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2. Ausschreibung PROFIN (ab 2010, mehrjährig)

Veröffentlichungsdatum: 22.01.2010
Bewerbungen erbeten bis: 15.03.2010

Programm zur Förderung der Integration ausländischer Studierender (PROFIN)

I. Ausgangssituation und Programmziele

Das DAAD-Programm "Programm zur Förderung der Integration ausländischer Studierender" (PROFIN) hat einen weit gefassten Förderansatz, dessen Kernziel die Integration ausländischer Nachwuchskräfte vor und wäh-rend des Studiums ist. Dies soll den Studienerfolg erhöhen und eine nachhaltige Bindung hochqualifizierter Fachkräfte an den Standort Deutschland ermöglichen. Denn eine gelungene Integration der internationalen Studierenden ist ein wichtiger Faktor für den Studienerfolg: Internationale Studierende, die sich in Hochschule und Studierendenschaften eingebunden fühlen, kommen besser mit den Studienanforderungen zurecht und erwägen wesentlich seltener einen Abbruch des Studiums. Gleichzeitig steht das Gelingen einer sozialen Integration der ausländischen Studierenden im engen Zusammenhang mit den übergeordneten politischen und kulturellen Zielen des Ausländerstudiums. Je besser die Studierenden sich in Hochschule und Gesellschaft einbezogen fühlen, um so wahrscheinlicher ist es, dass sie eine positive Beziehung zu Deutschland aufbauen.

II. Projektziele

Das übergeordnete Ziel einer verbesserten Integration ausländischer Studierender in Hochschule und Gesellschaft soll durch Projekte realisiert werden, die

  • die Integration ausländischer Studierender als Aufgabe und Lernchance für die gesamte Hochschule konzipieren
  • Effizienz und Kundenfreundlichkeit bei bisherigen Standardaufgaben stär-ken und weitere Instrumente und Strukturen entwickeln, die diesen Zielen förderlich sind
  • ausländische Studierende dazu befähigen und dabei unterstützen, sich erfolgreich in Hochschule, Gesellschaft und Arbeitswelt zu integrieren
  • die aktive Mitwirkung der deutschen Studierenden bei der Integration ausländischer Studierender erheblich und nachhaltig steigern
  • die spezifischen Bedürfnisse von Studierenden mit Migrationshintergrund berücksichtigen und ihre Potentiale nutzen
  • durch Kooperation zwischen Akteuren innerhalb und außerhalb der Hochschule neue Potentiale und Handlungsfelder erschließen
  • durch verbesserte Integration den Studienerfolg erhöhen.

Gleichzeitig wird das Ziel verfolgt, die Internationalisierung der Hochschule zu vertiefen. Durch Vernetzung zwischen den Projekten sowie durch Publikationen, Tagungen und Workshops sollen die Ergebnisse der Modellprojekte auch nicht direkt geförderten Hochschulen zur Verfügung gestellt werden und damit zu einer verbesserten Integration ausländischer Studierender an den deut-schen Hochschulen insgesamt beitragen.

III. Förderungsfähige Maßnahmen

Im Rahmen des Programms zur Integration ausländischer Studierender sollen in erster Linie Ansätze entwickelt werden, die modellhaften Charakter besitzen und sich auf andere Hochschulen übertragen lassen. Gefördert werden nicht Einzelmaßnahmen, sondern die Entwicklung und Umsetzung von Konzepten und Programmen, die an bereits bestehende Maßnahmen zur fachlichen, sprachlichen und sozialen Unterstützung ausländischer Studierender anschließen und diese zu integrationsfördernden Maßnahmen weiterentwickeln. Durch eine befristete Projektförderung sollen Verfahren und Angebote aufgebaut werden, die den Perspektivenwechsel von Betreuung zu Integration dauerhaft am Hochschulstandort verankern (Modellprojekte).

In einer zweiten Programmlinie können (wie schon in der ersten PROFIN-Programmphase) Projekte gefördert werden, die einzelne bereits an anderen Hochschulen und Hochschulstandorten oder zentral entwickelte Instrumente übernehmen wollen, die der Förderung der Integration ausländischer Studierender dienen. Durch eine Anschubfinanzierung werden die Antragsteller dabei unterstützt, Lösungsansätze oder einzelne Elemente dem konkreten Bedarf und den spezifischen Voraussetzungen vor Ort anzupassen und sie mit den bestehenden Angeboten und Strukturen der Hochschule sowie am Hochschulstandort zu vernetzen (Adaptionsprojekte).

