Kamerun/U Karlsruhe
Wir, kamerunische Studenten in Karlsruhe, haben einen Verein FKSK.eV (Freundschaftskreis der Kamerunischen Studenten in Karlsruhe) genannt. Da wir in Kamerun wie fast überall in der Welt als populärsten Sport Fußball haben, treffen wir uns alle Sonntag morgens (ob es regnet oder schneit) um einen Ball und rennen hinter ihm her. So haben wir unsere Mannschaft gebildet und nehmen auch öfters an Tournieren teil. Aber die Mannschaft ändert sich ständig durch regelmäßig neu ankommende Studenten, Absolventen, die zu Hause oder im Ausland beschäftigt werden. Aber auch wegen dem Alter, denn es heißen nicht alle Kameruner Roger Milla.
Wir haben als Spitznamen den Namen von unseren nationalen Spielern von der WM 1990 in Italien, denn das war unsere (und auch für eine afrikanische Mannschaft) erfolgreichste Teilnahme an einer WM. Wir hatten das Viertelfinale erreicht! (1998 hat auch der Senegal das Viertelfinale erreicht). Damit wollen wir die Hommage an unserer damalige nationale Mannschaft und auch an die heutige zeigen, dass wir auf sie stolz sind, obwohl wir uns für die WM 2006 nicht qualifiziert haben. Denn bei Fußball zählt der Spaß!
Wir und Deutschland:
Überall bei uns wird erzählt, dass Deutschland das beste Ausbildungsland Europas ist. Jeder von uns hier eingereist mit der Begeisterung ein Hightech-Land kennen zu lernen! Da das Studium auch gebührenfrei war, war es optimal hier um sich auszubilden. Einmal Vorort, waren wir auch sehr zufrieden mit der Disponibilität des Professoren, die unglaubliche viele Infrastrukturen, die zur Verfügung stehen und die Arbeitsfreude der Deutschen.
Bemerkenswert waren die Punktualität und die Ernsthaftigkeit über alles! Das ist ein Punkt, wo wir uns so viel Mühe gegeben haben um es ungefähr zu schaffen…Aber wie alles, haben auch die Deutschen ein negatives Gesichtes. Das fängt mit dem Passanten auf der Straße en, der irgendwie Ausländerfeindlichkeit zeigt. Der Beamte, von dem man bedient wurde als ob man nicht von dieser Welt kommt. Der Vermieter, der nach Erkennung eines fremden Akzents die Standartantwort gibt: “Schon vermietet!”. Was ich auch als negativ empfinde ist, dass hier jeder einfach sein Leben lebt, und sich nicht für seine Mitmenschen interessiert. Wenn man von unserem Kontinent kommt, wo das Leben in der Gemeinschaft so stark ausgeprägt ist, ist das ein großer schock.
Über unser Land:
In dem alten Kontinent und besonders in Kamerun sind wir zwar nicht so reich, haben viel weniger Infrastrukturen, aber wir sind mit so wenig froh! Wir freuen uns schon, dass wir leben.
Als ich einmal mit meinen Freunden mit dem Zug unterwegs war, haben wir die ganze Zeit gequatscht und gelacht. Dann fragte uns auf einmal eine Frau, ob wir kein Problem im Leben haben. Ihrer Meinung nach sei es nicht normal in dieser Welt so oft zu lachen.
Wir besuchen unsere Freunde, Nachbarn und Verwandte ohne vorher einen Termin zu vereinbaren! Die warme Winterkleidung (Mantel, Jacke, warme Schuhe…) kann man sich daheim sparen! Auch beschränken wir uns nicht nur auf Nudeln, Reis und
Kartoffeln. Das Essen ist stets abwechslungsreich, und hat bei uns auch einen hohen Stellenwert. Die Frauen verbringen oft den ganzen Tag in der Küche, und dann verbringt die Familie den ganzen Abend beim Essen. Unser Vorteil in Kamerun gegenüber den anderen Länder ist, dass alle afrikanische Länder in uns vereint sind; deswegen sagt man von Kamerun im Kulturbereich: “Afrika in Miniatur” (Afrique en Miniature). Denn alle afrikanische Kulturen, Religionen und Wetterlagen sind in Kamerun repräsentiert! Seid ihr schon einmal bei uns gewesen? Bestimmt nicht! Dann wisst ihr nicht wie man Gäste empfängt!! Wir können euch nur den Tipp geben nie dorthin zu reisen, wenn ihr wieder zurück müsst. Denn wenn man einmal in Kamerun war, möchte man immer dort bleiben. Und schöne Männer und Frauen gibt es bei uns natürlich auch!
Unser Pate:
Als Paten wollen Herr Roger Milla aber er ist im Moment unerreichbar, denn er ist in Ägypten mit der nationalen Mannschaft beschäftig! Wir müssen dann bis Mitte-Februar warten…
Um eine so große Wartezeit zu vermeiden haben wir Herr Marcel Mahouvé, der bei FC Saarbrücken in der Zweite Liga kontaktiert und er hatte schon telefonisch zugesagt.














