Bücherjagd in Freiburg

5. February 2010 - 09:38 - 0 Comments by Ignacio Garcia Lascurain Bernstorff

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,
Liebe Constipendiaten,
Der künftige Geburtstag eines Freundes war in letzter Zeit der Beweggrund für mich, gerade nach der Beendigung der Klausursaison, eine Reise durch die Freiburger Büchereien zu unternehmen.
Zuerst kam, unmittelbar im Kollegiengebäude II, die bekannte Walthari. Beide Abteilungen, also die von Fachliteratur (mit Kommentaren des Bürgerlichen Gesetzbuches, Traktaten der griechischen Übersetzung, Monographien der Steuerzahlung und Biographien des berühmten einzigen badischen Ministerpräsidenten Leo Wohleb) und das Abteil mit sozusagen „schöne Literatur“ wurden besucht. Ich fand nicht ein passendes Buch und ging diesmal zu den Antiquariaten, zunächst auf der westlichen Seite des Universitätszentrums.

In „Im Grün“, also in dem Studentenviertel zwischen der Dreisam, der Bertoldstrasse, dem Bahnhof und dem Rotteckring, kam ich in eine schönen Bücherei herein. Wie sie heißt, weiß ich leider nicht mehr, aber sie trägt den Namen des Ladeninhabers. Vor allem ist die Auswahl sehr verschieden und günstig. Ich selber habe dort einige Bücher erworben, u.a. ein Roman von Gottfried Keller, dieser ungeheuer beliebter Schrifteller vergangener Zeiten, dessen Bücher von 2 bis 3 Euro in schönen Leinenbänden mit frühexpressionistischen Bilder zu erwerben sind.

Nachdem ich wieder nichts gefunden habe, mit dem Bewusstsein, dass das Geburtstagskind sehr theologisch interessiert und kirchlich aktiv ist, ging ich zu der Bücherei „Thomas Nonnenmacher“ auf der Bertholdstrasse. Das Sortiment war wie oft gut und atraktiv, viele Katechismen, Reisebücher und so weiter, aber leider nichts für den Komillitonen. Mein sehr geschätzes Exemplar der Ägyptenreise von Ludwig Hamman, von der in diesem Blog einmal schon die Rede war, habe ich dort zu Beginn meiner Studienzeit erworben. Gerade jetzt als Martin Luther nach Angaben der FAZ in Mode ist, wäre vielleicht etwas von ihm zeitgemäß, aber dann lasse ich das Buch doch im Regal.

Danach trat ich, wieder in der Altstadt, in die  Bücherei „Veith Elsenhans“. Leider waren die gefundenen Kunstbücher wieder eine schlechte Geschenkwahl. Manche zu schön, manche zu teuer, manche zu ästhetisch für einen eher nicht so sehr kunstsensiblen Menschen. Hier hat der Komillitone und Gebrauchsachen-Verkäufer J. vor kurzem einen Streit über den Wert eines angeblichen Messingadlers gehalten. Der Streigegenstand ist aber nicht mehr ersichtlich.
Daneben, der schöne Laden direkt hinter der Ecke des Ordinariats. Dort habe ich einmal im Schaufenster ein Exemplar der Erstausgabe (anno 1625) des De belli juris ac pacis von Grotius, quasi der Stammvater der Internationale Beziehungen und ein Meilenstein in der Rechtsphilosophie gesehen. Entsprechend der Qualität der Bücher, nimmt der Antiquar an der „Antiquaria“-Messe in Ludwigsburg teil, gerade dort wo ein Antiquar aus Wien einen Brief des Wittenberger Reformators vor einigen Tagen verkauft hat. Ich muss also weiter suchen.

Die beliebten Tische unterhalb der Arkaden des Historischen Kaufhauses sind seit ein paar Wochen zu vermissen. Also muss man weiter laufen. Weder in der „Thalia-Herder“, noch in der „Rombach“ werde ich fündig. Auch nicht der Discounter-Bücherei „Jokers“. Die Bücher des Phillip-von-Mentz-Verlag würden mein Bücherregal bereichern, nicht aber die Bücherbestände des Komillitonen. Ich marschiere weiter und gehe letzlich in die berühmte Bücherei „Zum Wetzstein“. Der Professor Kr. ist da. Auch mehrere andere Kunden. Ich selber erwerbe ein Reisebuch von A. Puschkin. Auch bei meiner Suche nach einem passenden Geschenk werde ich fündig. Infolge, dass das Geburtsagskind i.d.R. dieses Blog liest, werde ich selbstverständlich nicht verraten was ich gekauft habe. Es soll ja Überraschung sein.
So wünsche ich Ihnen und Euch allen eine schöne Woche noch.

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