Drei mal Deutschland

19. February 2010 - 09:15 - 3 Comments by Ignacio Garcia Lascurain Bernstorff

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,
Liebe Constipendiaten,

Nun darf ich Ihnen und Euch für die kommenden drei Wochen aus Frankfurt am Main begrüßen, wo ich derzeit ein Praktikum mache. Quer durch Deutschland bin ich am vergangenem Dienstag in der Heimatstadt Goethes angekommen. Bevor ich aber angereist bin, habe ich eine kleine viertägige Haltestelle in München gemacht, wo ich Verwandte besucht habe.

Nicht so närrisch wie die Städte am Rhein und mit einem Schneemantel bedeckt, zeigte sich die bayerische Haupstadt schön und prächtig in diesen Faschingstagen. Ich habe das neue Museum Brandhorst kennengelernt und wieder die berühmte Alte Pinakothek gesehen. Auch den Justizpalast, wo das mythologische Bayerische Oberlandesgricht beheimatet war (die einzige letzte Justizinstanz, die von dem BGH-Karlsruhe unabhängig war) und die vielen Rokokokirchen durfte ich besichtigen. Meine einzige Faschingsaktivität war dieses eingeartige Süßgebäck mit mehreren Bezeichnungen als die der Eskimos für den Schnee auf dem Marienplatz zu essen, aber nicht nur dort sondern kontinuierlich seit den letzten Freiburger Tagen. Damit meine ich natürlich die Krapfen, Kreppel oder Berliner.

Wie ich hierher nach Hessen kam, ging ich zum Kaffetrinken in einer Bäckerei. Und infolge dass es noch der Vorabend des Aschermittwochs war, entschloss ich mich meinen Kaffee mit einem letzten nennen wir es mal das „Brötchen“ zu begleiten. Und wie ich auf dem Gebäck mit meinem Finger zeigte, sagte der Bäcker: Oh, Sie möchten ein Kreppel. Dann habe ich nur genickt und lernte so eine neue Bezeichnung dafür. Also habe ich in dieser Woche drei unterschiedliche Dialekte gehört, habe ich in drei Bundesländern übernachtet und habe die Messe in drei unterschiedlichen Diozösen besucht. Vor noch 204 Jahren, die Abdankung des Kaisers Franz fand erst im August 1806 statt, wäre ich ja in drei unterschiedlichen Staaten gewesen; wie Fritz Reuter, wessen Tatort sich in Thüringen befand, obwohl der mecklenburgische Staatsbürger in Preußen verhaftet wurde.

So wünsche ich Ihnen und Euch allen aus der Stadt zwischen Rhein und Main eine wunderschöne Woche noch.

3 Comments »

Wieder mal ein sehr schöner Beitrag zum “Leben in Deutschland”, Ignacio. Es freut mich, dass du jetzt sogar schon die unterschiedlichen Dialekte aufgreifst! ;-)
Ich wünsche dir noch Viel Spass in Frankfurt.

Comment by Michael verfasst 21. February 2010 um 23:40

Eine Freundin von mir ist letzten Monat nach Frankfurt gezogen. :-/ Nun muss ich auch immer 300km fahren, wenn ich sie besuchen möchte. Wie hat dir Frankfurt gefallen?

Comment by Anonymous verfasst 23. February 2010 um 10:29

Oh Ignacio, wenn ich so deinen Bericht lese von deinem Besuch im Kaffee, so lese ich daraus, dass du in der Fastenzeit wohl keine Süßspeisen zu dir nehmen willst. Ich bin schockiert. Jetzt wo du nicht in Freiburg bist und das Kaffee Schmidt sicherlich aus Mangel an Kuchenverkauf schließen muss, könntest du wenigstens die hessische Kuchenindustrie ankurbeln.

Comment by Felix verfasst 23. February 2010 um 14:52

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