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Das DAAD-Programm Hochschuldialog mit der islamischen Welt tritt ab 2012 an die Stelle des Programms Deutsch-Arabisch/Iranischer Hochschuldialog. Gefördert werden Kooperationsprojekte deutscher Hochschulen mit Partnerinstitutionen in der islamischen Welt – ausgehend von der Erfahrung, dass partnerschaftliche Zusammenarbeit, die von gemeinsamen fachlichen Interessen getragen wird, auch die beste und beständigste Basis für den kulturellen Dialog darstellt.
Jahrzehntelange Erfahrungen des DAAD mit Austausch- und Kooperationsprogrammen belegen, dass dieser Effekt der kulturellen Sensibilisierung und Verständigung – sozusagen als "Nebenwirkung" der fachlichen Zusammenarbeit − immer auftritt und von den Akteuren als prägend erlebt wird. In diesem Programm ist die kulturelle Nebenwirkung erstmals ein Hauptziel der DAAD-Förderung, ohne dass dabei "harte" Ziele, die sich mit den bewährten Qualitätskriterien von Lehre und Forschung messen lassen, in den Hintergrund träten. So geht es in den Projekten um
Jedes Projekt wird maximal drei Jahre lang gefördert, wobei jährlich bis zu 100.000 Euro pro Projekt zur Verfügung stehen. Der DAAD versteht seine Fördermittel als Anschubfinanzierung und erwartet von den Projektpartnern, dass sie während der Laufzeit längerfristige andere Finanzierungsquellen für die Fortsetzung ihrer Kooperation erschließen.
Pro Jahr sind ca. 20 Projekte in der Förderung. Dabei halten sich entsprechend der Programmphilosophie Projekte in den Geistes- und Sozialwissenschaften, den "harten" Wissenschaften (Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Medizin und Informatik), den geo- und regionalwissenschaftlichen Projekten und Kooperationen im Bereich Kunst und Kultur die Waage.
Alle Projekte organisieren Begegnungen insbesondere von Studierenden und jüngeren Wissenschaftlern, z.B. bei Sommerschulen, Workshops und Konferenzen. Studierende und Doktoranden werden gemeinsam betreut und erhalten die Chance, einige Monate an der Partnerhochschule zu verbringen. Dozenten bieten Kurse am Partnerinstitut an, überarbeiten oder entwickeln gemeinsam Studienpläne.
Das Konzept "Dialog durch Kooperation" ist aufgegangen – dies haben die vergangenen Jahre gezeigt. Fachliche Kooperation ist oft der erste Anreiz für die Teilnahme und hinterlässt deutlich sichtbare Ergebnisse, von denen beide Seiten profitieren. Ein Eckpfeiler und Ziel des Programms ist die Modernisierung der Lehre: neue Lehrmethoden wurden eingeführt, Lehrpläne und Studiengänge entwickelt und Dozentinnen und Dozenten weitergebildet. Die deutschen Hochschulen gewinnen dadurch an Attraktivität für hochqualifizierte internationale Studierende, die Partnerländer relevante neue Fachrichtungen. Die Kooperationen tragen erheblich zur Entwicklung der Region bei, sei es im Wasserbau (Jordanien), im nachhaltigen Forstmanagement (Iran), im Bereich erneuerbare Energien (Algerien) oder Qualitätssicherung (Syrien). Hohe gesellschaftspolitische Relevanz haben beispielsweise Projekte zur Stadtentwicklung, Zivilgesellschaft (Marokko) und Sozialarbeit (Palästina). Ungewöhnlich für den DAAD ist der ganzheitliche Ansatz, der auch Nicht-Akademiker einbezieht. Dies und die Zusammenarbeit mit Unternehmen verstärkt die Ausstrahlung in die Gesellschaft. Während der DAAD-Initialförderung haben sich deutsche Hochschulen und Hochschulen in den Partnerländern so nachhaltig vernetzt, dass sie die Kooperation nun mit neuen Finanzierungsquellen fortsetzen. Drei Netzwerke wurden formal gegründet. Alle Projekte förderten gezielt akademischen Nachwuchs und Frauen. Einige geförderte Nachwuchskräfte planen anschließend Studienaufenthalte bei den Partnern oder sogar neue studentische Projekte.
Eine ideale Basis für den interkulturellen Dialog schaffen Sommerschulen, gemeinsame Workshops und Feldforschungen. Sie bringen viele junge Akademiker zusammen, die intensiv zusammenarbeiten und so hautnah erleben, wie faszinierend und bereichernd die Erfahrung ist, mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund an dieselbe Aufgabenstellung heranzugehen. In der interkulturellen Zusammenarbeit lernen sie mit Reibungspunkten und Konflikten umzugehen und werden dabei von ihren Dozenten unterstützt und angeleitet. Im Idealfall beginnt der Dialog mit der Entdeckung von Gemeinsamkeiten und führt über die Auseinandersetzung mit der Andersartigkeit der Partner und der Erkenntnis, dass es auch innerhalb der Partnerregion große kulturelle Unterschiede gibt, zu einem neuen Blick auf die eigene Gesellschaft. Der Dialog zieht so immer breitere Kreise.