Georgien/U Trier u.a.

Zuerst versuche ich kurz zu erklären, was für jeden Georgier Fussball bedeutet. Am 13. Mai 1981 hat «Dinamo» Tiflis in Düsseldorf den Uefa-Pokal der Pokalsoieger gegen «Carl Zeiss» Jena gewonnen. Nach diesem Sieg ist der 13. Mai unser inofizieller Feiertag und nach Weinachten und Ostern  sogar einer der Wichtisten.


Für unser Land wird es eine Ehre sein an diesem Turnier teilzunehmen und deshalb sind wir sicher, dass wir eine öffentliche Unterstützung von der Seite aller Georgier in Köln bekommen werden. Wir erwarten auch eine Hilfe von der georgischen Botschaft in Berlin. Unsere Spieler aus Berlin haben schon Kontakt mit der Botschaft aufgenommen und sie zum Besuch der DAAD-Cup eingeladen.



Wir und Deutschland:


Zufälligerweise ist es so gekommen, dass ein grosser Teil unseres Freundeskreises seine Zukunft mit Deutschland verbunden hat. Manche von uns haben schon in Georgien an der Deutschsprachigen Fakultät «Wirtschaftsrecht» studiert, andere haben einfach ihre Deutschkenntnisse vertieft und späteres Studium in Deutschland als Ziel angestrebt. Heute studieren 5 von uns in Trier, andere sind in Gelsenkirchen, Bielefeld, Hamburg, Köln und Dortmund immatrikuliert.


Ausserdem machte und macht die deutsche Kultur im Allgemeinen dieses Land für viele Georgier sehr interessant. Es ist hier schwer nachvollziebar wie bekannt das «Goethe-Institut» in Tiflis ist, dessen Gebäude seit Jahren immer weiter wächst, um die Nachfrage der georgischen Studenten zu befriedigen und was für einen Wettbewerb um einen DAAD-Stipendiumsplatz gibt. Aber natürlich ist die Möglichkeit, dass man in der BRD gebührenfrei studieren kann auch erheblich.


Fussball war immer unsere Leidenschaft. Manche von uns haben in einem Verein gespielt. Andere sind nur Amateure geblieben. Dennoch mieteten wir seit dem Jahr 2000 zweimal pro Woche einen Fussballplatz und spielten in dieser Konstallation gegen diverse Mannschaften. Der zweite Teil unserer Mannschaft besteht aus den Studenten der Technischen Universität Berlin und der Universität Potsdam und ist viel erfahrener. Sie spielen regelmässig im TU Berlin und es gibt zwei Spieler, die in Georgien zeitlang in einem Verein gespielt haben.


Über unser Land:


Georgien. Es ist sehr kompliziert über seine Heimat objektiv zu sprechen. Besonders wenn man sie so sehr liebt wie ich und die seit einem halben Jahr nicht mehr gesehen hat. Georgien ist ein kleines Land so gross wie die Schweiz, wo riesige Berge, eine wunderschöne Küste am Meer, eine Wüste und fabelhafte Täler mit reizvoller Natur miteinander vermischt sind.
Es ist ein Land, wo man im Kaukasus im Oktober Schi fahren und dann in 2 Stunden schon am Schwarzen Meer scwimmen geht.
Es ist ein Land wo der Gast, laut eines Sprichwortes, das «der Gast kommt vom Gott» lautet, Status eines Heiligen besitzt.
Es ist ein Land mit unzähligen Weinbergen. Fast jede Familie macht seinen eigenen Wein auf dem Lande und der zufällig gekomme Gast ist bei ihr immer willkommen. Es ist das Land, dessen Hauptstadt Tbilisi eine wunderschöne und einmalige Mischung einer europäaischen und asiatischer Stadt bieten kann.
Georgien war doch immer die Ostgrenze vom alten Europa, als die letzte Bastion des Christentums. Unsere Altstadt ist einer der erstaunlichsten Orte auf der Welt, wo Georgier, Kurden, Türken, Armenier, Azerbajaner, Juden, Griechen, Russen und viele andere ethnische Gruppen seit Jahrhunderten friedlich miteinander leben. In Tifliser Altstadt 100 Meter voneinander entfernt liegen die armenische Kirche und eine muslimische Moschee und es ist zu bestaunen wie freundlich und friedlich die Leute dort miteinander umgehen.

Vor ein paar Jahren hat man in Dmanisi, Süd-Georgien die Körperreste unserer Urahnen aufgefunden. Durch die Ermittlung deren Alter wurde bewiesen, dass die Zivilisation nach Europa über Georgien angekommen ist. Ich möchte nicht überheblich klingen, aber wir könnten sogar beanspruchen, dass der erste Europäer ein Georgier gewesen ist.             

Für unser Land wird es eine Ehre sein an diesem Turnier teilzunehmen und deshalb sind wir sicher, dass wir eine öffentliche Unterstützung von der Seite aller Georgier in Köln bekommen werden. Wir erwarten auch eine Hilfe von der georgischen Botschaft in Berlin. Unsere Spieler aus Berlin haben schon Kontakt mit der Botschaft aufgenommen und sie zum Besuch der DAAD-Cup eingeladen. Ausserdem wird einer unser Mitspieler, Alexander Enukidze ab Februar ein Praktikum in der Botschaft in Berlin absolvieren und unsere Beziehung vor Ort koordinieren.

Noch ein Grund unserer Teilnahme an der Meisterschaft könnte die Ernennung von Klaus Toppmöller zum Trainer georgischer Nationalmannschaft sein. In Georgier hofft man sehr auf ihn und auch die Zahl der Anhänger deutschen Fussballs ist dadurch angestiegen. Aber auch sonst war deutscher Fussball bei uns immer sehr populär. Besonders deutsche Nationalmannschaft, Bayern München und Hamburger SV können die Liebe vieler georgischer Fussballfans geniessen.

Fussball wurde in Georgien im 19. Jahrhundert populär. Die englischen Seeleute haben diese Sportart Georgischer Bevölkeurg am schwarzen Meer beigebracht. Anschliessend wurde die erste georgische Fussballmanschaft in Poti (eine Hafenstadt am schwarzen Meer) gegründet, die gegen Besucher aus ganzer Welt die Freundschaftsspiele in Poti organisierte. Der Name dieser Mannschaft war «Der Erste Falke».

Der Falke ist sehr berühmte Vogelart in Georgien. Besonders die Bergfalken, die in den Bergen von Kaukasus zu erleben sind, stellen einer der Symbolen unserer Heimat dar.


Zum Schluss möchte ich DAAD danken, dass sie durch diese Meisterschaft den Studenten aus ganzer Welt solch eine gute Gelegenheit gibt einander besser kennenzulernen. Wir, Georgier können verspechen auch ausserhalb des Fussballplatzes interessante Teilnehmer zu werden. Unsere Traditionen geben uns dafür genügend Möglichkeiten.