Einleben in Deutschland

27. January 2010 - 11:00 - 0 Comments by Hery Randriamaro

Hallo,
jeden Tag lebe ich mich in Deutschland immer besser ein.
Am Anfang fühlte ich mich ein bisschen verloren. Ich stellte mir sogar die Frage, ob es sich für mich lohnt, in Deutschland zu studieren. Einerseits musste ich ein anderes Land kennen lernen. Am zweiten Abend in Marburg konnte ich nicht mehr den Weg zu meiner damaligen WG finden. Andererseits musste ich besonders ein anderes Kultur kennen lernen. Hier in Deutschland ist es relativ üblich in einer WG zu wohnen. Und in Madagaskar wohnte ich bei meiner Familie. Ich meine, ich hatte wirklich keine Ahnung, wie es in einer WG läuft. Ich fühlte mich auch unwohl mit meinen Kollegen. Beim Mittagessen wollte ich schnellstmöglich den Tisch verlassen.
Jetzt ist es ganz anders. Obwohl ich kein Deutscher bin, fühle ich mich ehrlich nicht so fremd in Marburg. Es ist mir schwierig sich vorzustellen, dass ich mich in Marburg sogar zu Fuß nicht zurecht finde. Ich rede öfter mit meinen Kollegen. Neulich habe ich sie in der Kneipe verlassen, nicht mehr weil ich mich langweilte, sondern weil es zu spät war. Stimmt, dass man immer noch spüren kann, dass unsere Kulturen unterschiedlich sind. Es gibt zum Beispiel Witze, die ich total komisch finde, aber die die Kollegen gar nicht lustig finden. Aber trotz dessen läuft alles wirklich gut jetzt. Die Marburger kennen mich immer mehr, würde ich sagen. Leute von der Kirche begrüßen mich sogar nach dem Gottesdienst, ohne vorher mich gesprochen zu haben.
Schöne Grüße,
Hery

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