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Studieren und Forschen in Deutschland


Home « Studieren und Forschen in Deutschland « Wege durchs Studium « Studienorganisation: Weniger ist manchmal mehr


Studienorganisation: Weniger ist manchmal mehr

Merkzettel Aufgepasst:

Ausrufezeichen OrangePlanen Sie Ihr Studium nie auf eigene Faust. Es könnte Ihnen sonst passieren, dass Ihnen für die Anmeldung zur Zwischen- oder Abschlussprüfung Leistungsnachweise fehlen. Lassen Sie sich beraten und lesen Sie aufmerksam die Prüfungs- und Studienordnung Ihres Faches (oder Ihrer Fächer) durch. Die Prüfungsordnung regelt Inhalte, Anforderungen, Termine und Abläufe von Prüfungen. Die Studienordnung legt Inhalte und den Verlauf des Studiums fest. Dort finden Sie nach Semestern geordnet die Lehrveranstaltungen, die Sie bis zur jeweiligen Prüfung besucht haben müssen. Von den Empfehlungen der Studienordnung sollten Sie nicht abweichen. Denn häufig bauen Pflichtlehrveranstaltungen, in denen Sie Scheine erwerben, aufeinander auf.
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Im Lesesaal
Beim ersten Blick ins kommentierte Vorlesungsverzeichnis für den Fachbereich Wirtschaft war Tomás vollauf begeistert. "Dort waren so viele interessante Veranstaltungen aufgeführt. Ich konnte mich gar nicht entscheiden. Also habe ich so viele Seminare und Vorlesungen wie nur möglich belegt. Mein Stundenplan war jeden Tag von 9.00 Uhr morgens bis abends um 19.00 Uhr voll gepackt", erinnert sich unser Scout Tomás an sein erstes Semester in Deutschland. Aus der Begeisterung wurde jedoch bald ein andauerndes Stressgefühl. "Ich hastete pausenlos von einer Veranstaltung zur anderen. Mir blieb kaum Zeit, um in die Bibliothek zu gehen oder Leute näher kennen zu lernen", berichtet Tomás. Was ihm jedoch besonders zusetzte: "Ich merkte bald, dass ich in den Veranstaltungen nicht richtig mitkam. Erst hatte ich befürchtet, dass es an meinem Deutsch liegen könnte. Mein Tutor hat mir dann klar gemacht, dass mein Stundenplan viel zu voll ist. Seitdem verstehe ich den Spruch >>Weniger ist mehr<< viel besser."  

 

Genügend Zeit für Vor- und Nachbereitung einplanen: Was Tomás bei seiner Stundenplanung nicht bedacht hatte: Jede Veranstaltung, egal ob Seminar oder Vorlesung, muss von den Studierenden vor- und nachbereitet werden. So sollte man beispielsweise pro Stunde Vorlesung bis zu zwei Stunden Vor- und Nachbereitungszeit einplanen. Wer dafür keine Zeit hat, erzielt keine Lernfortschritte und verliert schnell den Anschluss.

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Bei der Studienberatung
Studienplan mit der Studienberatung besprechen: Auf Rat seines Tutors machte Tomás einen Termin mit der Studienberatung an seiner Fakultät aus. Dort erfuhr er, welche Veranstaltungen Pflicht sind und welche Leistungsnachweise er dafür bis wann erbringen muss. "Zum Schluss hatte ich meine Semesterwochenstundenzahl halbiert. Damit kam ich viel besser klar", erinnert sich Tomás.

Studien- und Prüfungsordnungen frühzeitig zur Kenntnis nehmen: Durch die  Studienberatung erfuhr Tomás auch, wie wichtig die Studien- und Prüfungsordnungen sind. "Ich hatte da bisher nur mal kurz reingeguckt. Aber richtig durchgelesen hatte ich das Ganze nicht", sagt Tomás. Da ist er bestimmt nicht der Einzige. Doch es hilft alles nichts: Die Studien- und Prüfungsordnungen sind das A & O für Ihre Studienplanung. Sie legen genau fest, welche und wie viele Veranstaltungen Sie pro Semester belegen müssen und welche Sie belegen können. Einige Fachbereiche haben sehr verbindliche Studienpläne, andere Studiengänge lassen viel mehr Freiräume. Fragen Sie auf jeden Fall auch immer bei den Studienberatungsstellen nach.


Checkliste : Das Studium richtig organisieren

Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre Hochschule!