IV. Themenbereiche

Im Folgenden werden Bereiche genannt, in denen Antragsteller Projekte zur Integration von ausländischen Studierenden beantragen können. Projektanträge können sich dabei auf einen der Bereiche konzentrieren oder auch mehrere Aspekte miteinander verbinden.

1. Verbesserung der Integration internationaler Studierender in die Fachbereiche vor und während des Studiums, d.h. fachspezifische, sprachliche und interkulturelle Angebote, die gezielt auf ein anschließendes Fachstudium an der jeweiligen Hochschule vorbereiten und damit sowohl den Studienerfolg als auch die Integration der ausländischen Studierenden fördern, z.B. gemeinsame Studienvorbereitungskurse für deutsche und ausländische Studierende, fachliche und soziale Einführungsveranstaltungen, die von Fachschaften, Akademischen Auslandsämtern und Verbänden ausländischer Studierender gemeinsam durchgeführt werden.

2. Verbesserung der Integration internationaler Studierender auf dem Campus und in die Gesellschaft: z.B. durch die Schaffung von Begegnungszentren, Orientierungsangebote und Maßnahmen, die insbesondere Fragen zu Information, Beratung, Vorbereitung, Auswahl und Zulassung mit umfassen, Wohnraumerschließung, integrative Freizeitprojekte und Initiativen, in die ausländische Studierende ihre spezifischen Erfahrungen und Kenntnisse einbringen können.

3. Internationalisierung der Lehre: Einbindung von Veranstaltungen und methodischen Ansätzen in das reguläre Lehrprogramm von Studiengängen, die die Integration ausländischer Studierender befördern können.

4. Training interkultureller Kompetenzen: Schulung von Lehrenden und Studierenden im Umgang mit kulturellen Unterschieden und kulturell bedingten Konflikten.

Weitere Maßnahmen, die in besonders innovativer Weise der Verwirklichung der Programmziele dienen, wie z.B. Hochschulkooperationen in einer Region, die die regionale und hochschulübergreifende Integration der ausländischen Studierenden fördern. Bisherige PROFIS-Projekte finden Sie unter www.daad.de/profis und die derzeit geförderten PROFIN-Projekte unter www.daad.de/profin.

V. Förderungsumfang und Förderungsbedingungen

Das Programm PROFIN besteht aus zwei Programmlinien. Die Antragstellung einer Hochschule oder eines Studentenwerkes in beiden Programmlinien ist möglich (separate Antragstellung). 

A. Entwicklung von Modellprojekten zur Integration ausländischer Studierender – PROFIN-Modell

B. Übertragung und Adaption einzelner bereits erprobter Instrumen-te – PROFIN/PROFIS-Adaption

 A. Laufzeit PROFIN-Modell: Projekte können in der Regel ab dem 01.05.2010 für eine Laufzeit von maximal 24 Monaten gefördert werden.  

  • Fördervolumen: Finanziert werden Projekte in einer Höhe von i.d.R. bis zu 60.000 EUR pro Jahr. Bewerben sich mehrere Hochschulen im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts, kann die maximale Fördersumme von 60.000 EUR pro Jahr überschritten werden.

B. Laufzeit PROFIN-Adaption: Projekte können in der Regel ab dem 01.05.2010 für eine Laufzeit von maximal 24 Monaten gefördert werden.

  • Fördervolumen: Finanziert werden Projekte in einer Höhe von bis zu 25.000 EUR pro Jahr.
  • Es können Personalmittel für Projektdurchführung und -betreuung und Sachmittel beantragt werden.
  • Aus DAAD-Mitteln nicht zuwendungsfähig sind Ausgaben für Ausstattungs- und Einrichtungsgegenstände (z.B. Computer, Mobiliar - mit Ausnahme der Einrichtung von Begegnungszentren, etc.) sowie Mietkosten.
  • Bitte beachten Sie bei der Finanzplanung die Hinweise zum Ausfüllen des Finanzierungsplans.
  • Bitte denken Sie bei der Finanzplanung auch an anfallende Kosten (Mobilitäts- und Aufenthaltskosten) für PROFIN-Workshops und PROFIN-Tagungen.

