Tätigkeitsprofile und Lektoratsmodelle

DAAD / Eric A. Lichtenscheidt

Da die ausländischen Hochschulen die Stellen bereitstellen sowie die zukünftigen Aufgaben und erforderlichen Qualifikationen definieren, ist es schwierig, ein einheitliches Bild der Lektorate zu zeichnen.

Die Anforderungen wie die Aufgaben der Lektoren sind so unterschiedlich wie vielfältig. Sie werden jeweils detailliert in den Stellenausschreibungen der Hochschulen definiert.

Allgemein umfasst das Spektrum der von den Lektoren an ausländischen Hochschulen wahrgenommenen Aufgaben:

  • Vermittlung des Deutschen als Fremdsprache und der Inhalte des jeweiligen Studienfachs (detaillierter unter: Regellektorate und Fachlektorate)
  • Allgemeine Beratung über Studienmöglichkeiten in Deutschland, spezielle Beratung für Stipendienbewerber

Im Rahmen der Lehrtätigkeit zählen hierzu auch folgende Aufgaben:

  • Veranstaltungen zur deutschen Landeskunde und jüngeren deutschen und europäischen Geschichte
  • Lehrveranstaltungen zur Literatur- und Sprachwissenschaft
  • Unterricht zur Didaktik und Methodik der Fremdsprachenvermittlung
  • Erstellung von Prüfungsaufgaben und Durchführung von Prüfungen
  • Mitarbeit bei der Studiengangsplanung
  • Mitarbeit bei der Ausbildung von Dolmetschern und Übersetzern
  • Kontaktpflege zu den deutschen Organisationen (DAAD, DFG, Goethe-Institut e.V. u. a.)
  • Beteiligung an der Akademischen Selbstverwaltung und Wahrnehmung administrativer Aufgaben
  • Beratung von Kollegen in Fachfragen und bei Publikationen
  • Organisation und Mitwirkung bei kulturellen Veranstaltungen innerhalb und außerhalb der Hochschule

Zusätzlich zu ihrer Lehrtätigkeit übernehmen die Lektoren – vor allem außerhalb Europas – wichtige kulturpolitische Aufgaben, die über die Arbeit an der jeweiligen Hochschule weit hinausgehen.

Je nach Aufgabenschwerpunkt lassen sich im Wesentlichen folgende vier Modelle unterscheiden:

1. Regellektorate (Lektorate für Deutsch als Fremdsprache, Germanistik und Landeskunde)

Als Philologe und DaFler: Regellektorat

Der überwiegende Teil der DAAD-Lektorate sind Regellektorate. Sie dienen im engen Sinne der Förderung der deutschen Sprache/Germanistik und der Deutschlandkunde. Die Lehrangebote im Ausland richten sich primär an Studierende einschlägiger Fachgebiete, d. h. an angehende Deutschlehrer, Dolmetscher und Übersetzer u. Ä. Darüber hinaus wird aber auch Deutsch für Hörer aller Fachrichtungen angeboten.

Regellektoren unterrichten 12 bis 15 Stunden pro Woche. Ergänzend zu den jeweiligen Lehraufgaben nehmen sie in Absprache mit dem DAAD zusätzliche kulturpolitische Aufgaben im Umfang von mindestens zwei bis vier Wochenstunden wahr (dazu gehören die allgemeine Beratung zum Studienstandort Deutschland, Studien- und Stipendienberatung, Beratung zu DAAD-Programmen, Mitwirkung in Auswahlkommissionen, Durchführung von Sprachtest und die Ausstellung von Sprachzeugnissen).

2. Fachlektorate u. a. für Jura, Wirtschaftswissenschaften, Politologie, Sozial- und Geschichtswissenschaften, Ingenieurwissenschaften

Rund 50 Fachlektorinnen und Fachlektoren halten in anderen Disziplinen als der Germanistik – z. B. Jura, Wirtschaftswissenschaften, Politologie, Sozial- und Geschichts- sowie Ingenieurwissenschaften – wissenschaftliche Lehrveranstaltungen im Umfang von 12 bis 15 Stunden pro Woche mit starkem Deutschlandbezug ab. Dies geschieht in der Regel zunächst in der jeweiligen Landessprache oder auf Englisch, dann aber auch auf Deutsch. Sie sind normalerweise nicht in der Sprachvermittlung tätig. Neben den eigenen Forschungsarbeiten betreuen die Fachlektorinnen und -lektoren auch wissenschaftliche Arbeiten. Fachlektoren unterstützen  ausländische Hochschulen vor allem bei der Integration deutschlandbezogener Schwerpunkte in die Lehrpläne nichtphilologischer Disziplinen. Darüber hinaus gilt das gleiche Profil wie bei den Regellektoraten.