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Konzeption / Inhalt
 
Um dem Nutzer einen schnellen Überblick über das Internet-Angebot zu geben, ist eine inhaltliche Strukturierung weitaus hilfreicher als eine institutionelle. Denn letztere setzt die zumindest latente Kenntnis der oft komplizierten Hochschulstruktur voraus, die Ausländern bei ihrem ersten Kontakt mit einer deutschen Hochschule sicherlich nicht zugemutet werden sollte.
 
Neben der inhaltlichn Strukturierung des Angebotes gibt es zahlreiche konzeptionelle Aspekte, die bei der Erstellung von internationalen WWW-Seiten beachtet werden sollten.
 
 

 
Erreichbarkeit über die Homepage
Einer der wichtigsten konzeptionellen Aspekte bei der Entwicklung eines Internet-Angebotes für Ausländer, ist dessen leichte Erreichbarkeit. Auch wenn ein spezifisches Angebot für Ausländer vom Umfang her einen meist kleinen Teil innerhalb des Gesamtangebotes einer Hochschule einnimmt, ist es doch für ausländische Interessenten oft die einzige Informationsquelle.
 
Daher sollte der Zugang an ebenso prominenter Stelle möglich sein wie der Zugang zu Informationen und Services der Hochschule, die vornehmlich deutsche Interessenten ansprechen. D.h. z.B., daß das Angebot der Akademischen Auslandsämter einen festen und hervorgehobenen Platz auf der Homepage jeder Hochschule haben sollte.
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Fremdsprachenversionen
Das Angebot in Fremdsprachen ist der am deutlichsten zu erkennende Ausweis der internationalen Orientierung einer Hochschule. Welche weiteren Fremdsprachen neben Englisch, Französisch oder Spanisch sinnvoll sind, hängt von Forschungsschwerpunkten ebenso ab wie von der geographischen Lage (z.B. Grenznähe).
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Angemessene Inhalte - ergänzen statt kürzen
Die Qualität eines Fremdsprachenangebotes hängt weniger von seinem Umfang als von der Angemessenheit der Inhalte ab. Häufig bedeutet das Erstellen eines Angebots für Ausländer lediglich die 1:1-Übersetzung des für Ausländer relevanten Teils aus dem deutschen Gesamtangebot. Dabei wird jedoch den Bedürfnissen ausländischer Interessenten nur unzureichend Rechnung getragen.
 
Die Ansprache einer anderen Zielgruppe erfordert eine andere Gewichtung der Inhalte sowie neue Inhalte. So sucht z.B. ein ausländischer Interessent auf einer "bloß" übersetzten deutschen Hochschulseite vergeblich nach Informationen zu Lebens- und Studiengewohnheiten in Deutschland oder Services, die Ausländern beim Gaststudium behilflich sind (Unterstützung bei Behördengängen, Wohnungssuche etc.).
 
Enttäuscht ist ein ausländischer Nutzer zurecht, wenn er beim Zugriff auf eine gut ausgebaute deutsche Homepage nach der Sprachauswahl nur noch deutlich reduzierte Navigationsmöglichkeiten vorfindet. In einem solchen Fall kann vorübergehend Abhilfe geschaffen werden, indem die fremdsprachliche Einstiegsseite so aufbaut wird, daß sie nicht unmittelbar vergleichbar ist.
 
Ziel sollte allerdings ein umfangreiches, speziell auf die Bedürfnisse von ausländischen Interessenten zugeschnittenes Angebot sein. Erfahrungen von bereits in Deutschland studierenden Ausländern können dabei wertvolle Anregungen geben.
 
Zielgruppenorientierte Internet-Seiten können zu einer enormen Steigerung der Attraktivität und des internationalen Renommees einer Hochschule beitragen.
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Mehrwertdienste anbieten / direkten Nutzen schaffen
Ein ausländischer Nutzer sucht, sobald sein Interesse an einer Hochschule konkreter wird, gerade im Internet Services, die einen Mehrwert und einen direkten Nutzen haben. Selten jedoch werden die Möglichkeiten ausgeschöpft. Hinweise wie "Anmeldeformulare schicken wir Ihnen gerne zu" oder "Für weitere Informationen rufen Sie uns bitte an" werden zurecht als nicht mediengerecht und damit auch nicht als besonderer Service empfunden.
 
An dieser Stelle sollen einige Möglichkeiten aufgezeigt werden, die ein Internet-Angebot spürbar verbessern können:
  • Checklisten
    Solche Listen können sehr hilfreich z.B. beim Zusammenstellen aller für eine Hochschulanmeldung oder die Einreise nach Deutschland notwendigen Unterlagen.

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  • Linklisten
    Zusammenstellung aller notwendigen Adressen und Internet-Angebote, wo weitere wichtige Informationen zum Studieren und Leben in Deutschland abgefragt werden können.

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  • Formulare:
    Das Herunterladen von z.B. Anmeldeunterlagen erleichtert und beschleunigt das Zusammenstellen aller notwendigen Unterlagen (lange Postwege fallen weg). Formulare können auch bereits zum Ausfüllen am Bildschirm bereitgestellt werden, ein Vorteil, der von einer leichteren Orientierung (z.B. durch Auswahl aus Pull-down-Menüs) bis hin zur automatischen Plausibilitätsprüfung reichen kann.

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  • Newsletter:
    Mit einem Newsletter, der auf Wunsch regelmäßig per E-Mail versendet wird, können ausländische Interessenten ständig über wichtige Neuigkeiten oder Erweiterungen des Internet-Angebotes informiert werden.