Von den teilnehmenden Hochschulen/Studentenwerken wird eine substanzielle Eigenleistung erwartet, die in der Projektbeschreibung darzustellen ist, aber nicht Gegenstand der Förderung ist. Dazu gehören:

  • angemessene Ausstattung und Bereitstellung der für die Projektdurchführung erforderlichen Infrastruktur (Büro- und Unterrichtsräume, Computer, Mobiliar)
  • Unterstützung des Projekts durch Einsatz von Personal der Hochschule, z.B. teilweise Freistellung von vorhandenem Personal für die Projektleitung oder –durchführung oder zusätzliche Finanzierung von studenti-schen und/oder wissenschaftlichen Hilfskräften. Die eingebrachte Eigenleistung ist im Antragstext zu beschreiben, aber nicht in den Finanzierungsplan aufzunehmen.
  • Im Rahmen des Antrags ist darzustellen, wie sichergestellt ist, dass die im Rahmen von PROFIN geförderten und durchgeführten Maßnahmen nach Auslaufen der Förderung fortgesetzt bzw. die erzielten Ergebnisse genutzt werden und damit zu einer dauerhaften Verbesserung der Integration ausländischer Studierender beitragen.  
  • Um die Übertragbarkeit der Modellprojekte (A) zu gewährleisten, verpflichten sich die Projektverantwortlichen die Projektergebnisse auf den von dem DAAD bereitgestellten Foren anderen Interessenten unentgeltlich zur Verfügung zu stellen.

B. Förderfähige Maßnahmen in der Programmlinie Adaption sind beispielsweise:

  • Aufbau oder Neustrukturierung von einzelnen Instrumenten zur Betreuung und Integration, wie sie zum Beispiel in der PROFIS-Programmlinie zur fachlichen und sozialen Betreuung der ausländischen Studierenden entwickelt wurden
  • Fortbildungsworkshops für Hochschulmitarbeiter/innen
  • hochschulspezifische inhaltliche und technische Anpassung von zentral entwickelten Online-Instrumenten

VI. Antragstellung und Unterlagen

Antragsteller: Anträge auf Förderung von Projekten in beiden Programmlinien können gestellt werden von:

  • Akademischen Auslandsämtern
  • Studentenwerken in Kooperation mit einem Akademischen Auslandsamt
  • Fachbereichen, Instituten, Lehrstühlen in Kooperation mit dem Akademischen Auslandsamt

Ausdrücklich erwünscht ist die Beteiligung von Studierendenvertretungen, Fachschaften, studentischen Verbänden und ASTEN als Kooperationspartner. Antragsteller und Projektverantwortlicher muss jedoch ein Akademisches Auslandsamt, ein Studentenwerk oder ein Fachbereich, Institut oder Lehrstuhl sein.

Externe Partner (z.B. Studienkollegs, Studierendengemeinden, Ausländerbehörden oder anderen kommunalen Stellen, Hochschulzentren der Arbeitsämter, Institutionen und Vereine aus den Bereichen Kultur und Sport) können ebenfalls in den Antrag eingebunden werden.

Die Anträge müssen von der jeweiligen Hochschulleitung bzw. der Leitung des Studentenwerks durch ein Bestätigungsschreiben unterstützt werden. Im Falle eines Antrags mehrerer Partner ist ein federführender Antragsteller zu benennen, der den Antrag stellt. Dem Antrag werden dann außerdem entsprechende Bestätigungsschreiben der Leitungen aller beteiligten Partner beigefügt.

VII. Antragsschluss

Ihre Anträge stellen Sie bitte ausschließlich über das DAAD-Portal:

https://portal.daad.de/irj/portal

 Antragsschluss: 15.03.2010 (Mo.)

Es können nur vollständige und fristgerechte Anträge berücksichtigt werden.

VIII. Auswahlkriterien

Über die Förderung entscheidet eine Auswahlkommission, die aus Vertreterinnen und Vertretern von Hochschulleitungen, aus den Fachbereichen, den Akademischen Auslandsämtern und den Studierendenwerken sowie aus externen Experten besteht. Die Sitzung der Auswahlkommission ist für März/April 2010 geplant.