Damit Sie Ihr Studium schnell in den Griff bekommen, sollten Sie sich bei Studienstart gut informieren. Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre Hochschule, die wichtigsten Hochschuleinrichtungen und Ihr Studium. Mit Hilfe der folgenden Checkliste können Sie prüfen, wie gut Sie schon vorbereitet sind.

  • Waren Sie schon bei der Studienberatung (zum Beispiel Zentrale Studienberatung, Fachstudienberatung)?  Dort erhalten Sie wichtige Informationen zur Organisation und dem Aufbau Ihres Studiengangs. Dort können Sie sich beraten lassen, wenn Sie Ihren Stundenplan zusammen stellen.  
  • Kennen Sie schon die Termine der Einführungsveranstaltungen für Erstsemester? Dort werden Sie im Crash-Kurs mit den wichtigsten Hochschuleinrichtungen (Zentral- und Fachbibliotheken, Rechenzentrum, Sprachenzentrum) vertraut gemacht. Dort erhalten Sie wichtige Hinweise zu Ihrem Studium (Ansprechpartner, Tutorien, Studienorganisation).
  • Haben Sie sich schon die Studienordnungen und Prüfungsordnungen für Ihre Studienfächer besorgt? Sie sind eine wichtige Grundlage für die Planung Ihres Studiums. Je eher Sie sich damit befassen, desto sicherer kommen Sie durch Ihr Studium. 
  • Sind Sie schon im Besitz eines Vorlesungsverzeichnisses (manchmal auch Studien- und Personalverzeichnis genannt) mit sämtlichen Veranstaltungen der Hochschule? Noch hilfreicher wäre es, wenn Sie sich ein kommentiertes Vorlesungsverzeichnis für Ihr jeweiliges Studienfach besorgen würden. Dort werden die Inhalte der Veranstaltungen genauer beschrieben, was Ihnen die Auswahl und Planung sehr erleichtert.
  • Kennen Sie schon das schwarze Brett an Ihrer Fakultät? Haben Sie dort schon die Aushänge für Studienanfänger gelesen?
  • Haben Sie sich schon über Anfängerseminare und Brückenkurse informiert und sich dort angemeldet?
  • Sind Sie schon im Besitz eines Benutzerausweises für die Hochschulbibliothek?
  • Haben Sie sich schon in Ihrem Institut angemeldet, um dort die Fachbibliothek benutzen zu können?
  • Waren Sie schon im Rechenzentrum, um dort einen kostenlosem Internetzugang und E-Mail-Account zu beantragen?
  • Gibt es schon eine Arbeitsgruppe, bei der Sie mitarbeiten wollen? Lerngruppen sind ein guter Weg, gemeinsam Lernstoff zu erarbeiten, Prüfungssituationen zu trainieren und sich bei Krisen gegenseitig zu unterstützen.
  • Haben Sie sich schon den Termin für die nächste Rückmeldung vorgemerkt?

 

Arbeitstechniken fürs Studium

Zeitmanagement: So bekommen Sie Ihre Zeit besser in den Griff.

Im Grundstudium hatte unsere Scout Nina ständig mit Zeitproblemen zu kämpfen. Manchmal fing sie zu spät mit der Prüfungsvorbereitung an. Dann fehlte ihr die Zeit, um den gesamten Stoff zu wiederholen. Oftmals verbrachte sie viel zu viel Zeit mit Recherchen in der Bibliothek. Dann blieb ihr zu wenig Zeit zum Schreiben. Um endlich aus der Zeitfalle heraus zu kommen, kaufte Nina sich ein Buch zum richtigen Zeitmanagement. Seitdem hat sie ihre Zeit viel besser im Griff. Hier ein paar ihrer Tipps, die Ihnen bei der Organisation Ihres Studiums helfen können:

