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Neue Rekordmarken bei ERASMUS
Deutsche Studierende und Dozenten sind die mobilsten Europas

DAAD-Pressemittteilung Nr. 06/2006 vom 06.03.2006

Im Hochschuljahr 2004/2005 konnten 22.427 Studierende und 2.575 Dozenten aus Deutschland mit dem ERASMUS-Programm der EU in 30 anderen europäischen Ländern lernen und lehren. Mit diesen neuen Höchstzahlen liegt Deutschland im europäischen Vergleich auf Platz eins bei der Entsendung von Studierenden (vor Frankreich: 21.561, Spanien: 20.819 und Italien: 16.440) und Dozenten (vor Spanien: 2.115, Frankreich: 2.093, UK: 1.308). Dies ergab eine Auswertung des DAAD, der in Deutschland im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) die Aufgabe einer Nationalen Agentur für ERASMUS wahrnimmt.

Eine der sichtbarsten Erfolgsgeschichten der Europäischen Union ist das ERASMUS-Programm: Es hat seit 1987 bereits rund 1,4 Mio. Studierenden ein Auslandsstudium in inzwischen 31 Teilnahmeländern (25 EU-Länder sowie Bulgarien, Island, Liechtenstein, Norwegen, Rumänien und Türkei) ermöglicht. In Deutschland haben sich 2004/5 rund 270 Hochschulen mit zum Teil beachtlichen Austauschzahlen an ERASMUS beteiligt (siehe beiliegende Tabellen). Die gefragtesten Zielländer für deutsche ERASMUS-Studierende waren Spanien (4.710 oder 21,0 %), Frankreich (4.306 oder 19,2 %) und Großbritannien (3.087 oder 13,8 %). Besonders mobil zeigten sich die deutschen Studierenden der Betriebswirtschaftslehre (5.212 oder 23,2 %), Sprachen (3.917 oder 17,5 %) und Sozialwissenschaften (2.523 oder 11,2 %).

Für Studierende und Dozenten aus Mittel- und Osteuropa ist Deutschland das gefragteste europäische Zielland. 2004/05 lernten und lehrten 5.354 ERASMUS-Studierende und 1.192 ERASMUS-Dozenten aus dieser Region an deutschen Hochschulen. Von den insgesamt 17.244 ERASMUS-Studierenden, die Deutschland als Gastland auswählten, kamen damit fast ein Drittel aus Mittel- und Osteuropa. Gestiegen ist auch die Zahl der deutschen Studierenden, die einen Teil ihres Studiums in Mittel- und Osteuropa absolvierten: Dorthin gingen 1.451 Studierende (6.5% aller deutschen ERASMUS-Studierenden) und damit 487 mehr als im Vorjahr.

Schließlich ist Deutschland im Austausch mit der Türkei, die erstmals 2004/2005 am ERASMUS-Programm teilnahm, mit Abstand Partnerland Nummer eins in Europa vor den Niederlanden, Frankreich und Italien. Von insgesamt 1.000 türkischen ERASMUS-Studierenden kamen 282 nach Deutschland. Die türkische Partneragentur des DAAD rechnet für 2005/2006 mit einer Verdreifachung der Zahlen – also mit nahezu 900 Studierenden, die an deutschen Hochschulen studieren wollen.

Um die europaweite Erfolgsgeschichte von ERASMUS in den kommenden Jahren fortschreiben und auf die hohe Nachfrage nach Auslandsaufenthalten von Studierenden und Dozenten angemessen reagieren zu können, haben die EU-Kommission und das Europäische Parlament eine bessere finanzielle Ausstattung des Programms gefordert. Bleibt zu hoffen, dass auch die Mitgliedstaaten bei den anstehenden Verhandlungen bereit sind, mehr Mittel in die europäische Bildung zu investieren. Ein Einfrieren oder – wie manche befürchten – gar eine Kürzung der Programmmittel in einem Bereich, in dem die Europabegeisterung noch am stärksten ausgeprägt ist, wäre in einer Zeit, in der Europa bei vielen Bürgern und Bürgerinnen kritisch auf dem Prüfstand steht, nur schwer nachzuvollziehen.

Kontakt:
DAAD:
Dr. Siegbert Wuttig,
Leiter der Gruppe EU-Programme, Bologna-Prozess
Tel.: 0228/882 -349
Fax: 0228/882 555
E-Mail: wuttig@daad.de

 

Abdruck gestattet, Belegexemplare erbeten.
Redaktion: Dr. Sylvia Löhken (presse@daad.de)

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