die auf der Homepage des DAAD regelmäßig publiziert werden. Diese Stellen werden i.d.R. im Rahmen von DAAD-Projekten deutscher Hochschulen im Ausland angesiedelt sein.
  2. Sie bewerben sich für einen von Ihnen selbst angebahnten Einsatz an einer ausländischen Hochschule, wo es für die Tätigkeit eines deutschen Gastdozenten ein dezidiertes außenkultur-, wissenschafts- oder entwicklungspolitisches Interesse gibt.
  3. Sie hinterlegen Ihr (fachliches u. regionales) Profil in der DAAD-Emeriti-Datenbank; Sie erhalten dann zu gegebener Zeit die Vakanzen.

Alle Bewerbungen der Verfahren a) und b) werden von einer unabhängigen, aus Hochschullehrern bestehenden Kommission bewertet, die zweimal jährlich (Frühjahr und Herbst) tagt. Bei einer Vermittlung in ein konkretes Hochschulprojekt im Ausland trifft die aufnehmende Hochschule bzw. der/die Projektverantwortliche in einem zweiten Verfahrensschritt die abschließende Auswahlentscheidung.

Bewerbungen von Dozentinnen und Dozenten sind jeweils bis zum  30. September bzw. bis zum 28. Februar an folgende Adresse zu richten:

Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)
Referat 435, Kennedyallee 50, 53175 Bonn
Ansprechpartnerin: Marina Rädisch
Telefon: 0228/882-636, Telefax: 0228/882-9636
E-Mail: Raedisch@daad.de

Bewerber und Bewerberinnen werden gebeten, folgende Unterlagen einzureichen:

Alle Bewerber/innen (Verfahren a und b):

  • das ausgefüllte Antragsformular
  • Darstellung des wissenschaftlichen und beruflichen Werdegangs
  • Schriftenverzeichnis der letzten fünf Jahre sowie ggf. weitere besonders relevante Veröffentlichungen
  • eine ausführliche Darstellung des geplanten Angebots an Lehrveranstaltungen für die ausgeschriebene/geplante Stelle

Bewerber/innen, die sich auf eine ausgeschriebene Stelle bewerben (Verfahren a) werden gebeten, ihre Bewerbungsunterlagen ggf. auf Englisch einzureichen (bitte beachten Sie die Ausschreibung).

Bewerber/innen mit selbständig angebahnten Lehrvorhaben (Verfahren b) reichen bitte zusätzlich folgende Unterlagen ein:

  • Begründung der besonderen kultur-, bildungs-, wissenschafts- oder entwicklungspolitischen Relevanz des Vorhabens
  • Einladungsschreiben, Stellenbeschreibung sowie Erklärung über die Eigenleistung der ausländischen Hochschule

Wir machen Sie darauf aufmerksam, dass nur vollständig eingegangene Bewerbungsunterlagen berücksichtigt werden können. Ihre Bewerbungsunterlagen einschließlich aller Anlagen, Muster etc. gehen in das Eigentum des DAAD über. Eine Rücksendung erfolgt nicht.

Eigenleistungen der ausländischen Hochschule

Von der ausländischen Hochschule wird erwartet, dass sie

  • einen Arbeitsvertrag mit dem Gastdozenten oder der Gastdozentin schließt
  • i.d.R. ein ortsübliches Gehalt zahlt
  • nach Möglichkeit eine angemessene, kostenfreie Unterkunft zur Verfügung stellt.

Förderungsmodalitäten

Leistungen des Programms werden ausschließlich dem Gastdozenten oder, im Fall der Sachkostenpauschale, über den Gastdozenten zur Verfügung gestellt.

  • Der DAAD gewährt den Dozenten ein pauschaliertes, monatliches Tage- und Übernachtungsgeld, differenziert nach Gastland/Ort.
  • Bei Begleitung durch den Lebenspartner für mindestens zwei Monate wird das monatliche Tage- und Übernachtungsgeld für den Zeitraum der Anwesenheit an der ausländischen Hochschule um 25 % erhöht.
  • Wenn die Gasthochschule eine kostenfreie Unterkunft zur Verfügung stellt und diese für den Vermittelten zumutbar ist, werden die Sätze für das Tage- und Übernachtungsgeld um 25 % gemindert.
  • Das ortsübliche Gehalt der Gasthochschule wird auf das monatliche Tage- und Übernachtungsgeld angerechnet, sobald es 250,00 € pro Monat überschreitet.
  • Reisekosten: Der Gastdozent und der mitreisende Partner erhalten eine einmalige Reisekostenpauschale, differenziert nach Gastland/Ort.
  • Versicherung: Der DAAD schließt für alle Dozenten und mitreisende Lebenspartner eine Kranken-, Unfall- und Privathaftpflichtversicherung ab, die auch die Rückführungskosten im Krankheits- oder Todesfall abdeckt.
  • Sachkostenpauschale: Vor der Ausreise erhält jeder Dozent eine Sachkostenpauschale in Höhe von 1.000,00 €, bei Verlängerung seiner Dozentur 500,00 €. Diese kann zur Beschaffung von Arbeitsmaterial (Bücher, Geräte) genutzt werden, die später am Gastinstitut verbleiben, soll aber auch alle sonstigen mit der Ausreise und dem Gastaufenthalt verbundenen Kosten (einschließlich Zoll- und ggf. Visumgebühren) abdecken.

Wenn der Antrag auf eine ausgeschriebene Stelle von der Auswahlkommission positiv beschieden wurde, besteht die Möglichkeit einer Orientierungsreise an die Gastuniversität, sofern der Dozent/die Dozentin die Gastuniversität noch nicht persönlich kennen lernen konnte. Die Orientierungsreise dient  dazu, die Gegebenheiten vor Ort kennenzulernen und den Lehrplan mit den dortigen Ansprechpartnern abzustimmen. Es ist wünschenswert, wenn die Gastdozenten im Rahmen ihrer Orientierungsreise eine Antrittsvorlesung halten. Die maximale Reisezeit beträgt für Europa eine Woche und außerhalb Europas zwei Wochen. Die Finanzierung der Begleitung durch den Lebenspartner ist bei Orientierungsreisen nicht förderbar.

Des Weiteren besteht die Möglichkeit für Gastdozenten, die nach Verfahren a) eine Zusage erhalten haben, an einem ein- bis zweiwöchigen Seminar für Interkulturelle Kommunikations- und Landeskompetenz bei der GIZ in Bad Honnef teilzunehmen.

Verlängerung

Verfahren a): Einzelheiten zur geplanten Laufzeit und den Verlängerungsmodalitäten werden von den jeweiligen Hochschulprojekten im Einzelfall festgelegt und im Zuge der Ausschreibung bekannt gegeben.

Verfahren b): Bei selbständig angebahnten Lehrvorhaben erfolgt die Bewilligung für die Dozenturen i.d.R. für ein Semester; eine Verlängerung ist grundsätzlich möglich. Anträge auf Verlängerung erfolgen formlos durch den/die Gastdozenten/in. In diesen Fällen ist dem Antrag ein Unterstützungsschreiben der Gasthochschule sowie ein Bericht über die Tätigkeit sowie ggf. eine erneute Stellenbeschreibung beizufügen. Über Verlängerungsanträge wird im Rahmen der regulären Auswahlsitzungen im Frühjahr und Herbst eines Jahres entschieden.

In der Regel beträgt die Förderhöchstdauer drei Semester (Erstantrag und zwei Verlängerungen).

Weitere Informationen und Downloads

Stand: 28.01.2014