Kriterien zur Beurteilung der Förderungswürdigkeit der beantragten Projekte sind:

  • Integration von Einzelmaßnahmen in ein schlüssiges Gesamtkonzept
  • Kooperative Ausrichtung der Projekte mit Blick auf interne wie externe Partner
  • Eigenleistungen und Vorarbeiten der Antragsteller
  • Perspektive für eine Verstetigung der Projekte nach Ablauf der Projektlaufzeit
  • Verbesserung der Datenlage zu Erfolgsfaktoren und Studienverlauf
  • Angemessenheit der Kosten

Bei Programmlinie PROFIN Modell (A) zusätzlich

  • Übertragbarkeit der Maßnahmen für andere Hochschulen bzw. Studentenwerke
  • Begleitende Maßnahmen zur Evaluation

IX. Weitere Informationen über die 1. Programmphase von PROFIN sowie das beendete Förderprogramm PROFIS

Projektdarstellungen, Ansprechpartner und Links zu Homepages der PROFIN-Projekte

Projektdarstellungen, Ansprechpartner und Links zu Homepages der PROFIS-Projekte

  • Broschüre "PROFIS 2004 – 2008 – Erfolge mit Potenzial, die Bilanz"" (Bilanzbroschüre)                  

X. Ansprechpartner und weitere Informationen

Ihre Ansprechpartnerinnen im DAAD für weitere Auskünfte:

Almut Lemke                             Stephanie Knobloch

lemke[at]daad.de                       knobloch[at]daad.de

Tel. 0228 / 882 575                  Tel. 0228 / 882 573

Anlage 1

 Die folgenden Unterlagen sind bei einer Antragstellung über das DAAD-Portal einzureichen:

1. Beschreibung des Vorhabens (max. 2.100 Zeichen im Portal möglich, ausführlichere Projektbeschreibung als Anlage anzufügen)

Bitte gehen Sie dabei zum Beispiel auf die folgenden Fragen ein:

für die Programmlinie A – PROFIN Modell:

  • Welche nachvollziehbaren Ziele, deren Erreichungsgrad gemessen werden kann, sollen mit dem Projekt erreicht werden?
  • Inwiefern berücksichtigt das Projekt die spezifische Situation der Hochschule (z.B. Standort, Größe, fachliches Profil) sowie den status quo der Internationalisierungsbemühungen (z.B. Anteil ausländischer Studierender und Absolventen, Betreuungsstandards, internationale Studiengänge, aber auch institutionelle Zusammenarbeit innerhalb der Hochschule)?
  • Inwiefern knüpft das Projekt an bereits bestehende Maßnahmen zur fachlichen, sprachlichen und sozialen Unterstützung ausländischer Studierender an und entwickelt diese zu integrationsfördernden Maßnahmen weiter?
  • Welche Partner innerhalb und/oder außerhalb der Hochschule sind an dem beantragten Projekt beteiligt? Wie wird die Zusammenarbeit organisiert?
  • Welche Maßnahmen sind vorgesehen, damit die Anschubfinanzierung zu einer dauerhaften Verbesserung der Ausgangssituation auch nach Auslaufen der Förderung führt?
  • Welche begleitenden Maßnahmen zur Projektevaluation sind vorgesehen?

für die Programmlinie B – PROFIN Adaption:

  • Welche nachvollziehbaren Ziele, deren Erreichungsgrad gemessen werden kann, sollen mit dem Projekt erreicht werden?
  • Welche bereits erprobten Instrumente werden in welcher Form übertragen oder adaptiert? Wie wird hierbei die spezifische Situation der Hochschule (z.B. Standort, Größe, fachliches Profil) sowie der status quo der Internationalisierungsbemühungen (z.B. Anteil ausländischer Studierender und Absolventen, Betreuungsstandards, internationale Studiengänge, aber auch institutionelle Zusammenarbeit innerhalb der Hochschule) berücksichtigt?
  • Welche Partner innerhalb und/oder außerhalb der Hochschule sind an dem beantragten Projekt beteiligt? Wie wird die Zusammenarbeit organisiert?
  • Welche Maßnahmen sind vorgesehen, damit die Anschubfinanzierung zu einer dauerhaften Verbesserung der Ausgangssituation auch nach Auslaufen der Förderung führt?

2. Finanzierungsplan

3. Befürwortungsschreiben der Hochschulleitung oder der Leitung des Studentenwerks (als Anlage)

4. Zeitplan (Überblick in Monatsschritten, wichtigste Zwischenschritte und Meilensteine – als Anlage)

sowie gegebenenfalls

5. Bestätigungsschreiben des/r externen Projektpartner/s über die Teilnahme am Projekt (als Anlage)

Stand: 2010-02-18
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© 2010 Deutscher Akademischer Austausch Dienst e.V. (DAAD), Kennedyallee 50, D-53175 Bonn
Quelle: http://www.daad.de/hochschulen/betreuung/profin/12591.de.html
Stand: 2010-03-21