Home « Studieren und Forschen in Deutschland « Wege durchs Studium « Kosten rund ums Studium
Für ihre Zulassung zum Studium in Deutschland musste unsere Scout Mai auch einen Finanzierungsnachweis vorlegen. Beim Beratungszentrum des DAAD in Hanoi erfragte Mai die Details. Dabei erfuhr sie: Internationale Studierende sollen nachweislich über mindestens rund 8000 Euro pro Jahr - also etwa 667 Euro pro Monat - verfügen. Doch schon im ersten Semester hat Mai festgestellt, das 667 Euro im Monat knapp sind. Die Lebenshaltungskosten in Deutschland sind im Vergleich mit vielen Ländern Asiens, Afrikas oder Lateinamerikas recht hoch. "Deshalb ist es wichtig, dass man noch eine kleine Geldreserve für ungeplante Ausgaben hat", rät Mai.
Studiengebühren sind in Deutschland ein politisch kontroverses Thema. In einigen Bundesländern werden sie erhoben; in einigen stehen sie kurz vor der Abschaffung. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Wunschhochschule, ob Gebühren anfallen. Weitere Informationen können Sie sich im Internet über das Deutsche Studentenwerk verschaffen.
Aktuelle Übersichten über den Stand der Einführung von Studiengebühren finden Sie zudem auf den folgenden Websites:
http://www.internationale-studierende.de/fragen_zur_vorbereitung/finanzierung/ausbildungskosten/
Studienmaterialien nicht vergessen: Diese Erfahrungen hat auch Tomás gemacht. Bei der Berechnung seines monatlichen Budgets hatte er die Ausgaben für Studienmaterialien und Exkursionen nicht mit einberechnet: "Ich hatte gedacht, dass ich alle Fachbücher in der Hochschulbibliothek ausleihen kann. Aber das klappte oft nicht. Die Bücher waren ständig ausgeliehen", erinnert er sich. Deshalb musste er sich einige Fachbücher kaufen. Sonst hätte er es nicht geschafft, rechtzeitig seine erste Seminararbeit zu schreiben. Weil Tomás die Bücher gebraucht kaufen konnte, musste er statt 250 Euro, nur 100 Euro bezahlen. Ein weiteres finanzielles Loch von 150 Euro hat ihm die Firmenexkursion mit dem Fachseminar geschlagen. "Das war sehr wichtig, weil ich dort Kontakte für mein nächstes Praktikum knüpfen konnte".
Studiengebühren einkalkulieren: Inzwischen hat Tomás seinen Budgetplan korrigiert und vorsorglich auch einen Betrag für Studiengebühren einkalkuliert. Denn seine Hochschule erhebt Studiengebühren von 500 Euro pro Semester. Für unsere Scout Mai ist das nichts Neues. Für Ihren Master-Studiengang musste sie schon im ersten Semester 650 Euro Studiengebühren entrichten. Keine Studiengebühren muss Mai indes bezahlen, wenn sie danach in das Promotions-Programm wechselt.
Studiengebühren waren in Deutschland früher tabu. In den letzten Jahren hat sich die Situation jedoch geändert. Zunächst wurden Gebühren für Langzeitstudierende, Gasthörer (Studierende anderer Hochschulen) und Teilnehmer von Aufbau- und Master-Studiengängen eingeführt. Inzwischen erheben einige Bundesländer auch Studiengebühren für das Erststudium (zum Beispiel Bachelor, Diplom, Magister). Je nach Bundesland und Hochschule müssen Sie mit Gebühren von rund 500 Euro pro Semester rechnen.
Langzeitstudiengebühren: Einige Hochschulen verlangen rund 500 Euro pro Semester von Studierenden, die drei bis vier Semester über der Regelstudienzeit sind.
Studienkonten/Zweitstudiengebühren: Einige Bundesländer haben ein Studienkonten-Modell eingeführt: Wer ein Zweitstudium aufnimmt oder eine bestimmte Semesterzahl (1,5fache Regelstudienzeit) überschreitet, muss rund 500 bis 650 Euro pro Semester bezahlen.
Weiterführende Studiengänge: Masterstudiengänge sind meistens kostenpflichtig. Die Gebühren können zwischen 650 Euro bis zu mehreren tausend Euro pro Semester liegen. Zusätzlich muss pro Semester der Semesterbeitrag bezahlt werden.
