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"Wer die Wahl hat, hat die Qual." So lautet ein deutsches Sprichwort. Und es beschreibt Ihre Lage – angesichts der vielfältigen Studienmöglichkeiten in Deutschland – vielleicht ganz gut. Etwas übersichtlicher wird das Angebot bereits, wenn man sich für eine Hochschulart entscheidet. In Deutschland gibt es drei Arten von Hochschulen:
An Universitäten sind Sie richtig aufgehoben, wenn Sie sich für ein wissenschaftlich ausgeprägtes Studium interessieren. Universitäten bieten ein sehr breites Fächerspektrum an. Manche Universitäten haben sich auf bestimmte Fachgebiete spezialisiert. Beispiele dafür sind Technische Hochschulen, Medizinische Hochschulen oder Pädagogische Hochschulen. Auch wenn Sie in Deutschland promovieren (also den Doktortitel machen) möchten, sind Sie an den Universitäten genau richtig.
Fachhochschulen sind die richtige Lösung, wenn Sie ein sehr praxisorientiertes Studium bevorzugen. Hier erhalten Sie eine wissenschaftlich fundierte Ausbildung, die auf die konkreten Anforderungen im Berufsleben zugeschnitten ist. Zum Studium gehören Praktika und Praxissemester. Dort haben die Studierenden die Gelegenheit, ihre Kenntnisse in Unternehmen und Betrieben zu erproben.
Kunst-, Film- und Musikhochschulen sind die richtige Wahl, wenn Sie ein künstlerisch-gestalterisches Fach studieren möchten. Diese Hochschulen bieten Fächer an wie Bildende Kunst, Industrie- und Mode-Design, Grafik, Instrumentalmusik oder Gesang. An Hochschulen für moderne Medien werden Regisseure, Kameraleute, Drehbuchautoren sowie andere Film- und Fernsehschaffende ausgebildet. Die Voraussetzung für ein solches Studium ist ein besonderes künstlerisches Talent, das Sie in einem Eignungstest unter Beweis stellen müssen. Für die Kunst-, Film- und Musikhochschulen gelten also besondere Zulassungsbedingungen.
Im Wintersemester 2009/2010 waren an den 409 staatlich anerkannten Hochschulen insgesamt 2,12 Millionen Studierende eingeschrieben.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Stand: Wintersemester 2009/2010.
Die meisten Hochschulen in Deutschland werden vom Staat finanziert. Einige wenige Hochschulen werden von der protestantischen oder der katholischen Kirche unterhalten. Daneben gibt es mittlerweile über 100 private Hochschulen, deren Studienabschlüsse vom Staat anerkannt werden. Ein Großteil davon sind Fachhochschulen.
Die weitaus meisten Studierenden in Deutschland sind allerdings an staatlichen Hochschulen eingeschrieben. Nur drei Prozent besuchen eine private Hochschule. Das liegt daran, dass an privaten Hochschulen zum Teil hohe Studiengebühren verlangt werden. Die Qualität der Lehre ist an beiden Hochschultypen vergleichbar gut.
Wichtig zu wissen: Das Bildungswesen in Deutschland wird nicht zentral geregelt. Jedes der 16 Bundesländer* hat seine eigenen Hochschulgesetze und Richtlinien. Außerdem sind die Hochschulen in Deutschland weitgehend selbstständig. Vieles ist deshalb nicht für alle Hochschulen einheitlich geregelt. Darum gilt: Fragen Sie immer nach, welche Bestimmungen an der Hochschule Ihrer Wahl gelten.