Home « Informationen für deutsche Hochschulen « Fachliche und regionale Sonderprogramme « Konfliktprävention in der Region Südkaukasus / Zentralasien und Moldau
Die Region Südkaukasus / Zentralasien (Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Kasachstan Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan) ist Schauplatz einer Vielzahl von Konflikten und Spannungen sowohl auf internationaler wie auf innerstaatlicher Ebene. Nur in wenigen Fällen ist es in den Jahren seit der staatlichen Unabhängigkeit nach 1991 gelungen, diese Konfliktherde dauerhaft zu lösen und zu entspannen. Einige der Konflikte werden als "frozen conflicts" bezeichnet, weil sie äußerlich veränderungslos fortzubestehen scheinen, andere bestehende Spannungen verändern sich teilweise wenig beachtet weiter und in beiden Fällen besteht die immer wiederkehrende Gefahr der Eskalation, ausgelöst durch innere oder äußere Faktoren. Aus diesem Grund werden die Maßnahmen auch auf Moldau/Transnistrien ausgedehnt.
Die bestehenden Konflikte und Spannungen haben vielfältige Ursachen, sie sind z.B. in politischen, sozialen, ethnischen, weltanschaulichen, religiösen oder wirtschaftlichen, ökologischen, teilweise auch technologischen Umständen und Entwicklungen begründet. Viele Konflikte sind auf historische, länger zurückliegende Entwicklungen zurückzuführen oder in der jüngeren Vergangenheit der Sowjetunion begründet; moderne, teilweise globale Entwicklungen wirken zusätzlich auf die Konfliktfelder ein.
Die hier vorgenommene Benennung von Konfliktfeldern der Region sollte nicht dazu führen, die enormen Erfolge, welche die Länder der Region in unterschiedlichem Maße in der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung verzeichnen, außer Acht zu lassen. Vielmehr sollte die deutlich zu verzeichnende Dynamik der Region als Chance gesehen werden, dauerhaft tragfähige Lösungen für die Gestaltung einer friedlichen Zukunft zu finden.
Deutschland und die EU haben über die Einbeziehung der Länder des Südkaukasus in die Europäische Nachbarschaftspolitik (ENP) seit 2006 und über die EU-Zentralasienstrategie seit 2007 konkrete Ziele und Handlungsfelder für die Zusammenarbeit mit der Region definiert. Dazu gehören die Konfliktprävention und der Ausbau der Zusammenarbeit im Bildungsbereich.
Mit diesem Programm soll auf die Etablierung von Formen des Dialoges mit Akteuren aus dem Hochschulbereich der Region, auf Verständigung und die Erarbeitung von Lösungsansätzen für bestehende Konflikte und Spannungen hingearbeitet werden. Die Ausrichtung auf den Hochschulbereich liegt darin begründet, dass die heutigen Studierenden an den Hochschulen der Region bedeutende Repräsentanten der jungen Generation sind, aus denen zukünftig wichtige Entscheidungsträger, Ansprechpartner und Multiplikatoren hervorgehen werden. Die Hochschullehrer der Region sollen mit der fachlichen Beschäftigung mit Konfliktfragen an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Lehre und Forschung bekannt gemacht werden.
Das Ziel des Programmes ist daher die Förderung von Dialog und Verständigung, der Konfliktforschung und Entwicklung von Konzepten und Instrumenten zur Konfliktbewältigung und Konfliktprävention in der Region Südkaukasus / Zentralasien und Moldau.
Gefördert werden Fachkurse, Workshops, Sommerschulen, Seminare oder Fachtagungen in der Region oder in Deutschland. Förderfähig sind alle Ausgaben, die durch die Planung, Vorbereitung, Werbung, Durchführung und Evaluation im Rahmen einer Maßnahme entstehen.
Im Sinne der Nachhaltigkeit der Maßnahmen können erfolgreiche Antragsteller zusätzliche Mittel für Aufenthalte von Nachwuchswissenschaftlern (Promovenden/Aspiranten) und Hochschullehrern zur Durchführung von Forschungsprojekten in Deutschland und in den genannten Regionen erhalten.
Das Förderprogramm richtet sich schwerpunktmäßig an die
Geistes- und Gesellschaftswissenschaften, insbesondere Politologie, Soziologie, Internationale Beziehungen, Volkswirtschaftslehre Jura, Geschichte, Islamwissenschaften, Ethnologie und Kulturwissenschaften. Sofern die Programmdurchführung eindeutig auf die Zielsetzung der Förderung von Dialog und Konfliktprävention ausgerichtet ist, können auch technische oder medizinische Fachgebiete berücksichtigt werden, z.B. zu Fragen von überregionalem Ressourcenmanagement (Wasser, Energie etc.), überregionale Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Infektionskrankheiten, etc..
Zielgruppe sind Studierende oder Hochschullehrer der Region Kaukasus / Zentralasien und Moldau, sowie der angrenzenden Länder, sofern ein unmittelbarer regionaler Bezug zum Thema der Veranstaltung besteht, sowie deutsche Studierende und Hochschullehrer, die sich fachlich mit der Region befassen.
Hinzu kommen Mittel zur Einladung von Nachwuchswissenschaftlern und Hochschullehrern wie oben dargelegt und im Rahmen der Förderhöhe gemäß DAAD-Richtlinien: je geförderte Veranstaltung bis zu 4 Nachwuchswissenschaftler (Promovenden/Aspiranten) für bis zu 3-monatige Forschungskurzaufenthalte und bis zu 4 Hochschullehrer für bis zu 3-monatige Studienaufenthalte.
Die Maßnahmen können in einem Land der Region Kaukasus / Zentralasien oder Moldau, in einem angrenzenden Land der Region, wenn das inhaltlich begründet wird oder in Deutschland durchgeführt werden.
Der Antrag muss folgende Angaben enthalten:
Bewerbungsschluss für Maßnahmen im Jahr 2012: 15. Dezember 2011
Der Antrag soll über das DAAD-Internet Portal https://portal.daad.de gestellt werden.
Die Programmbezeichnung lautet: "Förderung der regionalen Kooperation Südkaukasus, Zentralasien und Moldau".
Hier finden Sie das Antragsformular sowie die dazugehörenden Vordrucke für die Antragsstellung.
Weitere Informationen und Beratung erhalten Sie bei:
DAAD
Referat 326
Frau Monika Przybysz
Telefon: 0228 – 882 617
Fax: 0228 – 882 9617
przybysz AT daad DOT de

Dieses Förderprogramm des DAAD wird aus Mitteln des Auswärtigen Amtes finanziert. Die antragstellenden deutschen Hochschulen werden gebeten, in Programmheften, Informationsbroschüren, Dokumentationen und Berichten den Geldgeber zu erwähnen.