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  • Datenbanken:
    Oftmals werden ausländische Interessenten auch im Internet mit langen, undurchsichtigen Textinformationen (meist eine 1:1 Übernahme von vorhandenen Broschüren) konfrontiert. Gerade aber das digitale Medium bietet die Möglichkeit, Informationen nutzerspezifisch vorzuhalten. Z.B. kann die Informationssuche in einer Datenbank zu einer enormen Reduzierung von Informationsballast beitragen.

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  • Foren und Chats:
    Sie eigenen sich besonders gut, um schon lange vor einer endgültigen Entscheidung persönliche Kontakte zwischen ausländischen Interessenten und deutschen Studierenden, Lehrenden und Verwaltungsorganen einer Hochschule herzustellen - ob durch eine virtuelle Studienberatung, die Vermittlung von "Patenschaften" (Erfahrungsaustausch, Unterstützung bei Behördengängen oder Wohnungssuche, Empfang bei der Ankunft im "fremden" Land, Einweisung in die Hochschule usw.).
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Gastfreundlich und werbend
Ausländerseiten deutscher Hochschulen sollten neben reinen Sachinformationen, die meist von den Akademischen Auslandsämtern aufbereitet und betreut werden, auch den Hochschulstandort bewerben. Schließlich soll Lust auf das Studium in Deutschland geweckt werden. Der Gang durch eine virtuelle Hochschule sollte keinem Behördengang gleichen. Freundlich gestaltete Seiten, niveauvolle Ansprache und Inhalte rund um das Studentenleben sollten Gastfreundschaft kommunizieren.
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Kooperation und Vernetzung
Redundanzen sind eines der größten Probleme des dezentral organisierten Internet. Da eine zentrale Redaktion und Koordination nicht existiert, werden Informationen teilweise mehrmals gepflegt, ohne daß immer auch die entsprechenden Kompetenzen hierfür sichergestellt sind.
 
Eine der größten Herausforderungen an die nutzerfreundliche Gestaltung des Mediums liegt ohne Zweifel in der Vermeidung derartiger Überschneidungen durch eine effiziente Kooperation mit anderen Informationsanbietern. Daher ist eine besonders enge Zusammenarbeit zwischen den Akademischen Auslandsämtern und den Fachbereichen der Hochschule anzustreben. Während hochschulspezifische Informationen und Services von der jeweiligen Hochschule und ihren Abteilungen selbst erarbeitet und gepflegt werden müssen, könnten hochschulübergreifende Inhalte an zentraler Stelle effizienter verwaltet werden.
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Kooperationsmöglichkeiten am konkreten Beispiel
Das Internet-Angebot des DAAD "Studieren und Forschen in Deutschland", das momentan überarbeitet und optimiert wird, hält bereits eine Vielzahl hochschulübergreifender Informationen und Services für Ausländer bereit. Es dient als erste Orientierung über den Studienstandort Deutschland und wird bald einen schnellen Überblick z.B. darüber ermöglichen, welche Fächer an welcher Hochschule studiert werden können, welche Zulassungsvoraussetzungen gelten oder welche Förderprogramme zur Verfügung stehen; zu allen Hochschulen können kurze Profile abgefragt werden. Ziel des DAAD-Angebotes ist es, ausländischen Interessenten schnell Basisinformationen über Studienmöglichkeiten und die Hochschullandschaft in Deutschland zu vermitteln, um sie anschließend zu den hochschulspezifischen Informationen und Services, also zu den Internet-Angeboten der Hochschulen zu leiten.
 
Durch eine enge Kooperation und Absprache zwischen den Hochschulen und dem DAAD könnten die Internet-Angebote für Ausländer optimal aufeinander abgestimmt und damit eine aufwendige mehrfache Aufbereitung und Pflege von gleichen Inhalten und Services vermieden werden. Alle Hochschulen könnten durch gezielte Verlinkung mit dem Angebot des DAAD übergreifende Informationen und Services zur Verfügung stellen, ebenso könnte das DAAD-Angebot mit den hochschulspezifischen Informationen und Services vernetzt werden. So ließe sich ein umfassendes Informations- und Servicenetz aufbauen, von dessen Vorteilen alle beteiligten Institutionen profitieren würden.
 
Für den Erfolg einer synergetischen Verknüpfung der Angebote müssen aber zuvor einige grundlegende Voraussetzungen geschaffen werden:
  • Es muß gewährleistet sein, daß Querverweise zwischen den Angeboten immer aktuell sind (zur Unterstützung durch Software vgl. Kapitel "Betreuung / Administration / Pflege des Angebotes) und neue Möglichkeiten der Vernetzung geprüft werden.

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  • Es sind verläßliche Strukturen notwendig, damit auch auf Unterseiten (und nicht nur auf Homepages) verlinkt werden kann. Dadurch können engere inhaltliche Verbindungen verwirklicht werden, die die Orientierung erleichtern und den Informationszusammenhang schärfen.

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  • Ein Mindestmaß an konzeptioneller, inhaltlicher, gestalterischer und technischer Qualität muß gewährleistet sein, damit die Übergänge von einem zum anderen Angebot nicht vollständig auseinanderklaffen.

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  • Auf beiden Seiten sollten feste Ansprechpartner für die Pflege der Vernetzung verantwortlich sein; Änderungen oder Erweiterungen müssen regelmäßig kommuniziert werden.
 

 
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