Die Vandalen-Ausstellung in Karlsruhe

11. December 2009 - 10:07 - 0 Comments by Ignacio Garcia Lascurain Bernstorff

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,
Liebe Constipendiaten,
Am vergangenem Sonntag, bin ich eben in der Vandalen-Ausstellung im Badischen Landesmuseum zu Karlsruhe, quondam Residenz der Großherzöge des Landes, gewesen.
Es war wirklich schön und empfehlenswert. Eine gute Museographie, schöne Exponate und eine ruhige Atmosphäre. Es ist ja so unangenehm wenn man von kleinen „vandalischen“ Rentner oder Erstklässler überrumpelt wird. Oder noch schlimmer, wenn ein Faux-pas in Richtung des Meisterstückes (zum Ehren des Obligationenrechts lassen Sie uns „Eichen am Wasser“ von J. I. van Ruisdael als Beispiel nehmen) eine Legion Museumswächter in Bewegung setzt. Hier war das nicht der Fall. Die Cafeteria war zwar halbwegs gut, aber immerhin ein Mittagsessen wert. Schön fand ich, dass die Weihnachtsblumen,so mexikanisch wie diese „Lederblumen“ ( „Cuitlaxochitl“ ) sind, von der selben Farbe waren, wie die Wände der Ausstellung: dunkelrot.
Kaiserporträts, barbarische Waffen, römische Münzen, frühchristliche Stelen und nordafirkanische Mosiaken ermöglichen einen Einblick in diesem kurzlebenden Reich des Geisimer und seines Volkes auf karthaginesischem Gebiet. Eine schöne Völker- und Kulturgemenge.
Gerade, dass die ehemaligen Hirten und Krieger Pommerns, plötzlich auf der Heimat Tertullians landeten, war eigentlich schon merkwürdig. Kunst,-, Religions-, Zivil,- und Militärgeschichte fanden dort, in dieser Erdflecke in dieser Zeit mannigfaltige Angelpunkte. Aus rechtshistorischer Perpektive waren die Albertini Täfelchen natürlich die Kronexponate der Ausstellung. Es sind Zederntafälchen, die über die Rechtsgeschäfte einer verarmten Familie in einem Latifund am Rande der Wüste im 5. Jhr. berichten. Von daher, sind sie ein bißchen traurig im Vergleich zu anderen lateinischen Urkunden, wie etwa die Tafeln aus Herculaneum.
Arius, für den Gott der Sohn nicht genauso göttlich war wie Gott der Vater ist;der Bischof Wulfila, der die Bibel ins Gotische übersetzte; Belisarius, der treue Soldat Justinians, und viele andere Gestalten grüßten den Touristen.
So darf ich mich, von Ihnen und Euch allen für dieses Jahr verabschieden. Ich wünsche Sie und Euch allen frohe Weihnachten.

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