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Studienreise nach Berlin: Istanbul Bilgi Universität

Die Berlin-Studienreise türkischer Studenten der Bachelor-Studiengänge   "European Union Studies” des European Institutes und "Rechtswissenschaften” der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Istanbul Bilgi Universität wurde zwischen dem 5. Mai bis zum 11. Mai 2010 durchgeführt. Die Studierenden haben durch diese Studienreise wichtige Einblicke in das politische und gesellschaftliche System eines EU-Mitgliedstaates erhalten.

Das Hauptziel der Reise war die Vermittlung der Europapolitik der BRD an unsere Studenten. Die Erfahrungen durch diese Studienreise haben ihnen wichtige Ansatzpunkte für eine breitere Diskussion über die Europapolitik des Bundes vermittelt. Deutschland ist trotz der bedeutsamen Veränderungen seiner Wirtschafts- und Sozialpolitik weiterhin eines der wichtigsten Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Die deutsche Außenpolitik ist entscheidend für den EU-Beitritt der Türkei. Deutschland wird in der Europäischen Union von der Bundesregierung vertreten, jedoch wirken am innerstaatlichen Meinungsbildungsprozess zu bevorstehenden EU-Rechtsakten verschiedene Ministerien der Bundesregierung, der Deutsche Bundestag und über den Bundesrat die Länder zusammen. Die Studierenden einen vertieften Einblick in zentrale Institutionen des deutschen Regierungssystems erhalten und ihre Kenntnisse zum Mehrebenensystem der Europäischen Union anhand der Beziehungen zwischen der supranationalen und der nationalen, hier der deutschen Ebene angewendet und erweitert.

Folgende Programmpunkte haben unseren Studenten die Europapolitik Deutschlands vermittelt:  

·          Besuch in der Europaabteilung des Auswärtigen Amtes zu einem Vortrag über den Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD): In einem Kurzreferat wurde den Studenten nahegebracht welche wichtigen Aufgaben das Auswärtige Amt im Rahmen ihrer Tätigkeiten erfüllt. Besonders interessant war es für die Studenten zu erfahren, welche Vorkehrungen in Krisensituationen getroffen werden. Eine weitere Diskussion war der EU-Beitritt der Türkei und die offizielle Politik der BRD in dieser Frage.

·          Besuch bei der Vertretung der europäischen Kommission in Deutschland, Referent: Gerhard Rosskogler: Herr Rosskogler wies in seinem Referat auf die wichtigsten   Themen der Kommission hin und legte im besonderen die aktuelle Debatte in allen Aspekten in der Frage der EU-Erweiterung nieder.   Der Türkei-Beitritt war ein wichtiges Diskussionsthema und führte zu einem regen Meinungsaustausch zwischen Herrn Rosskogler und unseren Studenten.

·          Besuch beim Europäischen Informationszentrum (EIZ), Referent: Helene Doucet. Frau Doucet hat einen Kurzvortrag zur Erweiterungspolitik der EU gehalten und aktuelle Themen zur Europapolitik angesprochen. Eine interessante Diskussion war wieder die Beitrittsfrage der Türkei.

·          Besuch des deutschen Bundestages: Nach der Besichtigung des Bundestages hörten die Studenten ein Referat sowohl über die Geschichte, den Aufbau und die Struktur des Bundesstages als auch die Arbeitsteilung und die Verfahrensweise des Bundestages in seinen Ausschüssen und im Plenum.

·          Besuch des deutschen Bundestages, Rede und Diskussion mit dem Abgeordneten Herrn Serkan Tören (FDP): Das Treffen mit Herrn Tören war für unsere Studenten sehr interessant. Herr Tören hielt ein Kurzreferat über die Integrationspolitik der BRD und beantwortete die Fragen unserer Studenten. Der EU-Beitritt der Türkei und die Bundespolitik in dieser Frage, gesellschaftliche Ereignisse und ihre Einflüsse auf die Integration in Deutschland, persönliche Motive für den Einstieg in die Politik waren einige Themen, die in dieser zwei-stündigen Sitzung das Interesse der Studenten geweckt hat.

·          Hausführung im Reichstagsgebäude und Besuch von Dachterrasse und Kuppel des Reichstagsgebäudes mit Blick auf Parlaments- und Regierungsviertel

·          Besuch im Kanzleramt, Abteilung Europapolitik, Referent: Dr. Daniel Krebber:   Dr. Krebber hielt ein Kurzreferat über europapolitische Beziehungen der BRD zu den EU-Mitgliedstaaten und der Rolle des Referats für Europapolitik im Bundeskanzleramt, betonte die starke Zusammenarbeit mit Frankreich in europapolitischen Themen und im besonderen berührte Herr Dr. Krebber die Hauptfragen zum EU-Beitritt der Türkei und der EU-Erweiterung. Die Hauptaspekte der privilegierten Partnerschaft und die aktuelle Bundespolitik in dieser Frage führten zu einer regen Diskussion.

·          ganztägiger Besuch der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) : Nach einer Führung an der Universität haben unsere Studenten an einem Seminar teilgenommen, dass aktuelle Themen der Europäischen Union angesprochen hat. Im Anschluss dieser Veranstaltung wurde eine rege Diskussion geführt.

·          Besuch der Humboldt-Universität zu Berlin: Unter den wertvollen Kontakten der Studienreise ist das Treffen mit deutschen Studierenden an der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität besonders hervorzuheben. Unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Susanne Augenhofer haben sich die Studenten in einer Diskussionsrunde über den EU-Beitritt der Türkei gegenseitig austauschen können. Dies war eine sehr wertvolle und positive Erfahrung für beide Seiten.

·          Besuch beim Institut für Europäische Politik, Referent: Frau Dr. Katrin Böttger: Frau Böttger referierte zu aktuellen Fragen der EU-Erweiterung. Im Anschluss fand eine sehr fruchtvolle und rege Diskussion über den EU-Beitritt der Türkei statt.

·          Besuch bei der TGD (Türkische Gemeinde Deutschland e.V.)
Vortrag und Diskussion über die Integrationspolitik der BRD, Referent: Herr Hilmi Kaya Turan (Stellv. Bundesvorsitzender): Herr Turan brachte die Hauptprobleme der türkischen Gesellschaft in Deutschland zu Wort. In einer Diskussionsrunde beantwortete er die Fragen unserer Studenten hinsichtlich der Probleme der türkischen Gesellschaft als Minderheit in Deutschland. In diesem Rahmen sprach er auch die Tätigkeiten der TGD in Deutschland an. Durch dieses Treffen hatten unsere Studenten die Möglichkeit zu erfahren, welche Interessen/Anliegen der türkischen Gesellschaft in Deutschland durch die TGD vertreten wird.

·          Treffen mit der türkischen Presse in Berlin in den Räumlichkeiten der TGD:   Vertreter der türkischen Presse haben sich für unsere Studienreise interessiert und diverse Nachrichten über unsere Reise veröffentlicht. Die Studierenden hatten die Möglichkeit ihre persönlichen Eindrücke zu Wort zu bringen.  

Die Studienreise war sowohl eine bildungspolitische als auch eine persönliche Bereicherung für unsere Studierenden. Hiermit möchten wir herzlichst für die freundliche Unterstützung danken.

Dr. Nilgün Basalp, LL.M.

Lehrbeauftragte

Istanbul Bilgi Universität

Juristische Fakultät

nbasalp@bilgi.edu.tr

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