Umgangsformen
Begrüßung: Inder, insbesondere Hindus, legen zur Begrüßung die Hände mit ausgestreckten Fingern zusammen, entweder ohne etwas zu sagen oder mit dem Wort Namaste – Guten Tag. Männer werden üblicherweise zuerst begrüßt, Männer untereinander begrüßen sich zunehmend häufig mit Handschlag, vor allem beim ersten Kennenlernen. In ländlichen Gegenden ist der Handschlag besonders bei Frauen eher unüblich, in Großstädten hingegen durchaus gängig.
Obwohl die westliche Kultur in Indien bekannt ist, sollte man sich dennoch angemessen kleiden. Shorts, schulterfreie oder tief ausgeschnittene Oberteile sowie kurze Röcke sollten besser nicht getragen werden.
Schuhe: Füße und vor allem Schuhe gelten den Indern als unrein. Strecken Sie deshalb ihreFußsohlen auch dort, wo Sie auf indische Art auf dem Fußboden sitzen, möglichst nicht in Richtung anderer Menschen oder heiliger Gegenstände. Bei traditionellen indischen Familien lässt man die Schuhe an der Eingangstür stehen oder bietet dies zumindest an. Betreten Sie auch bitte nicht unaufgefordert die Küche. In Tempeln, Moscheen und sonstigen Heiligtümern ist das Zurücklassen der Schuhe am Eingang selbstverständlichePflicht; in Jain-Tempel sowie in manche Hindu-Tempel darf man keine Gegenstände aus Leder (z.B. Gürtel, Brieftasche) mitnehmen, in Sikh-Tempeln muss der Kopf bedeckt werden.
Essen: Inder essen, vor allem zu Hause, traditionellerweise mit der (rechten) Hand. Wenn man damit Schwierigkeiten hat, kann man um einen Löffel bitten. Im Restaurant bietet man von dem, was man bestellt hat, auch den anderen an. Getrennte Rechnungen sind nicht üblich: in der Regel übernimmt einer alles. Wenn diese Rolle von dem meist besser verdienenden "Westerner" übernommen wird, ist das bestimmt nicht falsch, es sei denn, es ist ausdrücklich etwas anderes vereinbart worden.
Fotografieren: Vorsichtig beim Fotografieren von Personen, religiösen Zeremonien und dem Inneren von Tempeln. Respektieren Sie bitte die Privatsphäre und die Religiosität der Menschen. Bitten Sie vorher um Erlaubnis, notfalls durch Gesten, und akzeptieren Sie ablehnende Zeichen.
Im Übrigen kann man sich ganz gut auf die gewohnten europäischen Formen von Höflichkeit verlassen – sie werden im Allgemeinen richtig verstanden. Beherzigen Sie am besten folgendes: Aufgeregtheiten beeindrucken in Indien niemanden, während freundliche Worte einen auch in widrigen Situationen häufig ein wenig weiter bringen.
