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Karriere in Wissenschaft und Forschung
Die Forschung in Deutschland verspricht vielfältige Möglichkeiten: Eine Karriere innerhalb der universitären Forschung, eine Stelle an einer außeruniversitären Forschungseinrichtungen oder im Bereich Forschung und Entwicklung in der Industrie. Das englischsprachige Portal "Research in Germany" informiert Sie über die verschiedenen Karrieremöglichkeiten: www.research-in-germany.de/career
Jobportale & Tipps für die Stellensuche
Sind Sie auf der Suche nach aktuellen Stellenangeboten? Hilfe bei der Jobsuche bietet das "Research in Germany" Portal - hier finden Sie eine Liste von Webportalen mit interessanten Stellen für Doktoranden und Nachwuchswissenschaftlern, Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung sowie Stellen für Juniorprofessoren und Professoren. www.research-in-germany.de/jobs
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"Für internationale Doktoranden ist es ein Mehrwert, in Deutschland promoviert zu haben" betont Dr. Tiemo Kracht (Kienbaum Executive Consultants GmBH) im Interview, das sich mit den Chancen eines Doktortitels "made in Germany" auseinandersetzt.
Was bringt die Promotion für die Karriere? Ein Interview mit Dr. Tiemo Kracht, Geschäftsführer Kienbaum Executive Consultants GmBH (KEC)
Herr Dr. Kracht, wie wichtig ist eine Promotion für die berufliche Karriere?
Der Doktortitel hat nach wie vor einen hohen Stellenwert, denn er reflektiert einen inhaltlichen Anspruch. Wer promoviert, zeigt ein starkes Interesse daran, auf der Höhe der Zeit zu bleiben und komplexe Sachverhalte zu durchdringen. Das lässt auf einen gesunden Ehrgeiz schließen. Zudem bauen sich Doktoranden ein Netzwerk in der Welt der Wissenschaft auf, das für Unternehmen interessant ist.
In welchen Fächern ist eine Promotion Voraussetzung, um weiterzukommen?
In allen forschungsintensiven Disziplinen wie Pharmazie, Informationstechnologie oder im Ingenieurwesen werden Führungspositionen nur mit promovierten Wissenschaftlern besetzt. In anderen Branchen wie im Bankwesen, in großen Anwaltssozietäten oder in der Unternehmensberatung ist der Doktortitel keine Voraussetzung, aber es wird sehr stark danach geschaut.
Und das drückt sich auch im Einstiegsgehalt aus?
Das Delta zwischen promovierten und nichtpromovierten High Potentials liegt
zwischen zehn und zwanzig Prozent. Zumal Wissenschaftler, die bereits drei, vier Jahre an einem Lehrstuhl gearbeitet haben und als Dozenten tätig waren, wertvolle
Berufs- und Lebenserfahrungen mitbringen. In der Unternehmensberatung erhalten promovierte Einsteiger auch einen anderen Status. Sie werden eher auf Themen gesetzt und übernehmen Teilprojekte sehr schnell in eigener Verantwortung.
Je mittelständischer und praxisorientierter, desto weniger zählt die Promotion – kann man das so sagen?
Es gibt Bereiche, in denen ein Doktortitel eher Dekoration wäre. Das kann ein mittelständisches Unternehmen sein, das eher jemanden mit praktischer Erfahrung sucht. Aber auch da kommt es auf die Branche an. Im Maschinen- und Anlagenbau braucht auch eine kleinere Firma ausgewiesene Experten.
Internationale Abschlüsse wie der MBA werden immer beliebter. Läuft der Master dem Doktortitel den Rang ab?
Der Master wird als Ausbildungsgang heute dem Diplomkaufmann gleichgestellt und ist für Unternehmen interessant, die Mitarbeiter gerne in jungen Jahren integrieren. Das schließt eine spätere Promotion nicht aus, die auch berufsbegleitend absolviert werden kann. Der Doktortitel behält seine Bedeutung – unter den Vorzeichen der Wirtschafts- und Finanzkrise ganz besonders.
Wie meinen Sie das?
Auch charakterliche Defizite haben zu dieser wirtschaftlichen Schieflage geführt. Viele hochwertige Lebensläufe, die präsentiert worden sind, waren häufig nur Fassade. Das hat dazu geführt, dass Persönlichkeitsfacetten heute wieder stärker bewertet werden als die Formalbildung. Und die Promotion ist so eine Facette. Doktoranden sind ja nicht alle titel- und statusfixiert. Es geht ihnen um den Reiz, komplexe Themenstellungen zu durchdringen. Das ist ein Wert an sich.
Wie wird der Doktortitel "made in Germany" international bewertet?
Deutschland hat ein ausgeprägtes Renommee als Wirtschaftsstandort. Wenn ich die Spitzengruppe deutscher Universitäten nehme, halten die im internationalen Vergleich erstklassiger Hochschulen mit. Für internationale Doktoranden ist es auf jeden Fall ein Mehrwert, in Deutschland promoviert zu haben – je internationaler das Programm, desto besser. In einem internationalen Umfeld bauen sich Nachwuchsforscher ein globales Netzwerk auf, das ihre Handlungsfähigkeit im Management verbessert. Attraktiv sind auch Kooperationen zwischen Hochschulen und Wirtschaftsunternehmen. Die Strukturen verändern sich in diesem Bereich sehr. An einem Institut zu promovieren, das beispielsweise mit SAP oder Siemens zusammenarbeitet, hat einen extrem hohen Stellenwert.
@ Societäts-Verlag, Frankfurt