Bei der Berechnung Ihres Budgets sollten Sie die Fixkosten fürs Studium fest einkalkulieren. Dazu gehören in der Regel:
Mehr Informationen zu Lebenshaltungskosten in Deutschland finden Sie unter:
http://www.daad.de/deutschland/deutschland/leben-in-deutschland/06466.de.html
Semesterbeiträge: Der Semesterbeitrag ist zu jedem Semester fällig. Sie müssen ihn also pünktlich bei jeder Immatrikulation und bei jeder Rückmeldung bezahlen. Versäumen Sie das, müssen Sie eine Verspätungsgebühr bezahlen oder Sie werden exmatrikuliert. Je nach Hochschule und Bundesland können die Semesterbeiträge zwischen 50 bis 250 Euro betragen. Von den Gebühren können Aktivitäten der Hochschulverwaltung (für Immatrikulation und Rückmeldung), des Studentenwerks und des AStA bezahlt werden. An einigen Hochschulen ist darin auch das Semesterticket enthalten. Mit diesem Ticket können Sie alle öffentlichen Verkehrsmittel am Hochschulort und in der näheren Umgebung benutzen. Semesterbeiträge sind also nicht identisch mit Studiengebühren.
Zusätzliche Arbeitsmaterialien : Wie hoch Ihre Ausgaben für Arbeitsmaterialien und Exkursionen sind, hängt stark von Ihren Studienfächern ab. In vielen Studienfächern (vor allem in den Geisteswissenschaften) fallen nur Zusatzkosten für den Kauf von Büchern an. Zwar sind die wichtigsten Lehrbücher grundsätzlich für Sie in den Hochschulbibliotheken verfügbar. Wichtige Standardwerke sind häufig jedoch nicht ausleihbar, sondern nur in der Bibliothek benutzbar. Bei besonders stark nachgefragten Studiengängen (zum Beispiel Betriebswirtschaftlehre und Jura) müssen Sie mit langen Ausleihfristen rechnen. Dann kann es sinnvoll sein, dass Sie wichtige Fachbücher kaufen. Viele Werke können Sie günstig gebraucht erwerben, zum Beispiel über Aushänge am schwarzen Brett in Ihrer Fakultät oder im Antiquariat. Im Durchschnitt sollten Sie dafür pro Semester rund 200 Euro einrechnen.
Kostenintensive Fächer: Weitaus kostenintensiver sind in der Regel die künstlerischen Fächer sowie Medizinstudiengänge (monatlich je circa 50 Euro). So muss beispielsweise ein Studierender der Innenarchitektur pro Semester mit folgenden Kosten rechnen: Modellbau: 50 Euro; Baupläne: 140 Euro; Zeichenbedarf/Kopien: 60 Euro; Fachzeitschriften: 22 Euro; Bücher: 40 Euro; Druckerpatronen: 56 Euro. Hinzu kommt die Anschaffung eines Personalcomputers (PC) plus Software für das gesamte Studium, was zusätzlich rund 2.000 Euro ausmacht. Wenn Sie den PC nicht ständig benötigen, können Sie die PC-Arbeitsplätze in den Bibliotheken und Rechenzentren benutzen.
Damit Sie die Kosten realistisch einschätzen, sollten Sie vorher bei der Studienfachberatung oder der Fachschaft Ihres Studiengangs nachfragen.
Krankenversicherung
Studierende: Alle Studierenden sind bis zum 14. Fachsemester, maximal bis zum 30. Lebensjahr krankenversicherungspflichtig. Das heißt, dass die gesetzlichen Krankenkassen Sie bis zu diesem Zeitpunkt zu günstigen Studententarifen aufnehmen müssen. Die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung liegen für Studierende bei rund 370 Euro pro Semester. Sie müssen den Beitrag vor Ihrer Einschreibung an die Krankenkasse zahlen. Wenn Sie bei der Einreise älter als 30 Jahre sind, sollten Sie sich unbedingt bei einer privaten Krankenkasse versichern.
Teilnehmer von studienvorbereitenden Sprachkursen: Trifft das auf Sie zu, müssen Sie sich privat versichern. Das Deutsche Studentenwerk hat für solche Fälle ein Sondervereinbarung mit einer Privatversicherung getroffen: Sie kostet rund 40 Euro im Monat. Wenn Sie dann nach Beendigung des Sprachkurses ein Studium aufnehmen (und jünger als 30 Jahre sind), können Sie in die gesetzliche Krankenkasse wechseln.
Teilnehmer von Studienkollegs: Hier gelten bundesweit sehr unterschiedliche Regelungen. Am besten fragen Sie direkt beim Studienkolleg Ihrer Wahl nach.