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Die Nachfrage aus der Russischen Föderation, der Ukraine, Belarus und Moldau nach Studienaufenthalten in Deutschland nimmt stetig zu. Aus deutscher Sicht ist es daher wünschenswert, möglichst vielen qualifizierten Nachwuchswissenschaftlern aus diesen Ländern Kontakte zu deutschen Kollegen zu vermitteln und gemeinsame Forschungsprojekte anzuregen. Auf Grund der schwierigen finanziellen Lage der Hochschulen in den oben genannten Ländern fällt es jungen Wissenschaftlern schwer, im Hochschulbereich zu verbleiben, was eine Abwanderung des Lehrkörpers zur Folge hat. Das Leonhard-Euler-Programm, benannt nach dem bekannten Schweizer Mathematiker, der im 18. Jahrhundert vor allem in Russland und Deutschland gewirkt hat, soll besonders in den Ingenieur- und Naturwissenschaften dazu beitragen, diesen Problemen zu begegnen.
Der DAAD führt das Programm im Auftrag der Bundesregierung durch. Mittelgeber ist das Auswärtige Amt.
Ziel des seit 1998 bestehenden Leonhard-Euler-Stipendienprogramms ist es, die Kontakte von Nachwuchswissenschaftlern aus der Russischen Föderation, der Ukraine, Belarus und Moldau zu deutschen Hochschulen zu intensivieren, gemeinsame bilaterale Forschungsprojekte auf den Weg zu bringen und nicht zuletzt dadurch einen Beitrag zum Verbleib des Hochschullehrernachwuchses an den Hochschuleinrichtungen in den betreffenden Ländern zu leisten (z. B. während der Promotionsphase).
Im Zentrum des Leonhard-Euler-Programms steht eine maximal neunmonatige Stipendienförderung vor Ort ("sur place") in Verbindung mit einem einmonatigen Studienaufenthalt an der deutschen Partnerhochschule. Während der Förderungsdauer sollen die jungen Nachwuchswissenschaftler unter gemeinsamer Betreuung von Hochschullehrern der deutschen und der ausländischen Hochschule an einer Abschlussarbeit arbeiten.
Unter Nutzung bestehender guter fachlicher Beziehungen in einer (oder mehreren benachbarten) Disziplin(en) zwischen deutschen und russischen, ukrainischen, belarussischen und moldauischen Hochschulen oder Hochschulinstituten soll das Programm insbesondere folgende Ziele verfolgen:
Die Leonhard-Euler-Stipendien sind für junge Nachwuchswissenschaftler vorrangig der Ingenieur- und Naturwissenschaften bestimmt, die an ihrer Heimathochschule eine Doktorarbeit oder eine Diplom- bzw. Magisterarbeit schreiben. Die Stipendiaten erhalten für die Vorbereitung ihrer Abschlussarbeiten an der Heimathochschule ein Stipendium von zurzeit 80 EUR monatlich für die Dauer von maximal neun Monaten. Für alle Stipendiaten wird ferner ein einmonatiger Deutschlandaufenthalt an der deutschen Partnerhochschule finanziert. Die Stipendiaten müssen während ihres Studiums im Heimatland die für den Deutschlandaufenthalt notwendigen Deutschkenntnisse erwerben. Die Stipendien sind nicht verlängerbar.
In Ausnahmefällen kann die Betreuungsreise eines ausländischen Hochschullehrers an die deutsche Partnerhochschule aus Mitteln des Leonhard-Euler-Programms finanziert werden. Diese Maßnahme ist auf wenige Ausnahmefälle begrenzt und kann nur dann beantragt werden, wenn gleichzeitig die Förderung von mindestens 3 Stipendiaten beantragt wird.