Sightseeing in Frankfurt am Main
Sehr verehrte Leserinnen und Leser,
Liebe Constipendiaten,
als aller erstes entschuldige ich mich für den verspäteten Eintrag. Aber nun als Praktikant in einer neuen spannenden Stadt ist man bekanntlicherweise wenig zu Hause.
Gestern durfte ich einem Freund die ehemalige Reichsstadt Frankfurt zeigen. Denn ab Ende dieser Woche arbeite ich an dem rein juristischen Teil des Praktikums, was im Gegensatz zu dem diplomatischen Teil keine festen Bürozeiten erfordert. Bevor ich aber von den Sehenswürdigkeiten berichte, muss ich vielleicht Ihnen und Euch sagen (viele Leser wissen das schon, wohl aber nicht alle), dass das besagte Praktikum an dem mexikanischen Generalkonsulat stattfindet. Deshalb auch einen diplomatischen Teil, in dem ich die Geschichte, Organisationsstruktur und Funktionen des Auswärtigen Dienstes kennen lernen durfte. Mit Freude und Nostalgie zugleich las ich die vertraute Geschichte der deutsch-mexikanischen Beziehungen, so geprägt von meinen Vorfahren, von meiner Schule und schließlich auch von meiner Studienstiftung, also vom DAAD.
Nun habe ich meinem Freund vor dem (mit Recht) berüchtigten Städelmuseum getroffen. Es war wirklich eine große Erleichterung nicht in der übermäßigen Schlange für die Botticelli-Ausstellung stehen zu müssen. Denn wir hatten ja Gutscheine. Die Ausstellung war tatsächlich sehr gut; mit vielen hauseigenen Werken versehen. Am besten hat mir das Verkündigungs-Fresko aus den Uffizien gefallen. Wie ich den Saal betrat und das Werk sah, kamen mir fast die Tränen vor Entzückung und Freude. Die großzügige Renaissance-Räumlichkeit des Gemacht Mariens, die erfrischenden und zugleich wohltuenden Blauen und Grünen und Roten und Weißen, sowie die historische Tat in sich, schlichtweg einer der Kernaussagen des christlichen Glaubens, bewegten mich sehr.
Nach der Ausstellung sahen wir auch die normale Sammlung mit der guten Mischung aus Van Dycks, und Canalletos, Giacometti-Skulpturen, mittelalterliche Dyptichen und so weiter.
Die weiteren Museen der sogennanten „Museumsufer“ haben wir nicht besichtigt. Wobei ich erzählen darf, dass als ich letzte Woche das Liebighaus mit ihrer gewaltigen Skulptursammlung sah, mit Empörung beobachtet habe, wie ein Wächter auf barbarischer Weise ein Kopf des Mark Aurels mit bloßen Händen angefasst hat. Ich sagte nichts und beschäftigte mich lieber mit dem marmornen Athleten. Der Sportler sah nach 2000 Jahren mit Abstand lebendiger aus als die „lebendigen Statuen“ die sich samstags an den deutschen Marktplätzen und Promenaden hinstellen.
Der Bartholomäus-Dom, wo die Wahl und Krönung des deutschen Kaisers stattfand und wo eine Baßgeigenkassel, die von den Kardinälen E. Pacelli und K. Woytyla vor ihrer Papstwahl benutzt wurde, beherbergt wird, wurde auch gesehen. Auch die römischen Ruinen vor dem Tempel und die Schirn-Halle mit der gegenwärtigen Ausstellung mit Werken von Georges Seurat. Wir sind aber nicht direkt von dem Main ins Zentrum gelaufen, sondern begaben uns zuerst in Richtung Taunusanlage. Hier sahen wir die Gold Euros in dem Laden der Europäischen Zentralbank und gingen weiter bis zur Alten Oper, wo der Bekannte die konsularische Vertretung sehen konnte. Von da aus gingen wir die ganze „Fressgasse“ bis zur Mündung, über einen Ausweg bei dem Vaterhaus von J. W. v. Goethe, in die Paulskirche entlang. Wie der Name der Fußgängerzone schon sagt, gab es ein reiches Essangebot dort, was wir mit Freude entgegennahmen. Nach dem langen Tag war icham Sonntag an der Saalburg, das berühmte, von dem Kaiser Wilhelm II und von dem Romanisten Theodor Mommsen so geliebte Kastell an dem römischen Limes.
Ihnen und Euch allen wünsche ich noch eine schöne Woche.
Ich heiße Ignacio Garcia Lascurain Bernstorff und studiere Jura in Freiburg seit dem letzten Wintersemester.
Enough food and drink sampling at Anuga? How about some German technology? Just outside Hall 8 of the fair, a mini Zeppelin was spotted hovering above our heads. This fascinating craft is operated by Friedrich, a 20-year-old electrical engineering undergraduate. He flies this Zepplin nine hours a day and walks about at the north entrance [...]
When we leave home and head to a foreign country to study, one of the things we miss the most is FOOD. All those delicious things that reminds us our home country!! At the Anuga, we found people from every part of the world offering their typical food so we can have them at the [...]
Hallo Lieber Ignacio,
ich muss deinen Beitrag wieder mal kommentieren: es ist immer wieder erstaunlich, wie gut und anschaulich du deine Eindrücke und Emotionen rüberbringen kannst – ich kann mir dich richtig vorstellen, wie du mit den Tränen in den Augen vor dem Verkündigungsfresko stehst…
Aber: Ich habe eine Aussage zu Werther und seinen gelben Hosen vermisst!
Viel Freude noch in Frankfurt wünscht
dein Freund & Kommilitone M
PS: J und ich waren heute übrigens im Café Schmidt – seit du nicht mehr täglich erscheinst, bricht der Umsatz nahezu ein. Und unsere Bedienung vermisste auch schon den allseits geschätzten IGLB…
Comment by Michael verfasst 1. March 2010 um 23:01
Hallo Ignacio,
es freut mich, dass es dir in Frankfurt gefällt. Vergiss bitte nicht, vor deiner Abreise auch mal “Äppler” (=Apfelwein) zu probieren. Vorzugsweise kannst du dieses Getränk in Sachsenhausen genießen (Äppelwoi-Viertel). Was ich dir in Frankfurt noch empfehlen kann ist ein Ausflug auf den Maintower oder ein Trip nach Mainz (Römisch-Germanisches-Museum, Mainzer Diözesanmuseum und St. Stephan (Chagall-Fenster)).
Gruß aus Freiburg
Peter
Comment by Peter verfasst 1. March 2010 um 23:41