| Alexander von Humboldt-Stiftung
(AvH) |
Deutscher Akademischer
Austauschdienst (DAAD) |
| Goethe-Institut (GI) |
Institut für Auslandsbeziehungen
(ifa) |
Auswärtige Kultur-
und Bildungspolitik ist Zukunftsinvestition!
Unter dem Motto „Subventionsabbau im Konsens“
droht nun auch der Auswärtigen Kultur- und
Bildungspolitik (AKBP) der Bundesrepublik Deutschland
ein massiver weiterer Aderlass in den nächsten
drei Jahren von 4% (in 2004), 8% (in 2005) und
12 % (in 2006). Kumuliert sind das in drei Jahren
über 45 Mio. EURO, im Jahresdurchschnitt
also rund 15 Mio. EURO; dies entspricht in etwa
dem „Wert“ von bis zu 20 Goethe-Instituten,
über 1.000 ausländischen Promotionsstipendiaten
des DAAD oder über 300 ausländischen
Spitzenwissenschaftlern der AvH (pro Jahr).
Mit einer solchen Sparpolitik, über die
demnächst im Haushaltsausschuss des Deutschen
Bundestages entschieden werden soll, würde
eine Fehlentwicklung der 90er Jahre fortgesetzt
und verschärft, in deren Zuge die Auswärtige
Kultur- und Bildungspolitik (AKBP) bereits fast
ein Drittel ihres Werts (gemessen als Anteil am
Bruttoinlandsprodukt und am Bundeshaushalt) verloren
hat – und dies in einer Zeit, in der mit
Recht eine stärkere weltpolitische Rolle
des wiedervereinigten Deutschlands gefordert wird.
Die Mittlerorganisationen der AKBP haben in
dieser Zeit bewiesen, dass sie Kosten senken,
Stellen abbauen und Ressourcen zugunsten neuer
Aufgaben und Initiativen verlagern können.
Sie sind auch weiterhin zu einem solchen konstruktiven
und kreativen Umgang mit Sparzwängen bereit,
wenn und soweit die Lage der öffentlichen
Haushalte eine entsprechende Einschränkung
a l l e r Ausgaben
erzwingt. Von ihnen aber jetzt ein „Sonderopfer“
zu verlangen und dies noch mit der Kritik „Subventionen
lähmen Wirtschaft und Staat“ (These
1 des Koch-Steinbrück-Papiers) zu begründen,
kann nur auf einem totalen Missverständnis
von Art und Wirkungsweise der Auswärtigen
Kultur- und Bildungspolitik beruhen.
Die AKBP gehört nicht zu den „Subventionen“,
sondern im Gegenteil zu den „Zukunftsinvestitionen“,
die auch das Koch-Steinbrück-Papier ausdrücklich
von Kürzungen ausnehmen will: Sie sichert
das politische, kulturelle und wirtschaftliche
Ansehen Deutschlands, gewinnt Partner und Freunde
in aller Welt, knüpft ein Netz wissenschaftlicher
Exzellenz, flankiert die Außenwirtschaft
und trägt durch einen systematischen Dialog
der Kulturen aktiv zur Friedenspolitik bei.
Unser Land und eine zukunftsorientierte Politik
können es sich nicht leisten, dass dieses
Engagement, das heute schon finanziell weit hinter
den Stand der alten Bundesrepublik vor der Wiedervereinigung
zurückgefallen ist, noch weiter geschwächt
wird, während Erwartungen und Chancen weiter
wachsen und Konkurrenten gezielt und erfolgreich
investieren.
| gez. |
|
| Prof. Dr. Wolfgang Frühwald
(AvH) |
Prof. Dr. Theodor Berchem
(DAAD) |
| Prof. Dr. Jutta Limbach
(GI) |
Alois Graf von Waldburg-Zeil
(ifa) |
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