Forschungsstipendiaten
AvH-Stipendiat: Prof. Dr. Ahmet Mengi
Interview mit Prof. Dr. Ahmet Mengi

Promotionsfeier , Juni 1974
Universität: Istanbul Universität
Studienfach: Veterinär med. Biochemie
Stipendienart: Stipendiat vom türkischen Kultusministerium und Alexander von Humboldt-Stiftung
Stipendiat: 1972-1977 und 1984-1986
Zielland: Deutschland
Beschreiben Sie kurz, wann Sie in Deutschland waren:
Ich war zuerst im Januar 1972 in Deutschland, um die deutsche Sprache, am Goethe Institut in Iserlohn, zu erlernen. Nach 8 Monaten, im September 1972, fing ich mit meiner Doktorarbeit im Institut für Biochemie der Tierärztlichen Hochschule Hannover an, wo ich im Juni 1974 promovierte und danach als wissenschaftlicher Assistent bis 1977 diente. Von 1984 bis 1986 war ich ungefähr zwei Jahre als Humboldt-Stipendiat im Institut für Biochemie der Veterinär Fakultät der Ludwig Maximilians Universität München. Fast jedes Jahr bin ich außerdem mindestens einmal für wissenschaftliche Zwecke in Deutschland eingereist.
Welche Erfahrungen haben Sie damals sammeln können und wie hat dies Ihren weiteren Lebens- und Bildungsweg beeinflusst?
In Deutschland habe ich erst meine Doktorarbeit geschrieben und danach sowohl als wissenschaftlicher Assistent als auch Humboldt-Stipendiat gearbeitet, d.h. außer meiner Doktorarbeit führte ich viele wissenschaftliche Forschungen mit deutschen Kollegen durch, die mein berufliches Leben sehr stark beeinflusst haben. Außer der Türkei war Deutschland das einzige Land, in dem ich jahrelang gewohnt habe. Durch lang dauernde Aufenthalte lernt man auch die Mentalität, Gewohnheiten, Denkweisen usw. der Menschen des Landes, was auch ein großer sozialer Gewinnt ist.
Gibt es eine besondere Geschichte, die Ihnen in Bezug auf Ihren Deutschlandaufenthalt in Erinnerung geblieben ist?
Es gibt eigentlich mehrere schöne Geschichten, die hauptsächlich von großer Bedeutung waren, weil ich insgesamt fast 10 Jahre in Deutschland gewohnt, gelebt und gearbeitet habe. Natürlich gibt eine besondere Geschichte die mir zu Herzen liegt: Die Anfangszeit meiner Doktorarbeit. Wie schon bekannt, ist aller Anfang schwer. Ich hatte am Anfang mehrere Probleme: meine Frau und mein Sohn waren damals noch nicht in Deutschland sondern im Heimatland.
Eines Tages kam ich wie üblich um 8 Uhr ins Institut. Fast eine Stunde dauerten meine Vorbreitungen für meinen täglichen Versuch in einem Raum des Institutes. Als ich danach in mein Labor eintrat, stand ein wunderschöner Blumenstrauß auf meinem täglichen Arbeitstisch in einer Vase mit einem Zettel darauf. Auf dem Zettel stand: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, 25.02.1973 usw. Dabei hatte ich es selbst sogar vergessen. Ich habe mich sehr gefreut. Es war für mich sehr von Bedeutung, denn nach meiner Meinung nach, existierte ich für Sie und Sie waren sich mir bewusst. Dies konnte nur eines heißen; Bewusstsein ist ein Teil dieses Institutes. Nach diesem Zeitpunkt war mir klar, dass ich von nun an noch besser und sorgfältiger Arbeiten musste. Nach dieser Einstellung waren in einigen Monaten alle meine Probleme gelöst und ich arbeitete zufrieden weiter. Ich war glücklich.
Was hat Ihnen das Stipendium des DAAD rückblickend gebracht?
Die erste Bekanntschaft mit der DAAD fand 1988 statt, als ich zum Ordentlichen Professor der Universität Istanbul ernannt wurde. Ich war zuständig dafür, die Schüler über Studium in Deutschland zu informieren. Ich klärte sie über die DAAD-Stipendien für Jugendliche auf. Bis heute habe ich viele Schüler für ein DAAD-Stipendium beraten und mache es gern heute noch. Deswegen stehe ich in engem Kontakt mit dem DAAD Istanbul.
Was raten Sie Interessenten für ein Studium in Deutschland bzw. in der Türkei?
Ich möchte von den Schülern zu allererst, welche Möglichkeiten und Bedingungen von Ihnen verlangt worden sind. Wollen, Lernen und Planen sind ein Muss des Erfolges. Ich weiß, dass der Wunsch eines großen Teils dadurch in Erfüllung kommt.
Welche Möglichkeiten gibt es für DAAD- beziehungsweise Deutschland-Alumni, weiterhin aktiv zu bleiben und sich zu vernetzen?
Den Jugendlichen und Nachwuchswissenschaftlern kontakt nehmen und Ihnen die Möglichkeiten erklären. Dabei sollten sie mit Personen die in Deutschland geforscht haben, Humboldt-Stipendiat sind oder aus irgendeinem Grund noch Kontakt zu Deutschland haben, zu Kooperieren.
Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit dem DAAD in der Türkei und was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Gut, ich wünsche noch intensiver Zusammenarbeit
Und gerne alles weitere, was Ihnen dazu einfällt…
Zum Schluss möchte ich sagen und betonen, daß ich in Deutschland zufrieden war und deswegen diene ich auch gern seit 7 Jahren als Prãsident des Humboldt Vereins Istanbul.