  • Machen Sie sich als Erstes klar: Beim Zeitmanagement geht es vor allem darum, dass Sie sich selber besser organisieren und dass Sie dabei sehr diszipliniert sind. Nur wenn Sie sich feste Ziele setzen und diese auch einhalten, behalten Sie Ihre Zeit im Griff.
  • Studieren Sie nie einfach drauf los: Setzen Sie sich zu Semesterbeginn klare Arbeitsziele mit konkreten Zeitangaben (zum Beispiel: Recherche Praktikumsplatz bis zum 1. Januar, Abschluss Praktikumsvertrag bis zum 1. März; Antritt Praktikum zum 1. August).
  • Verschaffen Sie sich zu Semesterstart einen exakten Überblick über alle zu erledigenden Aufgaben mit genauen Terminangaben (zum Beispiel Anfertigung schriftliche Hausarbeit im Fach X als Zulassungsvoraussetzung für Zwischenprüfung; Erwerb des Spanischsprachnachweis).
  • Verlassen Sie sich bei der Terminplanung nie alleine auf Ihr Gedächtnis: Schreiben Sie Ihre Ziele und Aufgaben immer auf, zum Beispiel in Form von To-Do-Listen sowie Tages- und Wochenplänen.
  • Unterteilen Sie Ihre Ziele und Aufgaben in überschaubare Einheiten. Das hilft Ihnen, den Überblick zu behalten.
  • Überprüfen Sie regelmäßig, ob Sie Ihre Zeitvorgaben eingehalten haben. Haben Sie das nicht getan, müssen Sie Ihren Zeitplan sofort korrigieren. Denn sonst verlieren Sie die Kontrolle. Besser noch: Sie halten sich streng an Ihren Plan, damit Sie Ihre Aufgaben und Ziele auch tatsächlich schaffen.
  • Setzen Sie Prioritäten bei der Festlegung und Abarbeitung Ihrer Aufgaben: Wie viel Zeit Sie wann für eine Aufgabe einplanen, sollte davon abhängen, wie wichtig und dringend sie ist (zum Beispiel ist der Abgabetermin für die Seminararbeit in einer Woche).
  • Nehmen Sie sich nicht zu viel vor: Viele verschiedene Aufgaben gleichzeitig erledigen zu wollen, ist der sicherste Weg ins Terminchaos. Fragen Sie Ihre Tutoren und die Studienberatung, wie viel Zeit Sie für welche Aufgaben einplanen sollten.
  • Planen Sie nicht zu knapp: Es kann immer mal etwas Unvorhergesehenes passieren: Sie können zum Beispiel krank werden. Also kalkulieren Sie lieber etwas mehr Zeit ein.
  • Übernehmen Sie sich nicht: Planen Sie genügend Freiräume für Erholung ein. Niemand ist rund um die Uhr leistungsfähig.
  • Geben Sie Ihrem Studienalltag eine feste Struktur: Dazu zählen neben festen Lernzeiten (täglich von 9.00 bis 12.00 Uhr) auch Mittagessen mit Studienkollegen (12.30 Uhr) oder die regelmäßige Teilnahme an Arbeitsgruppen (jeden Dienstag und Donnerstag von 18.30 bis 20.00 Uhr).
  • Überlegen Sie kritisch, wo Sie Ihre Zeit verschwenden. Sie lassen sich öfters durch Telefonate von Ihrer Arbeit ablenken? Bevor Sie das erste Kapitel für Ihre Seminararbeit schreiben, surfen Sie stundenlang im Internet oder erledigen Einkäufe?
  • Denken Sie über Ihre Arbeitstechniken nach: Zeitmangel kommt oft daher, dass man zu umständlich arbeitet. Mit der richtigen Lesetechnik kann man beispielsweise viel Zeit einsparen.

 


Erfahrungsbericht

Mónica, Ecuadorianerin, Bachelor-Studium European Studies im 3. Semester:

"Lieber mal nachfragen"
"Das Studium in Deutschland zu absolvieren, ist eine gute Chance für mich. Da in Ecuador nur sehr wenige Menschen Deutsch können, habe ich dort gute Berufsaussichten mit einem deutschen Studienabschluss. Um mit dem Studium klar zu kommen, sollte man allerdings die Beratungsangebote an der Hochschule in Anspruch nehmen. Lieber einmal zu viel fragen, als hinterher nicht weiter zu wissen. Das gilt vor allem, wenn man mit dem Studium anfängt. Ich habe mich im ersten Semester ein bisschen verloren gefühlt. Alles war neu für mich und ich musste meinen Stundenplan organisieren. Ich wusste einfach nicht, wie ich das anpacken sollte. Also bin ich zur Studienberatung gegangen. Dort hat man mir bei der Zusammenstellung meines Zeitplans geholfen. Gute Erfahrungen habe ich auch mit Arbeitsgruppen gemacht. Gerade in Fächern wie Jura und Wirtschaft ziehe ich es vor, gemeinsam mit anderen zu lernen. Der Vorteil: Man kann dort über wichtige Themen diskutieren und sie vertiefen. Außerdem kann man sich in der Arbeitsgruppe gegenseitig motivieren. Das kann das Studieren manchmal leichter machen."

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Quelle: http://www.daad.de/deutschland/wege-durchs-studium/studienorganisation/06103.de.html
Stand: 2012-02-12