Vom Rind
Werte Leserinnen und Leser dieses Blogs:
Ich darf Sie diesen Freitag zum ersten Mal in diesem Forum zum ersten Mal begrüßen. Wie Sie von meinem Link entnehmen können, studiere ich Jura an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg seit Oktober letztes Jahres und werde ab kommenden Juni den Freitag-Beitrag unserer Con-Stipendiatin Frau cand. dr. jur. Veronika Strnisková übernehmen. Meinen Dank auch an Frau Maike Steuer, die mich ganz herzlich eingeladen hat, in hiesigem Blog meinen Erfahrungen in Deutschalnd mitzuteilen.
Nach langer Einführung beginne ich also mit einer Überlegung, oder besser gesagt, mit einem Gedanken, was mich letzter Woche sozusagen besessen hat. Und zwar habe ich plötzlich ganz viel Sehnsucht nach Rindfleisch gefühlt. Daher auch den Titel: vom Rind. Je mehr Zeit seit der Anreise in Deutschland vergeht, desto verlässt man die Einstellung (die Perspektive, die Sphäre) des Reisenden und begibt man sich immer mehr in der eines Einwohners. Eine Ver-Wandlung zum Freiburger (Hamburger, Frankfurter, Heidelberger, usw.) findet statt.
Das hat selbstverständlich mannigfaltige Vorteile, wie etwa die Tatsache, dass man sich ganz einlebt und innerhalb weniger Zeit eine deutsche Universitätsstadt de facto zur Heimat wird. Man bleibt sowieso Ausländer und sowieso Studierende, also zu einer schwebenden Bevölkerung gehörend, die sich zwar für eine mehr als unerheblich kurze Zeit in Freiburg (Berlin, usw.) begibt, allerdings nicht in saecula saeculorum. Dennoch wird diese oder jene Ecke irgendwie vertraulich. Die Wohnstraße wird als eigene bei der morgigen Zeitungslektüre erkannt. Die Produkte der Konditorei am mittelalterlichen Münsterplatz verschmilzen im Gedächtnis mit der ersten Studiennote, die Stände des Samstagsmarktes tauchen unerwartet mit ihren bunten Gemüsen im Traum.Man hat Bekannte in der Stadt, man wird auf der Straße begrüßt. Man wird in den Regierungsanweisungen–Müllwirtschaft, Gebühreineinzugszentrale- als „Freiburger“ angesprochen.
Auf der anderen Seite, bemerkt man immer stärker die Kulturunterschiede, eine Bemerkung die oft negativ zu begründen ist, im Sinne, dass man solche Unterschiede in der Regel auf der Empfindung der Unterlassung einer beliebten Handlung, oder aber die Verwunderung auf nicht bekannter Taten beruht. Wenn man so wie ich zunächst in einem Wohnheim lebt, und erst nach einigen Monaten in einer eigenen Wohnung zieht mag das noch deutlicher sein.
So geschieht es auch in der Gastronomie. Natürlich bewundert man die zahlreichen Leckereien der deutschen Küche wie etwa die hiesige Schwarzwaldertorte oder die badischen Maultaschen (je nach Region biete in den Lesern diese Zeilen entsprechen zu lesen, so die Berliner :„Berliner-Luft“ und Currywurst, die Münchner: Weißwürsten und Brezeln, die Leipziger: Lerchen und Allerei et caetera). Allerdings, nach einiger Zeit erweckt die Sehnsucht nach altem Geschmack. Mit Heine sagt man in den späten Morgenstunden, als man das Mittagsessen plant, die bekannten Versen „ich weiß nicht was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin“ , ein Geschmack (eben nicht ein Märchen) kommt mir nicht aus dem Sinn. Und wenn man schärfer darüber nachdenkt, entdeckt man die Ursache dieses Befindens: man sehnt nich nach dieser oder jener Geschmackseinrichtung der heimlischen Küche.
Letzte Woche geschah eben das. Ich merkte plötzlich, dass ich in den letzten zwei Monaten kein Rindersteak, wie es nicht nur in meiner mexikanischen Heimat, sondern auch bspw. in südamerikanische Länder wie Brasilien und Argentinien, aber auch in erhebliche Teile Nordamerikas üblich ist, nicht gegessen hatte. Das Mittagsessen war also entschieden. Heute keine Mensa, sondern Rindersteak. Bald aber bemerkte ich, dass die Suche erfolglos war. In keinem Lokal Freiburgs, abgesehen von einigen die sehr schrecklich (lärmreich, stinkend, Dekoration und Bedienung zum Weinen) waren, gab es Rindersteak zu finden. Natürlich hatte ich Rindergoulasch, sowie die bekannte Rindsalat mit Essiggurken in der zwischenzeit gekostet, aber es schmeckt nicht gleich. Schweineschnitztel mit Pommes ist längst nicht Eisbein mit Kartoffelpuffer, obwohl beide Gerichte hauptsächlich aus Schweinefleich und Kartoffeln bestehen. Das selbe gilt für die Unterschiedein im Konsum zwischen das in Europa weit verbreitete Kalb und das Rind. Kalb wird viel mehr gegessen als Rind. Außerdem, aus mir nicht bekannten Gründen essen die Deutschen einfach weniger Rindfleisch als die ganze Welt. Kühe gibt es schon wie die gute Milch und die verschiedenen Käsesorten beweisen können. Weshalb das kleine Kalb viel öfter geschlachtet wird als die reife Kuh bleibt, wie gesagt, auch unklar. Vielleicht deshalb wird im berühmten Fleischerbrücke zu Nürnberg das Kalb so groß dargestellt wie die Kuh selbst, sogar an der Schrift es es bemercklich: „vitullus“ glänzt stärker als „bos“. Im europäischen Ausland ist es aber nicht der Fall. Auf dem französischem Tisch, erstens, tauchen „bovinische“ Gerichte viel öfter als links vom Rhein, und zweitens, wird der boef nicht viel weniger serviert als die veaux. Die Frage bleibt als offen. Keine Antwort wird zunächst ersichtlich. Also, wieso essen die Deutschen kein Rindfleisch?
Ich heiße Ignacio Garcia Lascurain Bernstorff und studiere Jura in Freiburg seit dem letzten Wintersemester.
Enough food and drink sampling at Anuga? How about some German technology? Just outside Hall 8 of the fair, a mini Zeppelin was spotted hovering above our heads. This fascinating craft is operated by Friedrich, a 20-year-old electrical engineering undergraduate. He flies this Zepplin nine hours a day and walks about at the north entrance [...]
When we leave home and head to a foreign country to study, one of the things we miss the most is FOOD. All those delicious things that reminds us our home country!! At the Anuga, we found people from every part of the world offering their typical food so we can have them at the [...]